NaturFreunde Deutschlands: Bildungskooperation mit den Naturfreunden Case Togo

Zur Bildungskooperation zwischen den NaturFreunden Deutschlands und den Naturfreunden CASE Togo erklärt die stellvertretende Vorsitzende der Naturfreunde Internationale und Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, Petra Müller, folgendes:

Die NaturFreunde Deutschlands wollen in den nächsten Jahren ihre Entwicklungszusammenar-beit mit ihren Partnerorganisationen in Afrika deutlich ausbauen. Dabei ist es das Ziel der NaturFreunde, eine selbstbestimmte Entwicklung der Arbeit der Naturfreunde-Partnerorganisation in Afrika zu ermöglichen.

Mit ihren Partnerorganisationen erarbeiten die NaturFreunde mittelfristig Projekte zur Förderung der regionalen Entwicklung und des Umweltschutzes, die dann durch einen Kooperationsvertrag zwischen den afrikanischen Partnern und den NaturFreunden Deutschlands umgesetzt werden.

Als erstes Projekt haben die NaturFreunde Deutschlands und die Naturfreunde CASE Togo ein Umweltbildungsprojekt für fünf Partnerschulen in der Region des Plateaux, bei Kpalimé, vereinbart.

In den letzten Monaten haben die Naturfreunde CASE Togo mit finanzieller Hilfe der Natur-freunde Internationale und der NaturFreunde Bremen ein Umweltbildungshandbuch für Schulen in Togo erarbeitet. Mit diesem Handbuch erhalten Schulen Unterrichtsmaterialien, um ihre Schülerinnen und Schüler für wichtige Umweltthemen und Umweltprobleme im 21. Jahrhundert zu sensibilisieren. Die Handbücher bieten Material für Unterrichtseinheiten an, in denen Umwelt-themen wie „Klimawandel“, „Bedeutung der Wälder“, „Umgang mit Abfällen“ oder „alternative Energien“ bearbeitet werden können.

Ein Schwerpunkt des Handbuchs ist die Vermittlung von einfachen und praktischen Möglichkeiten, die Natur zu schützen.

In den fünf Partnerschulen, an denen CASE Togo Umweltclubs hat, sollen Baumschulen eingerichtet werden. Dort werden die Schülerinnen und Schüler lernen, Bäume zu züchten, sie einzu-pflanzen und zu pflegen. Mit den Schülerinnen und Schülern in den Umweltclubs sollen Grün-flächen in den Schulen angelegt und die Wiederaufforstung im Umfeld der Schulen vorangebracht werden.

Die ersten fünf Partnerschulen liegen in der Region des Plateaux, bei Kpalimé. Die Partnerschulen der NaturFreunde Deutschlands und der Naturfreunde CASE Togo sind die Schulen Lycée de Goudévé, Lycée de Tové Rails, Lycée d’Agou-Gare, Lycée de Lavié und CEG Agomé.

Die internationale Arbeit der NaturFreunde Deutschlands wird auch von vielen Ortsgruppen der NaturFreunde unterstützt, die bei Jubiläen, Sommerfesten oder Geburtstagen für die Arbeit der Naturfreunde in Afrika sammeln.

Wie kann ich das Projekt der Naturfreunde CASE Togo unterstützen?

Ziel der Arbeit der NaturFreunde Deutschlands ist es, dieses sinnvolle Projekt auf weitere Schulen auszuweiten. Hierfür brauchen die NaturFreunde die aktive Mithilfe von Spenderinnen und Spendern. Die Spenderinnen und Spender können eine direkte Partnerschaft für eine Schule für ein Jahr oder einen längeren Zeitraum übernehmen. Die Durchführung der Umweltarbeit an einer Schule kostet jährlich 300 Euro.

Um die Arbeit in Togo zu unterstützen, freuen sich die NaturFreunde über einmalige sowie über regelmäßige Spenden für dieses Projekt. Die Spenden sind steuerlich absetzbar.

Wer Interesse hat, das Umweltbildungsprojekt und die Einrichtung eines Umweltclubs für ein Jahr zu unterstützen, kann dies durch eine Spende an die NaturFreunde Deutschlands tun.

Spenden bitte auf das Konto der NaturFreunde Deutschlands
Konto-Nr.: 870 70 02
BLZ: 660 205 00
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort « Baumschulprojekt Togo »

NaturFreunde – Partner für Afrika

Die NaturFreunde Deutschlands werden in den nächsten Jahren ihre Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen der Naturfreunde in Afrika ausbauen. Ziel ist es, Bildungsprojekte an Schulen, Projekte zu ökologischen Tourismus, den Kampf gegen die Abholzung der Wälder und die zunehmende Wüstenbildung zu unterstützen.

