Europa braucht mehr Nachhaltigkeit

Wir brauchen ein Europa, das Verantwortung bei der Gestaltung der Finanzmärkte übernimmt, fordert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. Wir brauchen eine europäische Politik der Nachhaltigkeit.

Die NaturFreunde sind von ihrer Geschichte her ein Verband des Internationalismus. Wir sind davon überzeugt, dass es eine gerechte Welt nur gibt, wenn es zugleich zu sozialer Gerechtigkeit und einer Demokratisierung der Wirtschaft kommt.

Deshalb sind wir entsetzt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel das Projekt Europa aus parteitaktischen Gründen gegen die Wand fährt. Die Welt wird momentan fundamental neu geordnet, doch die Bundesregierung gestaltet nicht: Sie wird getrieben und verspielt das soziale und demokratische Erbe Europas. Weil für Frau Merkel kurzfristige Interessen wichtiger sind als langfristige Vernunft, trägt sie mit zum Niedergang des alten Europa bei – und fährt damit auch das Lebenswerk von Helmut Kohl an die Wand.

Was wir jetzt brauchen, ist ein starkes Europa. Was wir jetzt brauchen, ist ein Europa, das Verantwortung für die Gestaltung der Finanzmärkte übernimmt. Die NaturFreunde fordern einen Plan zur Stärkung Europas, eine echte Kraftanstrengung, damit Europa bei der Neuordnung der Welt mitspielen kann. Es reicht nicht aus, nur den Finger in die Luft zu halten, um zu spüren, woher der Wind pfeift. Im Gegenteil: Europa braucht eine Politik der Nachhaltigkeit, die es mit dieser Idee ernst meint, statt sie nur taktisch einzusetzen.

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