25 Jahre Brundtland-Bericht: Nachhaltigkeit jetzt ins Grundgesetz

Am 27. April 1987 wurde der sogenannte Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung veröffentlicht, der unter anderem das Leitbild der „Nachhaltigen Entwicklung“ prägte. Die im Bericht enthaltenen Empfehlungen sollten eine Antwort auf die großen Herausforderungen der ökologischen Grenzen des Wachstums geben, ohne die Entwicklungschancen der Länder des Südens zu gefährden.

25 Jahre später ist es allerhöchste Zeit, die Idee der Nachhaltigen Entwicklung ins Grundgesetz zu schreiben.

Auch wenn sich nur zwei Jahre nach der damaligen Veröffentlichung die Rahmenbedingungen radikal geändert hatten, unter denen der Bericht geschrieben worden war und es zur Implosion der zwischen Ost und West geteilten Welt kam. Durch die Globalisierung und die Herausforderungen einer „verschmutzten, ungleichen, störanfälligen und überbevölkerten Welt“ hat die Idee der Nachhaltigkeit mittlerweile eine noch viel größere Bedeutung erhalten. Sie wurde zur Leitlinie für die Entwicklung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Nachhaltige Entwicklung ist weitgehend Papier geblieben
„Allerdings ist diese Idee bisher weitgehend Papier geblieben, beliebig interpretiert und willkürlich missbraucht“, hat der umweltpolitische Sprecher der NaturFreunde Eckart Kuhlwein bilanziert.

Nachhaltigkeit fordert einen radikalen Umbau unseres Wirtschaftssystems
Heute findet eine globale Auseinandersetzung zwischen dem Konzept des quantitativen Wachstums um jeden Preis und des Umbaus in eine nachhaltige Entwicklung statt. Nachhaltigkeit ist dabei auf keinen Fall vereinbar mit der heute vorherrschenden Ökonomie der Kurzfristigkeit. Nachhaltigkeit ist auch eine Systemfrage. Es geht hier nicht um ein Sowohl-als-auch. Das Konzept der Nachhaltigkeit fordert ein Entweder-oder und damit einen radikalen Umbau unseres heutigen Wirtschaftssystems mit seinem kurzfristigen Gewinnstreben.

Bundesregierung muss die Nachhaltige Entwicklung zur Chefsache machen
Der Vorstand der NaturFreunde Deutschlands hat die Bundesregierung aufgefordert, sich nicht länger auf das Publizieren von periodischen Berichten zur Nachhaltigkeit in Deutschland zu beschränken, in denen auch noch krampfhaft versucht wird, vieles als nachhaltig zu beschreiben, was weit davon entfernt ist.

Die Bundesregierung muss stattdessen die nachhaltige Entwicklung zur Chefsache machen und als ersten Schritt einen runden Tisch zur Nachhaltigkeit einberufen.

25 Jahre nach dem Brundtland-Bericht ist es allerhöchste Zeit, die Idee der Nachhaltigen Entwicklung ins Grundgesetz zu schreiben, damit sie endlich verbindlich wird.

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