In den nächsten Monaten werden die NaturFreunde Deutschlands eine zweite Kooperation mit den Naturfreunden ASAN aus dem Senegal vereinbaren. Ziel dieser Kooperation ist die langfristige Förderung des Kampfes gegen die zunehmende Wüstenbildung im Senegal. Hierfür werden die NaturFreunde Deutschlands einen Gärtner für die Baumschule am Naturfreundehaus in Dakar und den systematischen Ausbau der Züchtung und Abgabe von Bäumen fördern. Das Projekt „100 000 Bäume für Afrika“ soll im April starten.

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Wir schämen uns für die FDP!

Zu der Forderung von Philipp Rösler, für Griechenland einen Sparkommissar einzusetzen und seiner inhaltlichen Fokussierung auf das Wachstum, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands e.V., Michael Müller, folgendes:

Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler hat mit seiner Forderung, in Griechenland einen Sparkom-missar ein- und somit noch einschneidendere Maßnahmen durchzusetzen, erneut gezeigt, dass er kein Bundeswirtschafts-, sondern ein Bundesideologieminister ist. Hiermit bestätigt er die schlechten Vorurteile gegenüber Deutschland. Rösler nimmt den Griechen die Würde, dafür schämen wir uns.

Natürlich muss Griechenland von seinen Schulden herunter. Aber was wäre in Deutschland los, wenn es zu derart massiven Einschnitten kommen würde. Griechenland braucht eine Perspektive und nicht neue deutsche Forderungen nach noch größeren Sparanstrengungen. Überhaupt sind die zunehmenden Bedenken und Vorbehalte gegen die deutsche Bundesregierung schon deshalb berechtigt, weil sie nur noch über die Schuldenkrise spricht, aber nicht mehr über den Finanzka-pitalismus, den Auslöser der westlichen Wirtschaftskrise.

Es passt ins Bild, dass die FDP eine Finanztransaktionssteuer ablehnt und wie keine andere Par-tei bekämpft. Sie ist die Partei, die trotz der Krise an einer gescheiterten Ideologie festhält, die von der wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Realität des Landes weit entfernt ist. Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen dagegen die französische Initiative nach Einfüh-rung einer Finanztransaktionssteuer. Den Brokern muss endlich das Handwerk gelegt werden, damit es nicht immer wieder zu spekulativen Exzessen kommt.

Offenkundig ist die Bundesregierung lernunfähig. Vor allem die FDP hat in den letzten Jahren einen Prozess vollzogen, der sie zu einer Partei des Marktfundamentalismus gemacht hat. Auch durch den Wechsel an der Parteispitze hat sich hieran nichts geändert. Die Stuttgarter Rede von Philipp Rösler war die eines Wachstumsfetischisten. Sie war eine Kampfansage gegen alle sozia-len und ökologischen Erkenntnisse der letzten drei Jahrzehnte. Eine Rede zurück in die 50er-Jahre.

Insofern zeigt der FDP-Vorsitzende seine Inkompetenz nicht nur gegenüber Griechenland, son-dern generell in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen. Es ist erschreckend, dass diese Marktradikalen Regierungsverantwortung tragen. Die Union ist um ihren Koalitionspartner nicht zu beneiden, der im Wahljahr 2013, in der es um die Existenz der FDP geht, noch ideologischer sein wird.

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NaturFreunde begrüßen deutschen Beitrag für den Yasuní-Nationalpark

Der Widerstand der letzten Monate hat sich gelohnt. Mit dem finanziellen Angebot der Bundesregierung an die ecuadorianische Regierung, 34,5 Millionen Euro für die Rettung des Yasuní-Nationalparks bereitzustellen, wurde ein wichtiger Teilerfolg für die Erhaltung dieses einmaligen Naturerbes erreicht. Die NaturFreunde Deutschlands bleiben trotzdem bei ihrer Forderung, dass die Bundesregierung auch die sogenannte ITT-Initiative der ecuadorianischen Regierung unterstützen soll. Damit wird ein umweltpolitisch einmaliger Vorschlag der Regierung von Ecuador bezeichnet, ein riesiges Ölvorkommen nicht zu explorieren, sondern stattdessen die darüber liegenden einmaligen Naturschätze des Regenwaldes zu erhalten.

