Die Agrarpolitik muss dringend nachhaltiger werden – Subventionen sollten an ökologische Zusatzleistungen gekoppelt werden

Auch die NaturFreunde Deutschlands „haben es satt“ und rufen gemeinsam mit einem breiten Aktionsbündnis zur Demonstration für eine nachhaltige Agrarpolitik am 22. Januar in Berlin auf. An diesem Tag treffen sich auf Einladung der Bundesregierung Landwirtschaftsminister und Agrarkonzerne aus aller Welt zur ‚Grünen Woche‘ in Berlin.

Die Agrarpolitik in Deutschland und der Welt widerspricht allen international verabredeten Zielen für eine nachhaltige Entwicklung. Nicht nur der aktuelle Dioxin-Skandal in Deutschland zeigt, dass sich die Lage bereits dramatisch zugespitzt hat.

Die industrialisierte Landwirtschaft fördert den Hunger in der Dritten Welt, schädigt das Klima, die biologische Vielfalt, die Böden, die Wasserversorgung und die Qualität der Lebensmittel. Europa muss endlich durch eine Reform der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) mit gutem Beispiel vorangehen.

Nach Auffassung der NaturFreunde muss die bisherige GAP zu einer ökologisch orientierten Agrarpolitik weiterentwickelt werden, indem die Verteilung von Subventionen eng an die Bereitstellung ökologischer Zusatzleistungen gekoppelt wird. Dafür gibt es schon sehr konstruktive Vorschläge des zuständigen rumänischen EU-Kommissars Dacian Ciolos.

Jetzt geht es darum, dass auch Deutschland und Frankreich ihren Kurs änderten und mit der Rücksichtnahme auf die Großbauern, Agroindustrie und Chemie endlich Schluss machen. Letzten Endes muss das Europäische Parlament, das seit dem Lissabon-Vertrag in der Agrarpolitik mitbestimmen kann, die Ausbeutung der Natur stoppen.

Geschiht dies nicht, muss mit einem gewaltigen Vertrauensverlust in der Bevölkerung gerechnet werden. Europas Steuerzahler sind nicht mehr bereit, eine zerstörerische Agrarpolitik mit jährlich fast 60 Milliarden Euro zu unterstützen. Die Agrarpolitik muss endlich auch wichtige Aufgaben zur Erreichung längst akzeptierter Nachhaltigkeitsziele übernehmen.

Die NaturFreunde verlangten deshalb eine multifunktionale, bäuerlich-ökologische Landwirtschaft mit globaler Verantwortung. Es geht um eine Lebensmittelerzeugung, die – flächendeckend betrieben – ökologisch intakte Kulturlandschaften prägt, Arbeitsplätze schafft und Anliegen des Tierschutzes ebenso ernst nimmt wie die Herausforderungen der globalen Entwicklung und des Klimaschutzes.

Mehr Informationen und Treffpunkt für NaturFreunde: www.kurzlink.de/wir-haben-es-satt

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