Bundesregierung im Waffenexportrausch

Die Bundesregierung befindet sich ein einem regelrechten Waffenexportrausch. Saudi-Arabien, Katar, Ägypten – kaum ein Land, in dem es Menschenrechtsverletzungen gibt, scheint für die Bundesregierung bei der Lieferung von Panzern und schweren Waffen mehr ein Tabu zu sein. Begründet werden die Lieferungen an die autoritären Regimes immer mit der angeblichen Sicherheitslage und mit geostrategischen Interessen Deutschlands in den jeweiligen Regionen.

Anlass der Kritik ist die Bestätigung einer Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion zur Genehmigung der Lieferung von 164 Panzern der Firma Rheinmetall an Indonesien. Geliefert werden sollen 104 Kampfpanzer vom Typ Leopard 2, vier Bergepanzer und je drei Brückenlege- und Pionierpanzer. Genehmigt wurde auch die Lieferung von 50 modernisierten Schützenpanzern vom Typ Marder 1A2.

Die Bundesregierung nimmt dabei bewusst in Kauf, dass diese Panzer auch gegen ethnische Minderheiten in Indonesien eingesetzt werden. Menschenrechtsgruppen werfen der indonesischen Regierung seit Jahrzehnten vor, schwere Menschenrechtsverletzungen zu begehen und hierfür auch das indonesische Militär einzusetzen. Die Bundesregierung ignoriert diese Menschenrechtsverletzungen bewusst, obwohl nach intensiven Protesten von Menschenrechtsorganisationen in den Niederlanden im letzten Jahr der Verkauf von gebrauchten Leopard-2-Panzern an Indonesien durch das niederländische Parlament gestoppt wurde.

Hintergrund der Genehmigungen scheint das schleppende Geschäft der Waffenschmiede Rheinmetall zu sein. Der Konzern weist für das erste Quartal 2013 einen Verlust in Höhe von 19 Millionen Euro aus. Insgesamt ging der Konzernumsatz um etwa 13 Prozent auf 962 Millionen Euro zurück. Durch den Milliardenauftrag aus Indonesien sollen scheinbar die Bilanzen des Rüstungskonzerns aufgebessert werden. Menschenrechte bleiben bei diesem Waffendeal wieder einmal auf der Strecke.

NaturFreunde unterstützen Protest bei Hauptversammlung von Rheinmetall in Berlin
Die NaturFreunde rufen zur Protestaktion anlässlich der am 14.Mai 2013 im Berliner Maritim-Hotel stattfindenden Hauptversammlung der Aktionäre von Rheinmetall auf. Unter dem Motto „Rheinmetall entrüsten!“ fordern sie alle Aktionäre auf, ihre Rheinmetall-Aktien abzugeben. An diesen Aktien klebt Blut. Mit einem menschenrechtskonformen und verantwortungsbewussten Umgang mit Investitionen sind Rheinmetall-Aktien nicht zu vereinbaren. Die Protestveranstaltung beginnt am 14. Mai 2013 um 9 Uhr vor dem Maritim-Hotel, Stauffenbergstr. 26, 10785 Berlin.

NaturFreunde aktiv im Bündnis „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“
Die NaturFreunde engagieren sich im Bündnis „Aktion Aufschrei“, das sich für ein Verbot von Rüstungsexporten und dessen Verankerung im Grundgesetz einsetzt. Die knapp 20 Trägerorganisationen kommen zumeist aus der Friedensbewegung sowie kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen. Mehr Informationen unter: www.aufschrei-waffenhandel.de.

NPD-Verbot: NaturFreunde sind entsetzt über grüne „Herumeierei“

Die rechtsextreme Terrorbande NSU hat eine Mordspur durch Deutschland gezoge. Die Bande hatte offenkundig enge Kontakte und auch Unterstützung bei der NPD. Die braune Spur der rechten Scharfmacher schadet unserem Land. Und doch zögern die Regierungsfraktionen mit einem Verbotsantrag. Wo leben wir denn?

Unsere ausländische Mitbürger fragen, wie jetzt auf die Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds nicht nur juristisch, sondern auch politisch reagiert wird.

Die Grünen werden sich überwiegend enthalten mit dem Argument, der braune Geist können nicht durch ein Parteienverbot bekämpft werden. Eine umwerfende Erkenntnis, die erstens nicht neu und zweitens keine Antwort ist.

Natürlich sitzt der braune Geist tief, die NaturFreunde können da viele Informationen aus ihrer praktischen Arbeit beitragen. Dennoch geht es auch um politische Lautsprecher, um organisatorische Infrastruktur und ein klares Zeichen des Rechtsstaates.

Derzeit gibt es ein erschreckendes Versagen der Parteien. Ohne gleich böse Motive zu unterstellen, ist es zumindest Dummheit – eine erschreckende Dummheit der Regierungsparteien, aber auch der Grünen.

NaturFreunde fordern Verbot von Rüstungsexporten

Der geplante Rüstungsdeal der Münchner Waffenschmiede Krauss-Maffei Wegmann (KMW) mit dem Emirat Katar ist nicht akzeptabel. Die NaturFreunde fordern die Bundesregierung auf, diesen Waffendeal zu verhindern, und endlich die Forderung nach der Festschreibung eines Verbots von Waffenexporten im Grundgesetz zu unterstützen.

Wie Krauss-Maffei Wegmann mitteilte, hat der Waffenproduzent mit Katar einen Vertrag über die Lieferung von 62 Kampfpanzern Leopard 2 und 24 Panzerhaubitzen 2000 abgeschlossen. Der Riesenauftrag über nahezu 1,9 Milliarden Euro verstößt gegen menschenrechtliche und friedenspolitische Grundsätze.

Wieder einmal sollen für die Interessen der Rüstungslobby Waffen mitten in ein Spannungsgebiet geliefert werden. Das Emirat Katar ist de facto Kriegspartei im Bürgerkrieg in Syrien, da es Waffen an die Aufständischen liefert. Gleichzeitig ist es undemokratisch und begeht Menschenrechtsverletzungen.

Menschenrechte in Katar werden massiv verletzt
In Katar werden die Frauenrechte missachtet und Frauen diskriminiert. Das Land, das seinen Reichtum auf hunderttausende ausländische Arbeitsmigranten aufbaut, beutet diese aus und beschäftigt sie unter Bedingungen, die den internationalen Arbeitsnormen nicht entsprechen. Die Gerichte verhängen barbarische Strafen: Der Konsum von Alkohol oder „unerlaubte sexuelle Beziehungen“ werden mit bis zu 100 Peitschenhieben bestraft. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist in Katar erheblich eingeschränkt: Wer Kritik an der Armee, dem Emir oder der Religion äußert, wird mit hohen Haftstrafen bedroht. Auf den Übertritt vom Islam zu einer anderen Religion steht in dem völlig veralteten Rechtssystem die Todesstrafe.

Der UN-Menschenrechtsrat forderte Katar auf, die Lage der Menschenrechte deutlich zu verbessern und seine Verpflichtungen zur Umsetzung der Menschenrechte zu erfüllen. Nichts davon wurde umgesetzt. Dies scheint die Bundesregierung jedoch nicht zu interessieren und als Belohnung für diese menschenrechtspolitisch fatale Entwicklung in Katar wird das Regime mit hochmodernen Waffen überhäuft.

Mit dem Leopard 2 wird Katar einer der modernsten Kampfpanzer der Welt geliefert. Auch die Panzerhaubitze 2000 ist eines der modernsten Artilleriesysteme auf dem Rüstungsmarkt. Die Haubitze kann bis zu 40 Kilometer weit schießen und trifft auf diese Entfernung bis auf 30 Meter genau ihr Ziel.

Die NaturFreunde kritisieren, dass mit diesem neuen Rüstungsdeal die Bundesregierung ihre Rüstungsexportpolitik weiter forciert und Waffen in Spannungsregionen liefert. Für die Interessen der Rüstungsfirmen wird die zahlungskräftige Golfregion immer weiter hochgerüstet.

NaturFreunde aktiv im Bündnis „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“
Die NaturFreunde engagieren sich im Bündnis „Aktion Aufschrei“, das sich für ein Verbot von Rüstungsexporten und dessen Verankerung im Grundgesetz einsetzt. Die knapp 20 Trägerorganisationen kommen zumeist aus der Friedensbewegung sowie kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen. Mehr Informationen unter: www.aufschrei-waffenhandel.de.

NaturFreunde fordern Erhöhung des Entwicklungshaushaltes um mindestens zwei Milliarden Euro

Als die internationale Staatengemeinschaft im Jahr 2000 mit der Millenniumserklärung das Ziel formulierte, die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, bis 2015 zu halbieren, wurde diese Zusage als großer Erfolg gefeiert. 13 Jahre danach weist der Entwicklungspolitische Bericht der Bundesregierung darauf hin, dass „immer noch mehr als eine Milliarde Menschen mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag auskommen“ müssen. Der heute vom Bundeskabinett verabschiedete 14. Entwicklungspolitische Bericht der Bundesregierung gesteht damit auch das Scheitern des bisherigen entwicklungspolitischen Ansatzes der Bundesregierung ein.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, ihren bisherigen entwicklungspolitischen Ansatz zu verändern und die zunehmende Förderung von Außenhandelsinteressen mit Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit sofort zu beenden.

Nur 0,39 Prozent des Bruttonationalproduktes fließen in die Entwicklungszusammenarbeit
Deutschland ist nicht „Marktführer der Entwicklung in der Welt“, wie es Entwicklungsminister Dirk Niebel gerne darstellen möchte. Stattdessen verfehlte Deutschland die ODA-Quote (Anteil der Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen) im Zeitraum von 2009 bis 2011 deutlich. Nur 0,39 Prozent des Bruttonationalproduktes werden für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung gestellt. Um die ODA-Quote nach den zugesagten Zielwerten einzuhalten, müssten die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit mehr als zwei Milliarden höher liegen.

Die NaturFreunde erwarten von der nächsten Bundesregierung, das sich dieser nicht akzeptable Zustand schnellstens ändert und der Entwicklungshaushalt deutlich aufgestockt wird. Zudem fordern die NaturFreunde, dass wieder die realen Interessen der Partnerländer ins Zentrum der Entwicklungspolitik zurückkehren, nachdem die Entwicklungszusammenarbeit im Interesse von privatwirtschaftlichen und marktwirtschaftlichen Interessen umgestaltet wurde.