Industriestaaten müssen Beitrag zum globalen Schutz von Klima und Biodiversität leisten
Hunderte von Millionen Menschen sind von den Auswirkungen des Klimawandels massiv betroffen, besonders in den armen Regionen auf der Welt. Die Länder des globalen Südens haben den Klimawandel zwar nicht selbst verursacht, müssen aber die Auswirkungen tragen. Die Industriestaaten des Nordens haben in den letzten Jahrzehnten ihren Wohlstand durch die Zerstörung der Lebensgrundlagen für Millionen von Menschen ermöglicht. Deshalb müssen jetzt endlich auch die großen Industriestaaten als die Verursacher des Klimawandels einen angemessenen Beitrag für die Erhaltung der Umwelt leisten.

846 Millionen Barrel Erdöl für rund 7,5 Milliarden Euro
Der ecuadorianische Regenwald Yasuní ist einer der artenreichsten Orte unserer Erde – zudem mit großen Ölvorkommen. Mit der sogenannten Yasuní-ITT-Initiative hatte Ecuador im Jahr 2007 einen bahnbrechenden Vorschlag vorgelegt: Statt die unter einem Teil des Nationalparks Yasuní liegenden rund 846 Millionen Barrel Erdöl im geschätzten Wert von rund 7,5 Milliarden Dollar zu fördern, sollte die internationale Gemeinschaft Ecuador die Hälfte dieses Wertes ersetzen und so einen Beitrag zum Schutz von globalem Klima und Biodiversität leisten.

Damit hat die ecuadorianische Regierung auch deutlich gemacht, dass die Erhaltung von einmaligen Naturschätzen nicht alleine die Aufgabe von armen Staaten des Südens sein kann, sondern hier gerade die reichen Industriestaaten gefordert sind. Die ecuadorianische Regierung hat weiter vorgeschlagen, dass in einem ersten Schritt 100 Millionen Dollar in einen Fonds des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) eingezahlt werden sollten.

Diese Initiative, die in der letzten Legislaturperiode von einer breiten Mehrheit des Deutschen Bundestags unterstützt worden war, wurde durch die heutige Bundesregierung aufgekündigt. Bundesminister Dirk Niebel (FDP) hatte dabei erklärt, „er wolle nicht für das Unterlassen“ bezahlen.

„Dschungel statt Öl“-Initiative schützt natürlichen Reichtum
Die NaturFreunde Deutschlands fordern den Deutschen Bundestag weiterhin auf, die ITT-Initiative zu unterstützen und erwarten auch von einer neuen Bundesregierung, dass sie an die Zusagen des 16. Bundestages anknüpfen wird. Mit der ITT-Initiative wurde von Ecuador ein Weg in die Zukunft aufgezeigt, mit der der natürliche Reichtum unserer Erde geschützt und gleichzeitig eine gute Entwicklung in einer armen Region möglich werden. Dabei hat die „Dschungel statt Öl“-Initiative einen nicht zu unterschätzenden Wert für eine zukünftig gesunde wirtschaftliche Entwicklung. Denn durch internationale Mechanismen dieser Art können globale Gemeingüter wie die Atmosphäre besser geschützt und erhalten werden.

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Industrielle Landwirtschaft produziert Hunger und muss beendet werden

Die NaturFreunde Deutschlands sind im Trägerkreis der Demonstration „Wir haben es satt!“ am 21. Januar 2012 in Berlin und rufen zur breiten Teilnahme auf.

Fast eine Milliarde Menschen müssen heute hungern – das ist eine der brutalen Schattenseiten unserer Weltordnung: Weil profitorientierte Großkonzerne die Herstellung von Lebensmitteln einseitig dominieren. Weil die Konzentration im Einzelhandel immer mehr landwirtschaftliche Betriebe dazu zwingt, ihre Nahrungsmittel zu diktierten Preisen abzugeben. Weil sich multinationale Saatgutkonzerne immer häufiger Pflanzensorten patentieren lassen und so immer mehr landwirtschaftliche Betriebe zum jährlichen Kauf von Saatgut zwingen. Schließlich ist eine Aussaat der Ernte aus patentrechtlich geschütztem Saatgut verboten. Die Industrielle Landwirtschaft knechtet ganze Regionen, ihre Strukturen und ihr Profitstreben sind Gift für die Artenvielfalt, ihre Produkte immer auch Gegenstand von Lebensmittelskandalen.

