In dieser Woche reist der tschechische Regierungschef Petr Nečas in die USA.Nečas will mit US-Präsident Barack Obama auch über den Ausbau tschechischen Atomkraftwerks Temelínverhandeln. Die US-amerikanische Firma Westinghouse bewirbt sich mithilfe der Regierung in Washington um den Zuschlag für das äußerst umstrittene Projekt.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern US-Präsident Barack Obama auf, den wirtschaftlichen Interessen der Atom-Lobby nicht zu folgen, sondern vielmehr den AKW-Ausbau zu verhindern und alles dafür zu tun, um das AKW Temelín letztlich ganz abzuschalten.
Schließlich hat sich die Mehrheit der europäischen Staaten für ein Ende der Atomenergie ausgesprochen. Zuletzt beschloss Belgien den Ausstieg aus der Atomenergie und selbst in den USA ist der Bau neuer AKW hoch umstritten.
Es wäre nicht nur ein unfreundlicher Akt, wenn der US-Präsident diese Entwicklung missachten würde. Ein Ausbau des AKW Temelín wäre ganz einfach dumm, denn diese Energieerzeugungsart hat keine Zukunft. Oder will die US-Administration die Energiewende in Europa gar erschweren? Schließlich liegen die USA bei den erneuerbaren Energien weit zurück. Auf jeden Fall bedeutete eine AKW-Förderung eine weitere Enttäuschung über die Politik von Barack Obama, der unter so großen Hoffnungen seine Präsidentschaft begonnen hatte.
Der Ausbau der Atomkraft in Tschechien und Polen ist lediglich ein weiterer Versuch der Atomkonzerne, ihre lukrativen Geschäftsmodelle zu retten. Erhalten sie hierbei Unterstützung aus den USA, wäre das zudem Zeichen von mangelnder Lernfähigkeit. Schließlich muss auch Barack Obama aus dem Super-GAU von Fukushima lernen.