Entwicklungspolitik darf keine Außenwirtschaftsförderung sein
Die immer stärkere Fokussierung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit auf die Interessen der deutschen Wirtschaft wird im Entwicklungspolitischen Bericht zum Beispiel deutlich durch die stärkere Förderung von Public-Private-Partnership-Projekten. Wenn der Entwicklungsminister hier von einer „Win-win-Situation für die Welt, die Wirtschaft und den deutschen Steuerzahler“ spricht, ist das zynisch.

Denn die vorgenommene finanzielle Aufstockung für das „Programm für Entwicklungspartnerschaftsprojekte – develoPPP.de“ unterstützt einseitig die Interessen der deutschen Wirtschaft. Die NaturFreunde fordern auch deshalb eine klare Trennung von Entwicklungsfinanzierung und Außenwirtschaftsförderung.

Aufbau öffentlicher Strukturen muss Ziel der Entwicklungszusammenarbeit werden
Nur durch die Förderung von funktionierenden öffentlichen Strukturen in den Partnerländern, welche Grundvoraussetzung für eine existenzsichernde Daseinsvorsorge für alle Menschen sind, kann Armut in den Partnerländern bekämpft werden. Die Förderung und der Aufbau solcher öffentlichen Strukturen der Daseinsvorsorge müssen deshalb zentrales Ziel der Entwicklungszusammenarbeit werden. Die vom Entwicklungsministerium derzeit geförderten PPP-Modelle sind keine sinnvolle Weiterentwicklung der Entwicklungszusammenarbeit mit den Ländern des globalen Südens.

Enge Zusammenarbeit zwischen Sicherheits- und Entwicklungspolitik ist falsch
Auch die immer stärkere Ausrichtung der entwicklungspolitischen Arbeit auf eine „enge Zusammenarbeit zwischen Sicherheits- und Entwicklungspolitik“ ist falsch. Als positives Beispiel wird im Bericht Afghanistan genannt. Gerade Afghanistan zeigt jedoch ein Scheitern der zivil-militärischen Zusammenarbeit deutlich auf. Viele Entwicklungsorganisationen fordern deshalb die Beendigung dieser Strategie, die zivile Organisationen zu Kombattanten macht.

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Die deutsche Tourismuspolitik muss sozialökologischer werden

Die Bundesregierung muss ihre Tourismuspolitik dringend verändern: Statt der wirtschaftlichen Interessen der internationalen Tourismuskonzerne müssen endlich die Bedürfnisse der vom Tourismus betroffenen Menschen in den jeweiligen Zieldestinationen in den Mittelpunkt gestellt werden. Diese benötigen bedarfssichernde Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen sowie den dauerhaften und verlässlichen Schutz ihrer natürlichen Ressourcen.

Seit mehr als 100 Jahren führen die NaturFreunde Menschen in die Natur, damit sie sich dort erholen können. Doch der vorherrschende, stark ökonomisch dominierte Massentourismus gefährdet mittlerweile massiv die sozialökologischen Grundlagen des Tourismus.

Verschärfter Wettbewerb führt zu sozialen und ökologischen Problemen
Besonders kritisch sehen die NaturFreunde, dass durch den verschärften Wettbewerb und die Zunahme der „last-minute-Angebote“ touristische Leistungen oft weit unter dem Gestehungspreis angeboten werden. Der zunehmende Kostendruck führt besonders in den Zieldestinationen zur weiteren Missachtung von Umweltschutzvorschriften und verhindert die Durchsetzung von sozialverträglichen Arbeitsbedingungen und existenzsichernden Löhnen.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern eine grundsätzliche Umorientierung hin zu einem nachhaltigen Tourismus. Sie setzen sich für die Festlegung von internationalen Mindeststandards bei der Sicherung der Arbeitsbedingungen der im Tourismus Beschäftigten sowie den Schutz der Umwelt in den Tourismusdestinationen ein.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern von der Bundesregierung,

  • die Mittel im Bundeshaushalt für die Entwicklung und Finanzierung von Projekten im Sektor des sozialen und ökologischen Tourismus deutlich aufzustocken;
  • alle öffentlichen Förderungen für Tourismusunternehmen und -verbände an die Einhaltung von sozialen und ökologischen Mindeststandards und die Einhaltung von Tarifverträgen zu koppeln;
  • sich für die Schaffung von effektiven Kontrollmechanismen zur Einhaltung von Menschenrechten im Tourismussektor einzusetzen;
  • sich dafür einzusetzen, dass alle internationalen Abkommen zur Förderung des Tourismus und zur Förderung von Investitionen internationaler Tourismusunternehmen so weiterentwickelt werden, dass die Umwelt geschützt, Menschenrechte gesichert und die Rechte der vom Tourismus Betroffenen gewahrt werden.Die bedeutet vor allem:
    • international verbindliche Standards durchzusetzen, damit in wasser- und landarmen Tourismusgebieten der Bau von Golfplätzen und großen Hotelanlagen den Zugang der Bevölkerung zu Wasser und Land nicht verhindert;
    • internationale Regeln für Kreuzfahrtschiffe weiterzuentwickeln, damit die zunehmende Verschmutzung der Meere durch den Kreuzfahrttourismus eingedämmt wird;
    • international verbindliche Standards durchzusetzen, damit durch den zunehmenden Massentourismus in Ländern des globalen Südens die Rechte auf Nahrung, sauberes Trinkwasser und sanitäre Grundversorgung nicht eingeschränkt werden;
    • ein verbindliches internationales Abkommen durchzusetzen, das Tourismusunternehmen verpflichtet, die ILO-Kernarbeitsnormen, die UN-Leitlinien über Wirtschaft und Menschenrechte sowie die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen konsequent einzuhalten.

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Lebensmittelspekulation: Jetzt Deutsche-Bank-Konten kündigen

Immer mehr Bankkunden fragen sich: Was macht meine Bank eigentlich mit meinem Geld?“ Klar positioniert hat sich jetzt die Deutsche Bank, die weiterhin auf Lebensmittel-Preise wetten will. Damit spekuliert sie mit dem Hunger in der Welt. Die NaturFreunde Deutschlands lehnen dieses Geschäftsgebaren ab und rufen Kunden der Deutschen Bank auf, ihr Konto zu einer sozial und ökologisch verantwortungsbewussten Alternativbank zu verlegen. Ein Übersichtsteht auf: www.bankwechsel-jetzt.de

Weltweit hungern fast eine Milliarde Menschen. Doch viele Banken, Fonds und Versicherungen wetten auf die Entwicklung von Nahrungsmittelpreisen, nur um eigene Profite zu maximieren. Auch ihren Kunden bieten sie Wetten auf die Preisentwicklung von Nahrungsmitteln an, etwa bei Reis, Soja, Weizen oder Hirse. Dieses Geschäft mit dem Hunger ist pervers.

Zwar behauptete jetzt Jürgen Fitschen, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, dass „Untersuchungen kaum stichhaltige Belege für einen Zusammenhang dieser Geschäfte mit dem Hunger in der Welt erbracht“ hätten. Allerdings bilden diese sogenannten Gutachten und Untersuchungen, die häufig von den Profiteuren der Spekulation finanziert werden, keine seriöse Grundlage für eine Debatte.

Weil auch Jay Ralph, Vorstandsmitglied der Allianz-Versicherung, erklärte, die Allianz „sei zu dem Schluss gekommen, dass Investitionen an den Agrarterminbörsen der Landwirtschaft und der Ernährungslage weltweit nutzten und nicht zum Hunger beitrügen“, empfehlen die NaturFreunde Deutschlands auch Allianz-Kunden, zu ethischer agierenden Versicherern zu wechseln.

Denn beide Vorstände verschweigen, dass sie vorrangig an der Generierung von hohen Gewinnen interessiert sind. Da die selbst gesetzten hohen Renditenziele in den üblichen Geschäftsfeldern nicht mehr zu erreichen sind, erschließen diese Unternehmen nun neue Profitmöglichkeiten.

Die NaturFreunde Deutschlands werben dafür, das alle Kunden von Banken und Versicherungen sehr genau prüfen, wie diese Unternehmen ihr Geld verwenden. Die NaturFreunde Deutschlands wollen erreichen, das sich Banken, Versicherungen und Fonds auf Mindestbedingungen verpflichten, die Gewinne durch Spekulation mit Nahrungsmittel, Gewinne durch Landraub, Rüstungsproduktion und Atomkraft ausschließen.

NaturFreunde sind Gründungsmitglied im Bankwechselbündnis „Bankwechsel jetzt!“
Im sogenannten „Bankwechselbündnis“ haben sich Organisationen und Initiativen zusammengeschlossen, um die Idee des politisch motivierten Bankwechsels zu verbreiten. Die NaturFreunde Deutschlands sind einer der Gründungsmitglieder des Bündnisses.

Mehr Informationen auf www.bankwechsel-jetzt.de

Trinkwasser darf nicht zum Spekulationsobjekt werden

Die NaturFreunde Deutschlands warnen die EU-Kommission vor der Fortsetzung ihrer Privatisierungsideologie, bei der jetzt auch die Trinkwasserversorgung in Europa dem Zugriff von multinationalen Konzernen ausgeliefert werden soll.

Die EU-Kommission arbeitet an einer neuen Richtlinie, mit der der Zugang für Private zur Wasserversorgung in den Kommunen geregelt werden soll. Wenn aber Wasserlizenzen europaweit ausgeschrieben werden, können Konzerne mit Dumpingangeboten zum Zuge kommen.

So wird dann auch noch unser Trinkwasser zum Spekulationsobjekt!

Heute steht in Deutschland – nach einer „marktradikalen Phase“ – die Rekommunalisierung der kommunalen Daseinsvorsorge im Mittelpunkt. 82 Prozent der Deutschen wollen, dass Städte und Gemeinden ihre Trinkwasserversorgung selbst organisieren. Die meisten Privatisierungen der öffentlichen Dienstleistungen haben sich als teure Fehlschläge erwiesen.

Es ist zudem ein Horror, dass die Finanz-Troika von Griechenland und Portugal als Gegenleistung für Rettungsschirme den Verkauf ihrer Wasserversorger verlangt. Und jetzt will der konservative französische EU-Kommissar Michel Barnier diese Privatisierungsideologie auch noch auf ganz Europa ausrollen.

Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen das von den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes in Europa (EGÖD) angestoßene europäische Bürgerbegehren „Wasser ist Menschenrecht“, das die Privatisierungen des Trinkwassers in der Europäischen Union zu verhindern sucht.

Wer sich diesem Widerstand anschließen will, kann online auf www.right2water.eu unterschreiben.

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Europäische Volkspartei darf Zsolt Bayer nicht akzeptieren

Zsolt Bayer, einer der Gründungsmitglieder der ungarischen Regierungspartei Fidesz, hat in einer Hetzschrift unter anderem geschrieben: Die Roma „sollen nicht existieren, die Tiere. Das muss man lösen – mit allen Mitteln!“ Damit fordert ein Mitglied einer Mitgliedspartei der konservativen Europäischen Volkspartei faktisch die „Endlösung für Roma“.

Dass ein offen rassistisch und antiziganistisch auftretender Publizist Mitglied einer Partei sein kann, die auch Mitgliedspartei der Europäischen Volkspartei ist, kann nicht einfach toleriert werden. Die NaturFreunde Deutschlands erwarten von der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel, dass sie ihre Schwesterpartei Fidesz auffordert, den Rassisten und Antiziganisten Zsolt Bayer sofort aus der Partei auszuschließen.

Die NaturFreunde Deutschlands haben in einem Brief an Angela Merkel gefordert, dass sich die CDU-Vorsitzende für einen sofortigen Fidesz-Ausschluss von Zsolt Bayer einsetzt. Sollte sich Fidesz weigern, müsse sich die Europäische Volkspartei von Fidesz trennen, um ein klares Zeichen gegen die rassistische Stimmungsmache in Ungarn zu setzen.

Glaubwürdige Demokraten können keine Rassisten dulden
Des weiteren haben die NaturFreunde an Frau Merkel geschrieben: „Mitglieder der Roma-Gemeinschaften werden in fast allen Staaten der Europäischen Union diskriminiert. Es ist Aufgabe aller demokratischen Parteien und Organisationen, klar gegen den alltäglichen Antiziganismus Stellung zu beziehen. Mit der Roma-Strategie der Europäischen Union, die von der Bundesregierung mit gestaltet wurde, versuchen die europäischen Staaten mit einer gemeinsamen Strategie, die alltägliche Diskriminierung und Verfolgung von Mitgliedern der Roma-Gemeinschaften abzubauen. Rassisten dürfen in demokratischen Parteien nicht geduldet werden, wenn sie glaubwürdig gegen Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus arbeiten wollen.“

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2012: ein verlorenes Jahr nicht nur für den Umwelt- und Naturschutz

2012 war für den Natur- und Umweltschutz ein verlorenes Jahr. Eine Analyse von Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands, über das ökologische Versagen der Politik:

Das wichtigste Ereignis, der UN-Erdgipfel Rio plus 20, wurde zur Enttäuschung. Nichts war mehr zu spüren von dem gemeinsamen Willen von 1992, zu einer sozial-ökologischen Weltinnenpolitik zu kommen.

Aber auch national spiegelte sich der reale Bedeutungsverlust wieder im jähen Fall des Norbert Röttgen und dem blitzartigen Aufstieg, aber auch bereits eingesetzten Niedergang seines Nachfolgers Peter Altmaier. Zuerst platzte Röttgens Karriere, der den Leitungsbereich des Umweltministeriums mit seinen Gefolgsleuten aufblähte, aber in der Sache nichts auf die Kette brachte. Nie zuvor war der Widerspruch zwischen Ankündigungen und Taten so groß, wurde die Wiedervorlage beim Minister zur Beerdigung erster Klasse. Nach der verlorenen Landtagswahl in NRW musste Röttgen gehen, die Bundeskanzlerin traute ihm die Energiewende nicht zu.

Es folgte der schnelle Aufstieg des Peter Altmaier. Doch als Everybody‘s Darling geriet der zwischen alle Fronten, der klare Kompass für den Umbau fehlt. Nun muss er sich gegen wachsende Kritik wehren, die nicht zuletzt auch in den eigenen Reihen von Wirtschaftsminister Rösler geschürt wird.

Röttgen und Altmaier sind höchst unterschiedliche Charaktere und doch entsprechen beide dem Typ des Politikers, der bei der Bundeskanzlerin hoch im Kurs steht. Als Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion organisierten sie die Machtsicherung ihrer Politik des Durchmauschelns, nicht aber die programmatische Erneuerung der Union, schon gar nicht die Herkulesaufgabe einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft.

Das Desaster der Energiewende und der Stillstand in der Ökologie sind auch eine Folge der Entideologisierung der Politik.

Dabei erleben wir durch die Entbettung der Ökonomie aus den sozialen und ökologischen Bindungen erneut eine Transformation. Die Welt verändert sich radikal, eine sozial-ökologische Gestaltung ist dringend geboten. Hier könnte die Ökologie zum Motor für Innovationen, Gerechtigkeit und Demokratie werden. Andernfalls werden die Gesellschaften noch tiefer gespalten, kommen die Volkswirtschaften nicht auf die Beine, nehmen unsichere Beschäftigungsverhältnisse zu, schreitet die Naturzerstörung schnell voran.

Vier Beispiele belegen das ökologische Versagen der Politik:

Energiewende: Es gibt keinen anderen „Wendebereich“, der so intensiv erforscht wurde, aber so wenig begriffen ist, wie der von der fossilen Verschwendungswirtschaft zu solaren Energiedienstleistungen. Bereits 1980 legten die Umweltverbände ein erstes Szenario vor, in dessen Zentrum die Stärkung der Stadtwerke stand. Seitdem belegen unzählige Studien, dass in kurzer Zeit sowohl der Umbau in eine Effizienz- und Solarwirtschaft als auch der Atomausstieg möglich wären. Erst der Super-GAU von Fukushima zwang die Bundesregierung 21 Jahre nach dem ersten Konzept eine Energiewende anzukündigen.

Viel Zeit wurde vertan, aber was geschah bisher tatsächlich? Der Verkauf der Stromnetze an private Betreiber, die Verstümmelung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die Aushebelung des Naturschutzes, eine Umverteilung der Kosten zu Lasten kleiner Verbraucher. Energiesparen und Effizienz-revolution spielen nur eine Nebenrolle. Und erstmals deckelt ein Umweltminister den Ausbau der er-neuerbaren Energien.

Wer die Energiewende will, kommt an der Machtauseinandersetzung mit den großen Energiekonzernen nicht vorbei, um vom zentralisierten Verbundsystem mit nuklearen und fossilen Großkraftwerken zu dezentralen Energiedienstleistungen auf solarer Basis zu kommen, die auf die Vermeidung eines hohen Energieverbrauchs ausgerichtet sind. Doch die Bundesregierung spricht nur isoliert über Netzausbau, Strom und erneuerbare Energien, nicht aber über eine neue Systemlogik und die Integration von Strom, Wärme und Mobilität. Dabei ist eine wirkliche Energiewende nur so möglich.

Das Ende des Ölzeitalters: Mit der Massenmotorisierung stieg Öl in den letzten 50 Jahren zur Welt-macht auf. In dieser Zeit kam fast 80 Prozent des billigen, hochwertigen Öls aus den großen onshore-Feldern. Aber auf diesen Giant Fields geht die Produktion weltweit zurück. Sogar der World-Energy-Outlook (WEO) der OECD, wahrlich kein Hausblatt der Ökologiebewegung, spricht vom Ende des Easy Oils. Peak-Oil, also der Höhepunkt der Förderung, ist erreicht.

Einige Länder versuchen mit Hilfe von Fracking aus Ölschiefer oder Bitumen die Knappheit auszugleichen. Doch das ist nur eine kurze Frist möglich und verursacht gewaltige Schäden an der Natur und hohe CO2-Emissionen. Und was macht der Umweltminister, um zu einer Verkehrswende zu kommen? Dabei sind die Energie- und die Verkehrswende entscheidende Schlüsselfragen, um unser Land nachhaltig zu machen.

Klimawandel: Auch 2012 nahmen die Alarmsignale zu, der Klimawandel beschleunigte sich. Wissen-schaftler warnen davor, dass selbst das eigentlich unzureichende Ziel, die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius zu beschränken, nicht mehr eingehalten werden kann. Die Bundeskanzlerin, die sich vor fünf Jahren noch als Klimakanzlerin hat feiern lassen, tauchte ab, setzte sich in der Europäischen Union nicht für eine Reduktion der Treibhausgase um 30 Prozent bis zum Jahr 2020 ein. Der Bundesumweltminister bewertete das Desaster der UN-Klimakonferenz in Doha, wo die Weltgemeinschaft versagt hat, auch noch als Meilenstein.

Arbeit und Umwelt: Neben der Regulierung der Finanzmärkte ist eine Stabilisierung der Realwirtschaft dringend notwendig, um zu mehr Beschäftigung und Innovationen zu kommen. Kein anderer Bereich bietet sich für eine Restrukturierung einer modernen keynesianischen Wirtschaftspolitik national, europäisch und global so vorteilhaft an, wie die ökologische Sanierung und Modernisierung. Das ist unverändert wichtig, aber bis heute hat der Bundesumweltminister keinen Vorschlag für ein Programm Arbeit und Umwelt gemacht.

Es müsste die Stunde der Politik sein. Aber die Chancen werden nicht genutzt, Impulse für ein nachhaltiges Deutschland in einem nachhaltigen Europa zu geben. Der Umweltminister verliert sich in immer neuen Ankündigungen, statt den grundlegenden Umbau in Wirtschaft und Gesellschaft anzustoßen und die Politik aus der Geiselhaft der Wachstumsabhängigkeit zu befreien.2012 war ein verlorenes Jahr nicht nur für den Umwelt- und Naturschutz.

Das Versagen der Politik im Klimawandel

Der weltweite Klimawandel ist auch ein Zeichen für das Versagen der Politik. Weil im Zweifelsfall die Wachstumsinteressen wichtiger und stärker sind als die ökologische Vernunft, weil nationale Interessen entscheidender sind als internationale Solidarität, weil in den Industrieländern der Klimawandel scheinbar weiter weg ist als in den ökologisch sensiblen Regionen der sogenannten Dritten Welt, weil der Widerspruch zwischen kurzfristigen Erfolgen und längerfristigen Reformen immer größer wird, kommt die ökologische Modernisierung nicht voran.