Für eine bäuerliche Landwirtschaft, gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln
Die NaturFreunde Deutschlands kritisieren diese Entwicklung und rufen deshalb auf zur breiten Teilnahme an der Demonstration „Wir haben es satt!“ Wir setzen uns ein für eine bäuerliche Landwirtschaft weltweit, die durch die nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen auch zur Erhaltung der Artenvielfalt und der Kulturlandschaften beiträgt. Wir wollen die kapitalistische Logik durchbrechen, mit der die großen Handels- und Saatgutkonzerne, aber auch Banken und Hedgefonds die Strukturen einer bäuerliche Landwirtschaft immer weiter zerstören. Verboten werden müssen die Spekulation mit Nahrungsmitteln und die Ausrichtung der Industriellen Landwirtschaft an den Bedürfnissen einer kleinen kaufkräftigen Nachfrage in den Industriestaaten.

Waldrodungen für den Fleischbedarf der Industriestaaten
Alleine im Norden Argentiniens wurden in den letzten Jahren mehr als fünf Millionen Hektar Wald gerodet, um Soja anzubauen, das vor allem als Futtermittel für den Fleischbedarf in den Industriestaaten eingesetzt wird. Heute benötigt die Landwirtschaft der Europäischen Union zusätzlich etwa 35 Millionen Hektar globale Landwirtschaftsfläche für ihren Futtermittelimport. Diese Fläche ist doppelt so groß wie die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche Deutschlands.

Existenzgrundlage der Kleinbauern wird zerstört
Der massive Landverbrauch für die Fleischproduktion und auch den Biospritanbau in den Industriestaaten hat dazu geführt, dass immer mehr fruchtbares Ackerland an westliche Investoren verkauft wird. Allein zwischen 2006 und 2009 wurden rund 50 Millionen Hektar Land in Afrika, Asien und Südamerika an ausländische Großinvestoren verkauft oder auf Jahrzehnte verpachtet. Schätzungen gehen davon aus, dass derzeit zwischen zehn und 30 Prozent des global verfügbaren Ackerlandes von Großinvestoren verwaltet werden. Doch diese Investoren sind nur an Gewinnen interessiert. Die Bedürfnisse lokaler Kleinbauern, Landarbeiter und Nomaden spielen bei dieser Entwicklung keine Rolle: Ihre Existenzgrundlage wird zerstört.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern eine Beendigung dieses massiven Verkaufs von Landflächen und setzen sich für eine gerechte Verteilung der Landflächen an die Kleinbauern der Region ein. Die Außenhandelspolitik Deutschlands muss endlich so weiterentwickelt werden, dass die Armut der ländlichen Bevölkerung nicht weiter zunimmt und die bäuerliche Landwirtschaft in den Ländern des globalen Südens eine faire Chance auf Entwicklung erhält.

Demonstration „Wir haben es satt!“ am 21. Januar 2012 in Berlin
NaturFreunde-Treffpunkt: 11:15 Uhr, Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof

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Entwicklungszusammenarbeit mit Nicaragua muss fortgesetzt werden

Es ist ein Skandal, dass Bundesminister Dirk Niebel (FDP) das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung immer stärker als neoliberales Kampfinstrument gegen vermeintlich links orientierte Regierungen in Süd- und Mittelamerika missbraucht.  Die NaturFreunde Deutschlands fordern eine sofortige Rücknahme der Streichung der Entwicklungshilfe für Nicaragua.

Mit großer Mehrheit hat sich die Bevölkerung von Nicaragua dafür entschieden, Präsident José Daniel Ortega und seine sandinistische Regierung zu bestätigen und dem Weg der sozialen Stabilisierung eine Chance zu geben. Die jetzige Ankündigung von Herrn Niebel, die Entwicklungszusammenarbeit mit Nicaragua einzustellen, ist eine demokratisch nicht zu akzeptierende Bestrafung der Wählerinnen und Wähler in Nicaragua.

Schließlich finden in vielen Ländern der Welt umstritten Wahlen statt: etwa die Wahl von Joseph Kabila im November 2011 in der Demokratischen Republik Kongo oder die von Mwai Kibaki in Kenia im Jahr 2007. Beide Wahlen wurden von politischen Morden begleitet. Und dennoch sind beide Länder weiterhin bevorzugte Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Wenn Minister Niebel jetzt argumentiert, dass die Gründe für das Einstellen der bilateralen Zusammenarbeit in der „undurchsichtigen Regierungsführung und demokratischen Defiziten in dem Land“ liegen, dann handelt es sich dabei nur um vorgeschobene Scheinargumente gegen eine ihm politisch unliebsame Regierung. Eine demokratische Entwicklungszusammenarbeit ist das aber nicht.

