Besser eine gute Zukunft statt politischer Taktiererei

Im Zusammenhang mit den Spekulationen um eine schwarz-grüne Koalition auf Bundesebene fordert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller: Wir müssen uns endlich mit den Themen der ökologischen Modernisierung und der sozialen Gerechtigkeit beschäftigen.

Die Ferienzeit ist immer auch die Zeit, in der die Themen des Sommers gepflanzt werden. Aktuell wird Schwarz-Grün herbeigeschrieben – begünstigt durch das tagtägliche Desaster der Regierung sowie das Hoch der Bündnisgrünen. Zuletzt hat der ehemals liberale und anerkannte stern dieses Sommertheater inszeniert und im Leitartikel Schwarz-Grün gefordert.

Als ob es in Hamburg das Chaos mit der geplanten Schulreform nicht gegeben hätte, nach dem wohl jeder andere Bildungsminister zurückgetreten wäre. Schließlich ist das wichtigste bildungspolitische Anliegen der dortigen schwarz-grünen Koalition gescheitert. Und trotzdem wird in einer Vielzahl von Artikeln über eine schwarz-grüne Bundesregierung nachgedacht. Mit einem ernsthaften Umgang mit den politischen Herausforderungen hat das leider nichts zu tun. Die Seiten werden gefüllt, die eigentlichen Probleme aber nicht gelöst.

Denn die entscheidende Zukunftsfrage ist der Umgang mit den absehbaren Verteilungskonflikten auf unserer überbevölkerten, verschmutzten und in die Krise geratenen Welt. Die Zeit des grenzenlosen Wachstums und der totalen Naturbeherrschung ist vorbei. Für eine gute Zukunft für alle Menschen müssen zwei zentrale Ideen nicht nur zusammenkommen, sondern auch modernisiert werden: der verträgliche Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen und die gerechte Verteilung der immer knapper werdenden Ressourcen. Nur wenn soziale Gerechtigkeit und ökologische Modernisierung zusammenkommen, haben alle Menschen eine gute Zukunft.

Es wird Zeit, dass wir uns dieser Verantwortung endlich bewusst werden. Die tägliche Regenbogenberichterstattung – wer mit wem – sollte endlich beendet werden: Sie langweilt und regt zugleich auf. Verweigern wir uns diesem Unsinn und wenden uns endlichen den überlebenswichtigen Herausforderungen zu.

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