Ergebnislose Mammuttagungen werden von Jahr zu Jahr inhaltsleerer
Auch die gescheiterte UN-Klimaschutzkonferenz in Doha hat – wieder einmal – den großen Modernisierungsbedarf der Politik gezeigt. Die ergebnislosen Mammuttagungen, die von Jahr zu Jahr größer und inhaltsleerer und trotzdem noch als Meilensteine bezeichnet werden, zeigen die Ohnmacht und den Realitätsverlust der Politik. Doch der abschreckende Prozess wird immer wieder über die Runden gerettet und die Hoffnung auf das nächste Jahr verlegt. Seit mehr als zehn Jahren geht das jetzt schon so.

Doha steht beispielhaft für die krisenhaften Erschütterungen der Welt: Die Herausforderungen haben sich längst globalisiert, aber das politische Handeln ist national und zerstückelt geblieben. Dieser Widerspruch ist bekannt und wird immer größer.

Kurzfristige Politik ist beim Klimawandel nicht möglich
Es ist kein Wunder, dass auch die „Klimakanzlerin Merkel“ keine Rolle mehr spielt. Sie verhält sich typisch für eine kurzfristige, sich durchmauschelnde Politik, die heute üblich ist. Es bleibt der schale Beigeschmack, dass ihr kurzzeitiges Engagement für mehr Klimaschutz parteitaktisch begründet, aber nicht ernsthaft war. Auch die EU hat in Doha versagt und die Kooperation von Durban mit den Entwicklungs- und Schwellenländern nicht fortgesetzt. Die Bundeskanzlerin war nicht anwesend, ihre Politik erschöpft sich in Reaktionen auf Krisen, was aber beim Klimawandel nicht möglich ist.

Weltinnenpolitik ist weiter entfernt denn je
Die Weltpolitik verkommt zur Machtpolitik, so wie sie Deutschland auch in der EU betreibt – zwischen Nord und Süd, Ost und West. Das, was die großen UN-Berichte in den 1980er-Jahren gefordert hatten, nämlich mehr Gemeinsamkeit für eine Weltinnenpolitik, davon sind wir weiter weg denn je. Wir haben das erneute Scheitern einer UN-Klimakonferenz gesehen, aber eigentlich erleben wir das globale Versagen der Politik.

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NaturFreunde Deutschlands gegen Rüstungsexporte an autoritäre Regime

Es ist unerträglich geworden: Für die Profite der Rüstungsindustrie wirft die Bundesregierung nicht nur menschenrechtliche und humanitäre Vorsätze über Bord, derer sie sich in ihren Sonntagsreden immer noch rühmt. Auch setzt sie bereits jetzt die geplanten Änderungen der Rüstungsexportrichtlinien in die Tat um, durch die die Lieferung von Rüstungsgütern in Spannungsgebiet auch offiziell nicht mehr ausgeschlossen sein soll, sofern in sogenannte „strategische Partnerländer“ exportiert wird.

Jetzt hat Saudi-Arabien Radpanzer des Modells „Boxer“ angefragt.

Eine Lieferung Hunderter Radpanzern vom Typ „Boxer“ an die königliche Garde nach Saudi-Arabien wäre äußerst perfide. Denn das Königreich geht gegen jegliche Opposition vor und verhindern mit restriktiven Mitteln die demokratischen Rechte von Gewerkschaften und Oppositionellen. Die angefragten Radpanzer vom Typ „Boxer“ werden für den „asymmetrischen Krieg“ in urbanen Räumen und zur Aufstandsbekämpfung eingesetzt. Sie sind straßentauglich und können innerhalb kürzester Zeit über größere Entfernungen verlegt werden. Die Bundesregierung würde mit den geplanten Lieferungen den restriktiven Unterdrückungsapparat des Scheichtums massiv aufrüsten und die königliche Garde auf den modernsten Stand der Technik bringen.

Rüstungsexporte der Bundesregierung fördern weltweit Spannungen
Alleine im Jahr 2011 hatte die Bundesregierung den Export von 5,4 Mrd. Euro Kriegswaffen und Rüstungsgütern genehmigt. Davon wurden rund 2,3 Milliarden zum Export an sogenannte Drittländer genehmigt. Unter diese Drittländer fallen auch Staaten wie Algerien, Saudi-Arabien, Indonesien oder die Vereinigten Arabischen Emirate, die Menschenrechte brechen und Minderheiten und Oppositionelle unterdrücken.

Auch hat der Bundessicherheitsrat die Ausfuhr von Abschussgeräten für bunkerbrechende Munition der Firma Dynamit Nobel Defence an Israel genehmigt. Die Bundesregierung trägt mit dieser Genehmigung ausdrücklich eine politische Mitschuld, wenn die nächsten menschenrechtsverletzenden Attacken der israelischen Regierung auf Häuser im Gazastreifen vorgenommen werden. Nach dem jüngsten Beschuss des Gazastreifens ist es mehr als inhuman, die israelische Armee mit sogenannten „bunkerbrechenden Waffen“ auszustatten, die vor allem gegen die Menschen in Palästina eingesetzt werden können.

Auch wurden von der Bundesregierung Bürgschaften über 700 Millionen Euro für den Kauf von U-Booten durch Ägypten und 405 Millionen für ein U-Boot-Geschäft mit Israel absichert. Mit der kontinuierlichen Aufrüstung der Region verschärft die Bundesregierung die Sicherheitslage vor Ort erheblich. Auch problematisch ist die geplante Lieferung von 100 Leopard-Kampfpanzern an Indonesien. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Kampfpanzer und weitere 50 „Marder“-Schützenpanzer aufgeliefert werden.
Die Bundesregierung entwickelt sich immer mehr zum Waffendealer der Welt. Die NaturFreunde Deutschlands fordern ein sofortiges Ende dieser unverantwortlichen Rüstungsexportpolitik, die autoritäre Regime aufrüstet und die Spannungen zwischen Ländern weltweit verschärft.

NaturFreunde Deutschlands: Mitglied im Trägerkreis der „Aktion Aufschrei“
Die NaturFreunde Deutschlands sind Mitglied im Trägerkreis der „Aktion Aufschrei“ und unterstützen die Forderung, Rüstungsexporte aus Deutschland zu verbieten. Die NaturFreunde sind seit den 1950er Jahren Teil der Friedensbewegung und Gründungsorganisation der „Anti-Atomtod-Bewegung“, aus der die späteren Ostermärsche hervorgegangen sind.

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NaturFreunde sind solidarisch mit den Flüchtlingscamps in Berlin

Immer mehr Menschen weltweit müssen vor Krieg, Hunger und Verfolgung flüchten, nur wenige schaffen es nach Deutschland. Hier erwarten sie aber restriktive Auflagen, Sammelunterkünfte und eine Flüchtlingspolitik, die ihnen nicht hilft, sondern sie stigmatisiert und benachteiligt. Ziel der deutschen Flüchtlingspolitik ist die Abschreckung von Menschen in Not.

Seit mehreren Monaten protestieren Flüchtlinge gegen diese unwürdige und nicht akzeptable Behandlung. Zentrale Berliner Orte des Protests sind das Flüchtlingscamp am Oranienplatz sowie am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor. Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen ausdrücklich die Forderungen der Protestierenden nach einer menschenwürdigen Behandlung sowie der Abschaffung von Residenzpflicht, Isolationslager und Dauerarrests. Die Fraktionen im Deutschen Bundestag müssen endlich handeln.

Bundesregierung sieht keinen Gesprächsbedarf
Doch die Bundesregierung zeigt sich nicht interessiert an den berechtigten Forderungen der Flüchtlingen; sie erklärte, dass „ein weiterer Gesprächsbedarf […] nicht“ bestehe. Damit macht sie sich wieder einmal in ihrer Menschenrechtspolitik unglaubwürdig. Während sie im arabischen Raum für angeblich „westliche Werte“ wirbt, ist in Deutschland und den Ländern der EU eine menschenwürdige Behandlung der Flüchtlinge nicht möglich.

Die NaturFreunde Deutschlands erwarten von der Bundesregierung, dass sie sich eindeutig und schützend vor die Flüchtenden stellt. Mit ihrer bisherigen Politik leistet sie rassistischen und antiziganistischen Stimmungen in der Mitte der Gesellschaft Vorschub.

Völlig inakzeptabel aber ist das überzogene und unverhältnismäßige repressive Verhalten der Polizei. Die Beschlagnahmung von Schlafsäcken, Isomatten und Schutzutensilien gegen Regen und Kälte ist nicht nur unter menschenrechtspolitischen Gesichtspunkten völlig inakzeptabel.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, endlich in einen wirklichen Dialog mit den Flüchtlingen zu treten. Außerdem müssen die Residenzpflicht, die Praxis der Lebensmittelmarken, die Zwangsunterbringungen in Isolationslagern und die Abschiebungspraxis abgeschafft werden.

NaturFreunde: aktiv gegen Rassismus und Ausgrenzung
Die NaturFreunde wurden im Jahr 1895 von Menschen gegründet, die Not, Ausgrenzung und Benachteiligung im eigenen Leben erfahren mussten. Seitdem engagieren sie sich auch gegen Ausgrenzung, Rassismus und faschistische Tendenzen. Beispielsweise sind sie solidarisch mit der „no-border-Bewegung“, die sich in den Staaten der EU für offene Grenzen und gegen das FRONTEX-Regime einsetzt.

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Entwicklungsetat: NaturFreunde fordern deutliche Erhöhungen

Am Mittwoch debattiert der Bundestag über den Entwicklungshaushalt (Haushaltsplan 23). Die Bundesregierung und die Regierungsparteien CDU/CSU und FDP planen eine Senkung der Ausgaben für den Entwicklungsetat 2013. Im Vergleich zum Haushaltsplan 2012 sollen demnach 87 Millionen Euro weniger ausgegeben werden, obwohl im ersten Entwurf des Haushaltsplans noch eine marginale Steigerung von 38 Millionen Euro vorgesehen war.