In Nicaragua arbeiten Hunderte von privaten und kirchlichen Organisationen in der Entwicklungszusammenarbeit, um eine soziale und ökologische Verbesserung für die Bevölkerung zu erreichen. Diesen Organisationen stößt Herr Niebel mit seiner jüngsten Entscheidung vor den Kopf.

Die NaturFreunde Deutschlands sehen mit Sympathie, wie sich die Menschen in Süd- und Mittelamerika in den letzten Jahren aus den Klauen der neoliberalen „Chicago-Boys“ gelöst haben und eine eigene wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung für ihre Region suchen.

Die NaturFreunde unterstützen die Sozialbewegungen und die globalisierungskritischen Bewegungen in diesen Ländern bei dem Versuch, durch eine regionale wirtschaftliche Zusammenarbeit die natürlichen Reichtümer und Rohstoffe der Region für eine soziale Entwicklung Süd- und Mittelamerikas zu nutzen.

Die NaturFreunde unterstützen auch den Versuch, eine eigene Wirtschaftszone in Süd- und Mittelamerika aufzubauen und mit einer eigenständigen Entwicklungsbank die Interessen der Region zu fördern. Das sind wichtige Schritte, sich von den Diktaten der großen Industriestaaten des Nordens unabhängiger zu machen.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern den Entwicklungsminister auch auf, endlich eine solidarische Entwicklungspolitik einzuleiten und seine parteipolitisch motivierten Fehlentscheidungen zu revidieren.

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NaturFreunde begrüßen zunehmenden Widerstand gegen Atomenergie in Polen

Die polnische Regierung wird ihr Ziel, Polen zu einem Atomstaat zu machen, nicht erreichen können. Das zeigt der zunehmende Widerstand betroffener Bürger, Bürgermeister, Gemeinderäte und Regionalvertretungen in Polen. Die unverantwortliche Atompolitik der polnischen Regierungen führt zu einer Entfremdung von der Bevölkerung.

Innerhalb weniger Tage hatten mehr als 800 Menschen in der Gemeinde Mielno für die Durchführung einer Volksabstimmung am 12. Februar 2012 über den Bau eines Atomkraftwerks unterschrieben. Mielno ist einer der Standorte für eine geplante Atomanlage mit 6.000 Megawatt.

Ein weiterer Hinweis auf das Stimmungsbild in Polen ist die einstimmige Ablehnung der AKW-Pläne für Mielno durch die Stadtverordnetenversammlung im 20 Kilometer entfernten Seebad Kolobrzeg. Die Stadtverordneten fürchten, dass ein Atomreaktor „im Herzen einer Touristenregion die Erholungssuchenden abschrecken“ werde. Bürgermeister Janusz Gromek hat auch völlig recht, wenn er gegenüber der Zeitung „Rzeczpospolita“ darauf hinweist, dass die Nachbarschaft zu einem AKW für eine Tourismusregion „ein Todesstoß“ sei.

Die NaturFreunde Deutschlands haben eine 70-seitige Stellungnahme zum polnischen Atomprogramm vorgelegt (als PDF unter: www.bitly.com/NFD-pol-AKW), in der grundsätzliche Einwände detailliert aufgeführt werden. Gemeinsam mit vielen weiteren Akteuren der Anti-Atom-Bewegung werden die NaturFreunde die zunehmenden Proteste gegen die polnische Atompolitik weiter unterstützen.

Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen zudem die Pläne, im Sommer dieses Jahres wieder ein deutsch-polnisches Anti-Atom-Camp durchzuführen, um gemeinsame Perspektiven des Widerstandes ausloten zu können. Die NaturFreunde werden in den nächsten Wochen auch ein deutsch-polnisches Flugblatt herausgeben, mit dem sie in beiden Sprachen Argumente gegen das polnische Atomenergieprogramm aufzeigen wollen.

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Transparenz schaffen – nicht nur im Schloss Bellevue

Zu mehr Transparenz bekannte sich der noch amtierende Bundespräsident in seinen jüngsten Erklärungen im Schloss Bellevue und bei seinem Interview mit ARD und ZDF. Seit Wochen hören wir von Herrn Christian Wulff, dass nun alles offen gelegt werden soll. Zwar soll hier nicht nochmals der Widerspruch zwischen Ankündigung und Wirklichkeit beklagt werden. Aber wir wollen einen praktischen Vorschlag machen, der für alle – gleich ob aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft oder Journalismus – gelten soll:

Die generelle Sponsorenkennzeichnung auf der Kleidung und eine Bestrafung bei Unterlassung der Angabe in doppelter Höhe der geleisteten Hilfe.