Dabei ist diese Kürzung aufgrund der vielfältigen Aufgaben in der Entwicklungszusammenarbeit völlig inakzeptabel. Die Bundesregierung zerstört damit weiter die internationale Glaubwürdigkeit Deutschlands gegenüber den Staaten des globalen Südens. Aber auch die Aussagen der Bundesregierung auf internationalen Konferenzen, sich für eine deutliche Anhebung der internationalen Entwicklungsausgaben einzusetzen, werden so absolut unglaubwürdig – besonders wenn gleichzeitig der Verteidigungsetat um 1,4 Milliarden Euro ansteigen soll. Die Fehlentwicklung der Haushaltspolitik der Bundesregierung ist offensichtlich.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, noch in dieser Legislaturperiode einen Gesetzesentwurf vorzulegen, in dem sich Deutschland mit einem klaren Stufenplan bis 2017 verpflichtet, die sogenannte ODA-Quote (Anteil der öffentlichen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit am Bruttonationaleinkommen) in Höhe von 0,7 Prozent als jährliche öffentliche Entwicklungshilfe gesetzlich zu garantieren.

Denn die Entwicklung der ODA-Quote ist ein Trauerspiel: Seit den 1970er Jahren versprechen alle Bundesregierungen und Parteien im Deutschen Bundestag, dass die deutsche ODA-Quote mittelfristig auf 0,7 Prozent erhöht werden soll. Passiert ist jedoch so gut wie nichts. Wenn Deutschland seine Verpflichtungen zur schrittweisen Anhebung der ODA-Quote erfüllen wollte, müssten alleine im Bundeshaushalt 2013 die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit um 2,15 Milliarden Euro angehoben werden.

Mit der Entscheidung, die Entwicklungshilfeausgaben zu kürzen, setzt die Bundesregierung ein katastrophales Signal. Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Parlamentarier auf, die geplanten Kürzungen zu verhindern. Denn die Entwicklungsausgaben müssen nicht gekürzt, sondern angehoben werden.

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Europaweite Streiks müssen in EU-Verträgen verankert werden

Heute finden in mehreren europäischen Ländern Generalstreiks, Großdemonstration und Kundgebungen statt. Auch in Deutschland haben Gewerkschaften, Sozialverbände und fortschrittliche Gruppen und Parteien zum friedlichen Protest gegen die neoliberale Sparpolitik von EU und Troika aufgerufen. Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen den Aufruf des Europäischen Gewerkschaftsbundes zum heutigen europäischen Aktions- und Solidaritätstag unter dem Motto „Für Arbeitsplätze und Solidarität in Europa – gegen die Austeritätspolitik“ und begrüßen den Widerstand der betroffenen Menschen in vielen europäischen Staaten.

Die NaturFreunde setzen sich für die Verankerung des Rechts auf europaweite Streiks in den Ländern der EU ein. Im Vertrag von Lissabon werden bisher lediglich Streiks in den Grenzen der jeweiligen Nationalstaaten europarechtlich abgesichert. Ein vertraglich legitimiertes Recht auf europaweite Streiks fehlt in den EU-Verträgen jedoch völlig. Trotz der Forderungen von Gewerkschaften, Sozialverbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen wurde die Aufnahme des Rechts auf einen grenzüberschreitenden Streik ausdrücklich nicht in die Europäischen Verträge aufgenommen.

Stattdessen wurden jedoch ausdrücklich die grenzüberschreitende Tätigkeit von Unternehmen sowie die Kapitalverkehrsfreiheit in die Verträge aufgenommen. Diese einseitige Bevorteilung der Unternehmen gegenüber den Rechten der Beschäftigten muss beendet werden.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag auf, die Austeritätspolitik gegen Staaten wie Portugal, Spanien, Italien und Griechenland unverzüglich zu beenden. Das Spardiktat zerstört die sozialen Grundlagen der dortigen Gesellschaften, treibt immer mehr Menschen in Arbeitslosigkeit und Armut und zerstört die Demokratie. Die jetzige Austeritätspolitik zerstört die Demokratie innerhalb der Europäische Union.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern einen grundlegenden Politikwechsel in Europa zur Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise:

  • Die systematische Zerstörung der Volkswirtschaften in immer mehr europäischen Ländern durch die Spardiktate von IWF, Troika und EU muss beendet werden. Das Ziel einer effektiven Antikrisenpolitik muss stattdessen die Förderung eines sozialökologischen Umbaus der europäischen Volkswirtschaften sein.
  • Statt immer mehr Reichtum in einer kleinen Oberschicht zu fördern, müssen europaweite Schritte für mehr Verteilungsgerechtigkeit durchgesetzt werden. Deshalb müssen europaweit eine Vermögenssteuer und eine einmalige Vermögensabgabe durchgesetzt werden, die dazu beitragen, die Profiteure der heutigen Wirtschaftskrise an der Finanzierung einer effektiven Antikrisenpolitik zu beteiligen.
  • Die Steuerschlupflöcher und die Steueroasen müssen endlich ausgetrocknet werden. Innerhalb der EU müssen Mindeststeuersätze für Vermögen und Gewinne festgelegt werden, die eine solidarische Finanzierung der Staaten der EU ermöglichen.
  • Der Finanzsektor muss endlich reguliert werden, damit Spekulationen gegen Staaten und auf Nahrungsmitteln verboten werden. Die Spekulation zerstört mittlerweile ganze Volkswirtschaften.

NaturFreunde Deutschlands unterstützen Demonstrationen
NaturFreunde beteiligen sich an den Kundgebungen und Demonstrationen in Deutschland und rufen zur Solidarität mit den Streikenden in den anderen europäischen Ländern auf. In Berlin haben die NaturFreunde die Solidaritätsdemonstration angemeldet. Die NaturFreunde Deutschlands sind zudem im Trägerkreis des Bündnisses „umFAIRteilen“ und unterstützen die Demonstration im Rahmen des Bündnisses „blockupy“.

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Rüstungsexportbericht: Bundesregierung baut Deutschland zur führenden internationalen Rüstungsschmiede aus

Alle Reden der Bundesregierung über die Menschenrechte und den Frieden werden zur Farce, wenn man sich den Rüstungsexportbericht 2011 ansieht. Im Jahr 2011 stiegen die Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter um 13,9 Prozent. Damit dürfen nach Planungen der Bundesregierung für 660 Millionen Euro mehr Waffen als in den Jahren zuvor exportiert werden.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, diesen „Handel mit dem Tod“ endlich zu unterbinden und ein Verbot von Rüstungsexporten im Grundgesetz festzuschreiben. Die Außenhandelspolitik der Bundesregierung ist auch im Rüstungssektor geprägt von einer einseitigen Industrieförderungsstrategie. Tatsächlich baut die Bundesregierung Deutschland zur internationalen Rüstungsschmiede aus mit mörderischen Folgen in vielen Zielregionen.

Während im Jahr 2010 bereit Exporte im Umfang von 4,7 Milliarden Euro genehmigt wurden, waren es im Jahr 2011 schon 5,4 Milliarden Euro. Die Bundesregierung fördert systematisch Deutschlands Rüstungsindustrie und liefert Rüstungsgüter immer öfter auch in Krisengebiete. Für die Gewinne der Rüstungskonzerne verstößt sie bewusst gegen international akzeptiertes Recht.

Im Jahr 2011 sind nach Angaben des Rüstungsexportberichtes zwar 58 Prozent aller Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter in NATO-Länder, EU-Mitgliedsstaaten oder an Länder, die NATO-Ländern „gleichgestellt“ sind, erteilt worden. 42 Prozent aller Ausfuhren wurden jedoch für Exporte in sogenannte „Drittländer“ genehmigt, worunter ausdrücklich auch Staaten mit sogenanntem „höheren Krisenpotenzial“ fallen.

Dass gleichzeitig die realen Rüstungsexporte zurückgingen, ist also kein wirklich positives Signal. Durch die erhöhten Exportgenehmigungen werden die Rüstungslieferungen in den nächsten Jahren deutlich ansteigen.

NaturFreunde aktiv im Bündnis „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“
Die NaturFreunde engagieren sich im Bündnis „Aktion Aufschrei“, das sich für ein Verbot von Rüstungsexporten und dessen Verankerung im Grundgesetz einsetzt. Die knapp 20 Trägerorganisationen kommen zumeist aus der Friedensbewegung sowie kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen.

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Keine Leopard-2-Lieferung an Indonesien

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, das geplante Panzergeschäft mit Indonesien unverzüglich zu verhindern. 130 Leopard-2-Panzer hatte die indonesische Regierung bestellt und schon am 7. November will der Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann in Jakarta mit einer Absichtserklärung den Waffendeal mit einem Umsatzvolumen von 217 Millionen Euro besiegeln.

Es wird leider immer mehr zur Regel: Wenn es den deutschen Rüstungsschmieden Umsätze verspricht, werden auch Regierungen aufgerüstet, die für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind. Die Bundesregierung macht sich so direkt mitverantwortlich für die Menschenrechtsverletzungen in den belieferten Ländern.

Mit den Leopard-2-Panzern, die bisher in der Bundeswehr im Einsatz waren, möchte Indonesien seine Armee aufrüsten. Die Panzer werden modernisiert und auch neu ausgerüstet. Dabei können sie im Rahmen der strategischen Militärplanung Indonesiens eigentlich nur zum Einsatz im eigenen Land verwendet werden.

Seit mehr als 50 Jahren geht das indonesische Militär mit äußerster Brutalität gegen die Papua-Ureinwohner vor, die eine Anerkennung ihrer Rechte fordern. Doch die rohstoffreiche Provinz Papua hat für die indonesische Regierung eine strategische Relevanz: Sie will die Rohstoffe ausbeuten und kämpft deshalb mit unverhältnismäßiger Gewalt gegen alle separatistischen Bestrebungen in dieser Provinz. Dabei werden seit 50 Jahren auch deutsche Waffen eingesetzt, um zu morden.

Die Bundesregierung darf keine Armee hochrüsten, die mit brutaler Gewalt gegen die eigene Bevölkerung vorgeht.

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Beinfreiheit

Als unlängst eine Mitarbeiterin der SPD-Bundestagsfraktion anrief, um das „Agendasetting“ für ein „High-Level-Gespräch“ mit dem Fraktionsvorsitzenden Steinmeier abzustimmen, war mir spätestens klar, dass so einer nicht die Kanzlerkandidatur an sich reißen würde. Und wenn das Umfeld noch immer im neoliberalen Sprech verhaftet ist, mag das auch gut sein.

Wie weit Willy Brandts „Mehr Demokratie wagen“ in seiner Partei heute noch trägt, zeigte dann die Bestätigung der Selbstausrufung des Kandidaten Steinbrück durch den Parteivorsitzenden. Steinbrücks wichtigste Botschaft an die alte Tante war denn, er brauche mehr „Beinfreiheit“. Nun, wer danach sucht, bucht gewöhnlich die Businessclass. Letztere verlässt der Kandidat aber freiwillig, weil 40-minütige Vorträge für 40.000 € vor launigen Bankern nicht so recht ins Konzept des großen Bankenregulierers passen wollen. In der zweiten Klasse kommt man gewöhnlich dann zu mehr „Beinfreiheit“, wenn man die Reihe neben dem Notausgang wählt.

Es könnte also spannend werden. Tatsächlich hätte die SPD nur dann Aussicht auf das Kanzleramt, wenn sie in der Mitte und links dazugewönne. Das geht nur mit einem inhaltlich veränderten Konzept, das das Prinzip der Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt und auf einen Umbau der Ökonomie setzt. Ernsthafte Effizienzanstrengungen, konsequente Energiewende, Tier- und Naturschutz, Stärkung der öffentlichen Güter, Steigerung der Masseneinkommen und umFairteilen zu Lasten der Superreichen, politisches Primat gegenüber den Finanzmärkten sind die Überschriften für einen erfolgreichen Wahlkampf. Da wird sich der Kandidat ganz schön spreizen müssen. Immerhin lohnt sich wieder, mit der SPD über inhaltliche Konzepte zu reden und zu streiten.

Die SPD tut gut daran, sich ökologischen Herausforderungen zu stellen

Der polemisierende Beitrag “Genossen, schmeißt die Ökos raus” von Alexander Neubacher auf Spiegel online vom 30. September 2012 verlangt nach einer Richtigstellung. Denn die ökologischen Herausfordungen der Zukunft sind soziale Herausforderungen.

Der Klimawandel, die steigenden Rohstoffpreise und die Energiewende werfen drängende soziale, ökonomische und ökologische Fragen auf. Dabei geht es für die meisten Menschen in Deutschland in erster Linie nicht um die Dritte Welt oder um die steigenden Temperaturen in 50 Jahren, sondern darum, wie sie heute in Wohlstand und Sicherheit leben können. Diese Fragen muss sozialdemokratische Politik beantworten können.

Vielleicht lässt sich mit einer altlinken „ Wachstum-Um-Jeden-Preis-Politik“ heute noch eine Wahl gewinnen (was ich bezweifele, da die Menschen klüger sind als mancher Journalist und Politiker zu glauben meint), die Zukunft jedoch nicht. Die alte Tante SPD wird diese Fragen nur beantworten können, wenn sie auch die ökologischen Fragen mit beantwortet. Einige Beispiele:

1.    Der Hitzesommer 2003 hat in ganz Europa zu etwa 35.000 Toten geführt. Neben alten Menschen starben vor allem Kleinkinder. Durch den Klimawandel werden Hitzesommer und Hitzetote mehr werden. Wer das verhindern will, muss Antworten finden, wie sich die Temperaturen im Zaum halten lassen und wir trotzdem Industriestandort bleiben.

2.    Während sich Ältere um den Generationenvertrag sorgen, weil sie ihre Renten gefährdet sehen, stellen junge Menschen an ganz anderer Stelle die Frage nach der gerechten Verteilung von Lasten zwischen den Generationen: Der ehemalige Chefökonom der Weltbank Nicholas Stern und auch das Umweltbundesamt haben eindrucksvoll vorgerechnet: Wir können entweder heute in Deutschland vier Milliarden Euro in eine grüne Zukunft investieren oder noch 50 Jahre abwarten und jährlich 100 Milliarden Euro zahlen, um asthmakranke Kinder, Hitzetote, höhere Deiche und massive Ernteausfälle zu finanzieren. Wir können uns also entscheiden: Entweder sind wir bereit heute 50 Euro pro Bundesbürger im Jahr zu investieren – und dafür eine Rendite von rund 17 Prozent erwirtschaften, Marktführer in Erneuerbaren Energien und Effizienzweltmeister zu werden. Oder aber kommende Generationen zahlen 1.250 Euro jährlich um Schäden zu kompensieren – und nicht um Werte zu erwirtschaften.

3.    Sechs der zehn klimaschädlichsten Kraftwerke in der EU stehen in Deutschland. Doch neben der Klimaschädlichkeit haben Kohlekraftwerke eine direkt krankmachende  Wirkung: Die Verbrennung fossilen Kohlenstoffs ist eine der Hauptquellen von Feinstäuben. Die Luftverschmutzung gehört mit einer jährlichen Todesrate von 700.000 Menschen zu den zehn weltweit häufigsten Todesursachen. In Deutschland führt die Feinstaubbelastung insbesondere zu einer Zunahme von Asthmaerkrankungen. Zwar hat die Luftreinhaltepolitik der letzten Jahrzehnte Fortschritte gebracht und konnte akute Erkrankungen eindämmen. Ein signifikanter Teil der chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma und Bronchitis ist jedoch auf über lange Zeit wirkende, niedrige Dosen mit verschmutzter Luft zurückzuführen, wie sie Kinder erleben, die in Industriezentren aufwachsen.

4.    Allein die Städte Berlin, Hamburg und München verbrauchen mehr Fläche um ihren Lebensstandard zu halten als Deutschland an Fläche zur Verfügung steht, um saubere Luft, sauberes Wasser und Nahrung zu produzieren. Solange große Teile der Welt in Armut leben, können wir ihre Ressourcen weiter ausbeuten und ihren Anteil an der Atmosphäre mit verschmutzen.  Doch (zum Glück) entwächst die Welt langsam dem Elend: Wo werden wir dann unseren Dreck ablagern können?

5.    Die Unternehmensberatung McKinsey – beileibe kein grüner Konzern – zeigte auf, dass in einer Effizienzrevolution und in den erneuerbaren Energien enorme gesamtgesellschaftliche Chancen liegen im Auslösen eines Innovationsschubs, in der Schaffung von Millionen neuer Arbeitsplätze, in der Einsparung von Milliardenbeträgen, die für Rohstoffe- und Energieimporte ausgegeben werden und auch in der Reduzierung von globalen und lokalen Umweltproblemen, die bei Förderung und ineffizienter Verwendung von Rohstoffen entstehen. Wer diese nicht nutzt, wird dem Wohlstand der Zukunft hinterher rennen und ihn nicht gewinnen.

Noch als Bundesumweltminister hat der derzeitige Vorsitzende Sigmar Gabriel mit seinem Konzept für eine Ökologische Industriepolitik einen Diskussionsbeitrag geleistet, indem er die wirtschafts- und umweltpolitischen Potenziale einer erhöhten Energie- und Ressourceneffizienz in den Mittelpunkt rückte. Damit hat mit dem auch von Missverständnis aufgeräumt, dass zwangsläufig ein Gegensatz zwischen ambitioniertem Umweltschutz und wirtschaftlichem Handeln besteht.  Das Problem ist nicht, dass die SPD zu grün ist, sondern dass sie keine Idee hat, wie die Menschen 2050 in Wohlstand leben können. Die Sozialdemokratie droht ihr wichtigstes Gut zu verlieren: Die Utopie, dass wir morgen besser leben als heute.

Sie fragt sich zu oft „Was ist heute möglich?“ und nicht „Was ist notwendig für ein Guten Leben 2050?“. Wenn wir in 40 Jahren unsere CO2-Emissionen um 90 Prozent reduziert haben müssen, um den Klimawandel zu mildern und unseren Rohstoffverbrauch auf ein Zehntel reduziert haben müssen, um Wettbewerbsfähig zu bleiben, wird das immense Veränderungen bedeuten. Diesen wird man nicht mit kleinen Schritten begegnen, die aus Angst vor Veränderungen immer kleiner werden. Sie müssen mal klein und mal groß sein, vor allem aber geplant und mit dem Ziel statt dem Start im Blick.

Wer behauptet, dass grüne Politik nicht die Kernmarke der Sozialdemokratie werden darf, hat völlig Recht. Nachhaltiges Denken muss Kernmarke jeder Politik werden, egal ob links, liberal oder christlich. Nur wer die ökologischen Fragen löst, wird auch die sozialen Fragen lösen können.

umFAIRteilen: Die soziale Frage ist auch eine ökologische

Die NaturFreunde Deutschlands rufen zur Beteiligung an den bundesweiten „umFAIRteilen“-Demonstrationen für eine stärkere Besteuerung großer Vermögen auf. Wir erwarten von der Politik, die unsoziale Verteilung von Chancen und Einkommen endlich zu beenden. Die Konzentration des Reichtums bei einigen Wenigen bedeutet immer auch Verschwendung, mehr Armut und mehr Naturverbrauch. Für uns NaturFreunde ist die soziale Frage deshalb auch eine ökologische.

Alle umFAIRteilen-Aktionsorte: www.umfairteilen.de/start/staedte

Die NaturFreunde Deutschlands engagieren sich im Trägerkreis des Bündnisses „umFAIRteilen – Reichtum besteuern“ und haben die umFAIRteilen-Großdemonstration in Berlin angemeldet. umFAIRteilen ist ein gesellschaftlich breit angelegtes Bündnis, das mehr als zehn Millionen Menschen repräsentiert, die sich schon seit Jahrzehnten für die Sicherung des Sozialstaates einsetzen.

Das Bündnis fordert eine Vermögensteuer und eine einmalige Vermögensabgabe, um die notwendigen öffentlichen und sozialen Ausgaben gerecht zu finanzieren und die horrende Verschuldung abzubauen sowie einen konsequenteren Kampf gegen Steuerflucht, Steueroasen und Spekulation.

Eine demokratische Gesellschaft ist ohne soziale Gerechtigkeit nicht umsetzbar. Deshalb sind die Forderungen des Bündnisses umFAIRteilen auch Forderungen nach einer demokratischeren Gestaltung der Gesellschaft.

Die hohen Renditeerwartungen des Kapitals sind meist mit ökologischen und sozialen Desastern irgendwo auf dem Globus erkauft“. Auch sind es doch Mindestlöhne und stabile Einkommen, die viele Menschen erst in die Lage versetzen, etwa ihren Energieverbrauch durch den Einsatz energieeffizienter Haushaltsgeräte zu senken.