Kleine Aufnäher am Hemd
Beim Bundespräsidenten zum Beispiel kämen dann kleine Aufnäher an sein Hemd: Finanziell unterstützt von Carsten Maschmeyer oder von Egon Geerkens. Bei Wulffs Ehefrau werden die Modefirmen genannt, die Kleider oder Kostüme zur Verfügung stellen.

Natürlich müssten auch Medienvertreter anzeigen, wenn sie für ihr Fahrzeug einen kräftigen Journalistenrabatt bekommen oder für ihr Flugticket weniger zahlen. Und auch Bundestagsabgeordnete, wenn sie zum Beispiel Gesundheitsfirmen, der Energiewirtschaft oder großen Automobilkonzernen hilfreich sind. Ganz so wie Spieler und Trainer der Fußballbundesliga, die bei der Ausübung ihrer Tätigkeit als wandelnde Werbeträger herumlaufen. Auch Banken- und Wirtschaftsvertreter müssten generell öffentlich machen, in welchen Aufsichtsräten sie sind.

Nach Berufsstand differenzierende Leibchen
Am besten wären natürlich nach Berufsstand differenzierende Leibchen, sodass jeder gleich an Farbe oder Form erkennen kann, um was es eigentlich geht. Das wäre dann auch ein guter Schutz für die, die sich sauber verhalten. Sie hätten eine weiße Weste und würden nicht unberechtigterweise in einen Topf mit denen geworfen werden, die Lobbyisten sind. Dann hieße es auch nicht mehr: die Politiker, sondern es würden konkrete Namen genannt.

Wer die Öffentlichkeit täuscht, würde natürlich entsprechend bestraft. Er müsste das Doppelte der Hilfeleistung an das Finanzamt zahlen. Wenn also die Eigenmechanismen des Anstands und der Würde offensichtlich nicht funktionieren, dann sollte das Sponsoring allgemein, klar und transparent geregelt werden.

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Die Helme ist Flusslandschaft des Jahres 2012/13

Die Helme ist jetzt Flusslandschaft des Jahres 2012/13. Das Bundesumweltministerium hat die rund 74 Kilometer lange Helme, die durch die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen fließt, in den Verteiler der offiziellen Jahresverkündigungen umweltpolitisch relevanter Aktionen aufgenommen. Die feierliche Proklamation wird am 29. März 2012 in Kelbra (Kyffhäuser) stattfinden.

Mehr Information und druckfähige Fotos: www.flusslandschaft.naturfreunde.de

Die Helme entspringt bei Stöckey im thüringischen Landkreis Eichsfeld, fließt zwischen Südrand des Harzes und Kyffhäuser unter anderem durch die Goldene Aue, um schließlich bei Kalbsrieth in die Unstrut zu münden. Dabei wird ein Einzugsgebiet von etwa 1.316 Quadratkilometern über Unstrut, Saale und Elbe in die Nordsee entwässert. Aufgrund des geringen Gefälles bildet die Helme zahlreiche Mäander.

Die Flusslandschaft des Jahres ist eine gemeinsame Initiative von NaturFreunden Deutschlands (NFD) und Deutschem Anglerverband (DAV). NaturFreunde und Angler wollen mit der Ausrufung von ausgewählten Flusslandschaften auf die Bedeutung der Fließgewässer für die Biodiversität und eine nachhaltige Entwicklung hinweisen. Gemeinsam setzen sie sich für eine verbesserte Gewässerökologie und eine behutsame regionale Tourismusentwicklung in den Flusslandschaften ein.

In einer gemeinsamen Vereinbarung haben NaturFreunde und Angler erklärt: „In Anbetracht der Tatsache, dass die Gewässer die Quelle allen Lebens sind, zugleich aber einer immer stärkeren Nutzung und Belastung unterliegen, rufen beide Verbände die für den Schutz und die Pflege der Gewässer Verantwortlichen sowie die unterschiedlichen Nutzergruppen auf, in Zukunft ihre Aktivitäten zu koordinieren und sich gemeinsam für die Erhaltung einer gesunden aquatischen Umwelt einzusetzen.“

Seit dem Jahr 2000 wählen NaturFreunde und Angler alle zwei Jahre eine neue Flusslandschaft. Bisher gewürdigt wurden die: Gottleuba (Sachsen), Ilz (Bayern), Havel (Brandenburg), Schwarza (Thüringen), Nette (Rheinland-Pfalz) und für die Jahre 2010/11: die Emscher (NRW).