Wir rufen alle sozial und ökologisch handelnden Bürger zur Beteiligung an den bundesweiten Demonstrationen für die stärkere Besteuerung großer Vermögen auf. Unsere Gesellschaft muss wieder sozialer und ökologischer werden, schon allein, damit die kommenden Generationen eine echte Chance haben.

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Welttourismustag: Der Tourismus benötigt soziale und ökologische Mindeststandards

Dass die Welttourismusorganisation (UNWTO) den diesjährigen Welttourismustag unter das Motto „Tourismus und erneuerbare Energien“ gestellt hat, wird von den NaturFreunden Deutschlands grundsätzlich begrüßt. Allerdings gibt es bisher immer noch viel zu wenig Modernisierungsansätze, um den internationalen Tourismus tatsächlich nachhaltig zu gestalten. Auch die Tourismusindustrie muss sicherstellen, dass die Bedürfnisse der heute Beteiligten nur soweit befriedigt werden können, wie zukünftige Generationen ihre Bedürfnisse ebenfalls noch sicherstellen können. Schon heute führt der Massentourismus zu vielen Nachteilen in den Zieldestinationen, und immer mehr auch in den Herkunftsländern.

Der hohe Ressourcen- und Naturverbrauch für touristische Infrastrukturen und Angebote beeinträchtigt die Lebensbedingungen zukünftiger Generationen massiv. Nur einige Beispiele sind: der extreme Wasserverbrauch im boomenden Golftourismus, die Verbrennung von Schweröl und die Müll- und Abwasserverklappung durch Kreuzfahrtschiffe oder der großflächige Landraub und die Vertreibung der armen Bevölkerung bei der Erschließung von touristischen Infrastrukturen in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Der ständig zunehmende Flugverkehr erhöht nicht nur die Lärmbelästigung an den Flughäfen, sondern ist auch ein gravierender Faktor im Klimawandel. Noch immer aber bilden die Flugpreise die realen sozialökologischen Kosten des Luftverkehrs nicht ab, weshalb sich die NaturFreunde Deutschlands nach wie vor für die Einführung einer Luftverkehrsabgabe und einer Kerosinsteuer einsetzen.

Ausdrücklich weisen die NaturFreunde Deutschlands darauf hin, dass der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen für Flugbenzin nicht akzeptabel ist. Studien zeigen deutlich, dass die Produktion von Biokraftstoffen in Konkurrenz zur Produktion von Nahrungsmittel steht. Das darf nicht weiter akzeptiert werden. Allein in den letzten beiden Jahren haben internationale Rentenfonds mehr als 15 Milliarden Dollar in den Erwerb von Ackerland investiert. Immer größere Flächen werden so für die Herstellung von Energiepflanzen eingesetzt. Dieser Trend muss gestoppt werden. Mehr als eine Milliarde Menschen leben in äußerster Armut und weisen zum Teil extreme Mangelernährung auf. Um zehn Prozent der Kraftstoffe im Verkehrsbereich aus nachwachsenden Rohstoffen zu gewinnen, werden allein 20 bis 30 Millionen Hektar Ackerland außerhalb der EU benötigt.

Um den Tourismus weltweit nachhaltiger zu gestalten, müssen mindestens vier Grundvoraussetzungen erfüllt werden:

  • Die Tourismusindustrie muss endogene Potenziale der Zielregionen erschließen und den Einsatz von regionalen Unternehmen und Rohstoffen fördern.
  • Der Ausbau von touristischer Infrastruktur in den Zieldestinationen muss verpflichtend mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien, vor allem in den Bereichen Solar- und Windenergie verbunden werden. Neue Hotelbauten dürfen ohne ein Nachhaltigkeitskonzept nicht mehr genehmigt werden. Für die bestehende Infrastruktur müssen die großen Tourismuskonzerne verpflichtet werden, den schnellstmöglichen Umstieg auf erneuerbare Energieträger sicherzustellen.
  • Ohne die verpflichtende Einhaltung von sozialen Mindeststandards wird ein nachhaltiger Umbau der Tourismusindustrie nicht gelingen. Die NaturFreunde setzten sich deshalb dafür ein, dass die Mindestarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sofort als Grundvoraussetzung für touristische Angebote durch internationale Verträge festgeschrieben werden müssen.
  • Alle vom Tourismus Betroffenen in den Herkunfts- und Zielregionen müssen ein Mitwirkungsrecht bei der Entwicklung von touristischer Infrastruktur erhalten.

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Griechenland-Kritiker aus der Union ohne ökonomische Kompetenz

Ohne über anerkannte ökonomische Kompetenz zu verfügen, äußern sich die “großen Ökonomen” Volker Kauder, Wolfgang Schäuble, Horst Seehofer und Markus Söder fast täglich zur Griechenlandkrise. Doch ihr scheinbar großes Fachwissen reduziert sich in Wahrheit auf schnelle Überschriften ohne ökonomische Substanz für die Regenbogenpresse.

Kauder, Schäuble, Seehofer und Söder übertragen betriebswirtschaftliche Ziele auf alle Bereiche der Gesellschaft. Am Tag der Offenen Tür der Bundesregierung hat selbst Guido Westerwelle deutlich vernünftigere Töne gefunden. Was von diesen “Spitzen”-Politikern – immerhin der stärksten Volkswirtschaft in der EU – dahingequasselt wird, ist einfach nicht mehr zu ertragen. Es ist höchste Zeit, den Herren einen soliden Grundkurs in Volkswirtschaftslehre zu finanzieren.

Die strukturellen Probleme Griechenlands werden von niemandem bestritten. Natürlich müssen der aufgeblähte öffentliche Sektor und die Rücksichtslosigkeit der Reichen, die ihr Land im Stich lassen, kritisiert werden. Doch die ökonomische Bedeutung des Landes für die EU ist nicht viel höher als die des Stadtstaates Bremen für die Bundesrepublik.

Die entscheidenden Verursacher der Krise leben nicht in Griechenland, sondern vor allem in London, New York und leider auch in Frankfurt. Es sind der Finanzkapitalismus und die grenzenlose Aufblähung des Geldschöpfungspotenzials, mit denen ein angeblich höheres Wachstum erreicht werden sollte, tatsächlich jedoch eine krisenhafte Spaltung. Dieselben Lautsprecher aus CDU/CSU und FDP haben aber bis heute wenig getan, um die Geldhändler endlich zu bremsen und die Finanzmärkte zu regulieren. Sie haben nicht begriffen, dass es in erster Linie um eine Gläubigerkrise eines sich verselbstständigten Finanzkreislaufes geht.

Kauder, Schäuble, Seehofer und Söder haben auch den Ankauf der Steuer-CD durch das Land NRW, die den Umfang der deutschen Steuerflucht transparent machen,  kritisiert. Wird hier etwa mit zweierlei Maß gemessen?

Die Herren haben den Bezug zur Realität verloren und sollten selbst unter griechischen Verhältnissen leben, damit sie begreifen, was es heißt, 30 bis 40 Prozent des Einkommens zu verlieren – bei den Normalbürgern wohlgemerkt, nicht bei den Reichen.

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Die Konkurrenz zwischen „Tank und Teller“ muss für den Teller entschieden werden

Die NaturFreunde weisen zum wiederholten Mal darauf hin, dass die Herstellung von Treibstoffen aus Biomasse sowohl politisch als auch moralisch nicht zu verantworten ist. Rund zwei Milliarden Menschen leiden laut Welternährungsorganisation FAO an Vitamin- und Mineralstoffmangel – mit zunehmender Tendenz. Die Ursachen sind Armut, Krieg, Vertreibung, das sogenannte „Land Grabbing“ und der Klimawandel. Die Spekulation auf Agrarrohstoffe und der zunehmende Einsatz von Biokraftstoffen verschärfen das Problem.

Deutschlands Energiehunger trägt maßgeblich zur Zunahme des globalen Biomassehandels bei. Denn nur etwa drei Prozent des Primärenergieverbrauchs in Deutschland könnten nachhaltig durch hier wachsende Biomasse gedeckt werden. Real werden aber etwa sieben Prozent des deutschen Primärenergieverbrauchs durch nachwachsende Rohstoffe abgedeckt. Doch der Anbau von Biomasse konkurriert häufig mit der Herstellung von Nahrungsmitteln und trägt in einigen Regionen bereits heute zu deren Verteuerung bei.

Die von der Nationalen Akademie der Wissenschaften „Leopoldina“ vorgelegte Studie „Bioenergie: Möglichkeiten und Grenzen“ hat gezeigt, dass die Länder des globalen Südens zum Lieferanten von Biomasse für den Energiehunger der Länder des globalen Nordens degradiert werden. Die Studie empfiehlt, dass „Deutschland den weiteren Ausbau von Bioenergie nicht anstreben“ solle.

Leopoldina-Studie: „Bioenergie: Möglichkeiten und Grenzen“
Kurzfassung: www.kurzlink.de/leopoldina-energie (PDF-Download 1,8 MB)

Die NaturFreunde unterstützend die Forderung der Leopoldina, das „EU-2020-Konzept aufzugeben, das darauf abzielt, möglichst zehn Prozent des Treibstoffes für Transportzwecke aus Biomasse bereitzustellen“. Die Forderungen der EU-Kommission und der Bundesregierung nach Herstellung von E10-Treibstoffen war von Anfang an eine Fehlentscheidung.

Ausdrücklich unterstützen die NaturFreunde den Ansatz der Leopoldina, dass sich „Deutschland auf andere erneuerbare Energieressourcen wie Fotovoltaik, Solarthermie und Windenergie“ konzentrieren solle, da „deren Flächeneffizienz, Treibhausgas-Emissionen und andere Umweltbeeinträchtigungen niedriger sind als die von Bioenergie“.

Auch teilen die NaturFreunde den Vorschlag, die Förderung von Bioenergie auf Formen zu beschränken, die weder zur Verknappung von Nahrungsmitteln führen noch deren Preise durch Wettbewerb um Land und Wasser in die Höhe treiben. Abzulehnen ist auch jede Form der Nutzung von Bioenergie, die einen größeren negativen Einfluss auf Ökosysteme und Biodiversität hat.