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Führt die Asse zu einer der größten Umweltkatastrophen Deutschlands? – NaturFreunde fordern: Atommüll schnellstmöglich zurückholen und zwischenlagern

In den kommenden Jahren droht eine der größten Umweltkatastrophen in der Geschichte Deutschlands. Das ehemaligen Salzbergwerk Asse droht zu einem „schleichenden“ Seveso zu werden, da sich ein „hochgiftiger Brei aus Atommüll, verrotteten Fassresten und Salzlauge auf dem Wege in die Biosphäre gemacht hat. Wir fordern, dass der Atommüll schnellstmöglichst aus der Asse zurückgeholt und oberirdisch zwischengelagert wird und die AKW-Betreiber die Kosten übernehmen.

In den 126.000 Fässern der Schachtanlage Asse lagern mehr als 28 Kilogramm Plutonium, 102 Tonnen radioaktives Uran, 87 Tonnen strahlendes Thorium und 500 Kilogramm des hochgiftigen Arsen. Die für die Schachtanlage Asse Verantwortlichen wissen spätestens seit dem Jahr 1988, dass ein permanenter Laugenzufluss aus dem Neben- und Deckgebirge in die Asse stattfindet, der die eingelagerten Giftstoffe zu einem hochgiftigen Brei auflöst.

Seit 1988 dringen jeden Tag rund 12.000 Liter Grundwasser ein, die sich irgendwann ihren Weg an die Oberfläche suchen werden. Die drohende Vergiftung des Grundwassers stellt ein “schleichendes Seveso” für die gesamte Region dar. Die Gefahr, dass sich dieser hochgiftige Giftcocktail immer mehr mit dem Grundwasser vermischt, nimmt von Tag zu Tag zu. Die drohende Kontaminierung gefährdet riesige Grundwasservorkommen zwischen Weser und Elbe.

Die Atomwirtschaft hat mit der Asse eine „strahlende Zeitbombe“ geschaffen, die bereits laut tickt. Dass der Atommüll für die nächsten Hunderttausenden Jahren in der Asse „sicher endgelagert werden“ kann, ist von Anfang an eine Propagandalüge der Profiteure der Atomenergie gewesen.

Die Asse bietet keinen Schutz vor dem Austritt von Radioaktivität. Deshalb muss der Atommüll schnellstmöglich aus dem Berg geholt werden und in einem möglichst sicheren Zwischenlager verwahrt werden, bis sich ein gesellschaftlicher Konsens für eine möglichst sichere Lagerung der riesigen Atommüllberge des vergehenden Atomzeitalters gefunden hat.

Die NaturFreunde Deutschlands erwarten von den Verantwortlichen, dass sie

  • schnellstmöglich mit der Bergung des Atommülls aus der Asse beginnen;
  • sofort in die Planung für ein oberirdisches Zwischenlager einsteigen und die Pläne der Öffentlichkeit vorstellen;
  • sich einer öffentlichen Aufarbeitung des Asse-Desasters stellen.
  • Zudem müssen die AKW-Betreiber verpflichtet werden, aus den riesigen Gewinnen der Atomstromproduktion einen Fonds zur Finanzierung der Rückholung und möglichst sicheren Zwischenlagerung für die nächsten Jahre zu bilden. Denn auch hier gilt: Die Profiteure müssen zur Kasse gebeten werden und nicht der Steuerzahler.

Im Jahr 2009 hat das Bundesamt für Strahlenschutz mit seiner Entscheidung, die Bergung des Atommülls aus der Schachtanlage Asse vorzunehmen, die einzig richtige Entscheidung getroffen Die Asse darf nicht verschlossen werden, sondern der Atommüll muss aus dem Bergwerk raus – und zwar schnellstmöglichst!

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Polnisches Kernenergieprogramm: Umweltprüfung verstößt gegen EU-Recht – NaturFreunde Deutschlands kritisieren strategische Umweltprüfung (SUP) und verlangen Neuauflage

Am morgigen Mittwoch läuft die Einwendungsfrist gegen das Polnische Kernenergieprogramm (Program Polskiej Energetyki Jądrowej) ab, zu dem nach EU-Recht auch eine strategische Umweltprüfung (SUP) durchgeführt werden muss. Die NaturFreunde Deutschlands haben im Rahmen des SUP-Verfahrens eine rund 70-seitige Einwendung vorgelegt, das als PDF zum Download bereitsteht unter: www.bitly.com/NFD-pol-AKW.

Energia atomowa – nie, dziękuję! Die NaturFreunde Deutschlands lehnen den geplanten Neubau von Atomkraftwerken in Polen sowie das Polnische Kernenergieprogramm ab. Zudem erwägen die NaturFreunde Deutschlands juristische Schritte gegen das in Polen praktizierte SUP-Verfahren.

Dass die stellvertretende polnische Wirtschaftsministerin Hanna Trojanowska bereits vor dem Ende der Einwendungsfrist am 4. Januar erklärt hatte, sich von den mehr als 20.000 Einwendungen aus Deutschland, ‚nicht beirren‘ zu lassen, weil der Lissabon-Vertrag ‚jedem Land einen eigenen Energie-Mix zubillige‘, darf nicht einfach hingenommen werden. Schließlich legt bestehendes EU-Recht ausdrücklich fest, dass im Rahmen einer strategischen Umweltprüfung alle Einwendungen geprüft werden müssen und gegebenenfalls für das Ergebnis des Verfahrens Berücksichtigung finden sollen.

Die von der polnischen Regierung vorgelegten Dokumente beruhen nur auf einer Prämisse: „Von der Atomenergie geht keine Gefahr aus“. Derartige Dokumente werden aber nicht den Anforderungen an die nach EU-Recht vorgeschriebenen SUP-Verfahren gerecht.

Die NaturFreunde Deutschlands gehen deshalb davon aus, dass das gesamte polnische SUP-Verfahren auf Grundlage von nachprüfbaren, wissenschaftlichen Gutachten neu aufgerollt werden muss. Wir schlagen in diesem Zusammenhang vor, dass die polnische Regierung ihre Umweltverträglichkeitsstudie selbst zurückzieht.

Für den Bau von AKW in Polen gibt es weder energie- noch umwelt- oder sicherheitspolitisch verantwortbare Gründe. Ganz sicher aber ist die Gesundheit der Menschen in Polen sowie in den Nachbarländern von den geplanten AKW bedroht.

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Die Dominanz des Finanzkapitalismus muss gebrochen werden

Die NaturFreunde Deutschlands fordern von den öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten erneut, dass die Börsen-Berichterstattung erheblich zurückgefahren und dabei kritischer aufgearbeitet wird. Wir fragen uns, ob es Naivität, Ideologie oder der Konkurrenzdruck ist, dass den flotten Geldhändlern immer noch unverhältnismäßig viel Zeit zur Selbstdarstellung eingeräumt wird.

Nach wie vor ist es ein offensichtlicher Widerspruch, dass einerseits die Bedeutung der Börse als Finanzierungsinstrument großer Unternehmen längst an Bedeutung verloren hat, ihr andererseits aber immer mehr Raum in nahezu allen Nachrichtensendungen gegeben wird. Damit unterstützen auch die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ein Milieu, das vor allem eine neoliberale und finanzkapitalistische Ideologie verbreitet.

Eine gute Wirtschaftsberichterstattung benötigt immer eine kritische Aufarbeitung. Es darf nicht sein, dass immer wieder Banker, Großanleger und Analysten gefragt würden, was die Politik zu tun hat, um die „ominösen Märkte“ zu beruhigen.

Wir müssen uns immer wieder vor Augen halten, dass hinter diesen Märkten knallharte finanzkapitalistische Interessen stehen, die in den letzten Jahren die Welt mit ihren virtuellen Geldschöpfungsmodellen in die tiefste Krise seit 1929 geführt haben. Das kann einfach nicht vereinbar sein mit dem Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten. Deshalb fordern wir NaturFreunde ein Ende der Hofberichterstattung und stattdessen die Rückkehr zu einer offenen und kritischen Analyse.

Dieses Einheitsdenken ist nun schon viel zu lange hingenommen worden und hat bereits die Öffentlichkeit okkupiert. Deshalb fordern wir die Aufsichtsgremien der öffentlich-rechtlichen Medien auf, die Dominanz des finanzkapitalistischen Denkens in den öffentlich-rechtlichen Medien endlich zu beenden.

Schließlich hieß es schon 1944 bei der Gründung der Weltwirtschaftsordnung von Bretton Woods: Geld muss dienen, es darf nicht herrschen. Dieser Grundsatz muss natürlich auch heute noch gelten.

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