Für die zukünftige Berechnung der Klimabilanz beim Einsatz von Biomasse für die Erzeugung von Bioenergie erwarten die NaturFreunde, dass die Forderungen der Leopoldina umgesetzt wird, bei der „Bewertung von klimaschädlichen Emissionen im Zusammenhang mit der Produktion von Bioenergie alle Treibhausgase (Kohlendioxid, Stickoxide und Methan)“ einzubeziehen, „die aus der Verwendung von Düngemitteln und aus dem Verbrauch fossiler Brennstoffe bei der Produktion und Konversion von Biomasse und durch Einsatz der menschlichen Arbeitskraft resultieren“.

Für die NaturFreunde Deutschlands ist der Einsatz von Bioenergie nur ergänzend und dezentral vorstellbar, etwa zur Nutzung von Ressourcen, die direkt bei den Erzeugerbetrieben in der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft anfallen. Alle zentralistischen Konzeptionen bei der Nutzung von Bioenergie lehnen die NaturFreunde Deutschlands ab.

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Leopard-Panzer dürfen nicht nach Katar geliefert werden

Die Menschenrechte scheinen in der Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung mittlerweile nicht mehr zu zählen, wenn die großen Waffenexporte eingefädelt werden. Die Bundesrepublik Deutschland plant die Lieferung von Leopard-2-Panzern nach Katar, obwohl Amnesty International die Situation der Menschenrechte in Katar als besonders problematisch einstuft. Anders FDP-Wirtschaftspolitiker Martin Lindner, der „unter Abwägung unserer außenpolitischen, sicherheitspolitischen Interessen, unserer wirtschaftspolitischen Interessen, aber auch der Menschenrechtssituation dort […] persönlich zu dem Ergebnis“ kam, dass er „diese Panzer verkaufen würde“. Dabei ist Katar durch seine Waffenlieferungen an die syrische Opposition auch unmittelbare Bürgerkriegspartei in Syrien und dürfte nach den deutschen Rüstungsexportrichtlinien gar nicht mit Waffen beliefert werden.

Mit dieser Form der Außenhandelspolitik betreibt die Bundesregierung eine bewusste Destabilisierung der Region, um Länder wir Syrien oder Iran weiter in die Defensive zu bringen. Dabei wird die Aufrüstung in der gesamten Region von der Bundesregierung scheinbar in Kauf genommen. Ein warnendes Beispiel für die Folgen deutscher Waffenexporte sind zum Beispiel die Gewehre von Heckler & Koch, die in immer mehr Bürgerkriegsgebieten weltweit auftauchen.

Das Emirat Katar hat sich schon vor vielen Jahren ganz bewusst als Partner der geostrategischen Interessen der USA positioniert. Dafür wird das Emirat nun mit Waffenlieferungen belohnt und die Kritik an den Menschenrechtsverletzungen und den undemokratischen Strukturen bleibt auf förmliche Noten beschränkt. Das mit großen Erdöl- und Erdgasvorkommen ausgestattete Land ist ein ausgesprochen interessanter Partner für Waffenlieferungen, da es durch seinen Rohstoffreichtum über ausreichend Devisen verfügt.

Doch Katar ist eine Diktatur, in der es weder Parteien noch Gewerkschaften gibt. Scheich Hamad bin Chalifa Al Thani ist zugleich Staatsoberhaupt und Regierungschef, Verteidigungsminister und Oberkommandierender der Streitkräfte in Katar. Eine Trennung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative gibt es nicht, das gesellschaftliche Leben ist komplett auf die Familie des Scheichs ausgerichtet. In dem streng wahhabitischen Land ist zudem die Scharia die Hauptquelle der Gesetzgebung.

Die „Oberschicht“ in Katar besteht aus rund 250.000 Personen, die sich ein Heer von etwa 1,8 Millionen ausländischen Arbeitern, vor allem aus Pakistan, Iran und Palästina, hält, die teils unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten müssen. Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen sind ausdrücklich verboten. Zudem haben diese Menschen keinen gesicherten Aufenthaltsstatus, sodass sie bei kleinsten Verstößen sofort aus dem Land ausgewiesen werden können.

Katar ist neben Saudi-Arabien und den Vereinigen Arabischen Emiraten ein maßgebliche Akteur der Region und versucht, mit Geld und Waffenlieferungen seinen geostrategischen Einfluss auszubauen. Mit dem in Katar beheimateten Sender Al-Dschasira hat Katar maßgeblich zu den Aufständen in verschiedenen islamischen Ländern beigetragen und dabei die sunnitisch-fundamentalistischen Kräfte in diesen Ländern gefördert. Auch aus diesem Grund konnten sich die Muslimbrüder in vielen nachrevolutionären Ländern durchsetzen, da sie mit den hohen finanziellen Zuwendungen aus Katar und weiteren sunnitischen Staaten ein dichtes Netz an sozialen Leistungen für die arme Bevölkerung aufbauen konnten.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, ihre Waffengeschäfte mit Diktaturen endlich zu beenden. Alle Sonntagsreden über Menschenrechte und Demokratie verkommen zur Farce, wenn derartige Rüstungsdeals genehmigt werden.

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Bayer AG soll Unterstützung der Republikaner in den USA beenden

Die Bayer AG unterstützt in den USA über sogenannte Politische Aktionskomitees restaurative politische Kräfte sowie Leugner des Klimawandels. Aktuell schlägt sich Bayer mit 261.000 Dollar auf die Seite der Republikaner, die beispielsweise mit der europäischen Idee der Sozialen Marktwirtschaft nichts am Hut haben. Traditionell gehört der Bayer-Konzern zu den größten ausländischen Spendern erzkonservativer US-Präsidentschaftskandidaten, gefolgt von Telekom und BASF. Auch unter Präsident George Bush gingen knapp 80 Prozent der finanziellen Unterstützung von Bayer an die Republikanische Partei. Und während des Wahlkampfs von Barack Obama flossen 65 Prozent der Bayer-Mittel an dessen Konkurrenten.

Konservative Klimaleugner werden gezielt unterstützt
Bei der US-Zwischenwahl vor zwei Jahren hatte Bayer sogar gezielt konservative Kandidaten unterstützt, die den Klimawandel leugnen. Der Konzern fördert auch das zweifelhafte Heartland-Institute, das den Klimawandel abstreitet und eine wichtige Rolle beim Aufstieg der Tea Party spielte. Zwar ist es in den USA Konzernen verboten, direkt für eine Partei oder einen Kandidaten zu spenden. Das geschieht über Politische Aktionskomitees und jeder weiß, um was es geht.

Diese Spenden sind Ausdruck einer fragwürdigen politischen Einstellung
Dass sich die amerikanische Demokratie immer mehr zu einer Reichtumsdemokratie entwickelt, in der nur kapitalkräftige Akteure eine Chance auf höchste Ämter haben, ist schon eine dramatische Entwicklung. Dass aber viele deutsche Unternehmen, an der Spitze Bayer Leverkusen, sich so offen auf die Seite der konservativen, oftmals europafeindlichen Republikaner stellen, ist entweder politischer Naivität geschuldet oder, was leider zu vermuten ist, Ausdruck einer fragwürdigen politischen Einstellung.

NaturFreunde fordern Offenlegungspflicht für Auslandsspenden deutscher Konzerne
Die NaturFreunde Deutschlands fordern, dass deutsche Konzerne ihre Spenden in den USA, aber auch in anderen Ländern, offenlegen müssen. Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch darauf zu wissen, wessen Geistes Kind diese Damen und Herren sind, die im Ausland unserer Wirtschaft repräsentieren.

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Chinesische Näher haben keine Freude an olympischen Maskottchen Wenlock & Mandeville

Die ersten Verlierer der Olympischen Sommerspiele stehen schon fest: Tausende chinesische Näher haben zum Teil mehr als 14 Stunden täglich die olympischen Merchandising-Artikel anfertigen müssen, ohne dass sie dafür einen existenzsichernden Lohn erhalten hätten. Dabei wird der zu erwartenden Umsatz mit entsprechenden Plüschtieren oder Rucksäcken auf mehr als 1,3 Milliarden Euro geschätzt.

Zwar hatte das „Londoner Organisationskomitees der Olympischen und Paralympischen Spiele“ (LOCOG) nach anhaltendem Druck von Menschenrechtsorganisationen sowie der Kampagne „Play Fair“ (www.play-fair.org) einen Musterkodex angenommen und von Lizenznehmern verlangt, dass entsprechende Prüfberichte aus den Produktionsstätten vorgelegt werden. Auch wurde ein Beschwerdeverfahren einführt, welches Betroffenen theoretisch die Möglichkeit geben sollte, gegen die menschenverachtenden Arbeitsbedingungen vorzugehen.

Allerdings ist es bisher zu keiner realen Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben der Lizenznehmer gekommen, da sich das LOCOG auf die Prüfberichte der Lizenznehmer verlässt. Dabei fußen die Berichte auf meist eintägigen Betriebsprüfungen, die die Arbeitsbedingungen vor Ort kaum erfassen konnten. Zudem bestätigten viele Beschäftigte gegenüber der Kampagne „Play Fair“, dass ihnen angedroht wurde, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, sollten sie bei diesen Betriebsprüfungen die Wahrheit sagen.

Kodex für menschenwürdige Arbeit wurde nicht ausreichend überprüft
Auch für die Produktion von Wenlock und Mandeville, den beiden Maskottchen der Olympischen Sommerspiele, hatte das LOCOG zugesagt, unmenschliche und gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen nicht weiter zu tolerieren. Dafür wurde ein Kodex aufgestellt, der mit dem Kodex der „Ethical Trading Initiative“ (Initiative für einen moralisch einwandfreien Handel) vergleichbar sein sollte.

Dieser Kodex sollte den Arbeitern einen existenzsichernden Lohn, gesunde und sichere Arbeitsbedingungen sowie Arbeitsplatzsicherheit garantieren, zudem das Recht, Gewerkschaften zu gründen oder sich eine Interessenvertretung zu wählen. Auch Kinder- und Zwangsarbeit sind nach dem Kodex untersagt.

Doch die Realität in den Zulieferbetrieben sieht anders aus: Die Arbeiter mussten monatlich bis zu 100 Überstunden leisten, obwohl nach dem chinesischen Gesetz nur 36 Überstunden erlaubt sind. Manche Arbeiter machten 24-Stunden-Schichten oder arbeiteten sieben Tage die Woche, wobei die gesetzlich vorgeschrieben Überstundenzuschläge verweigert wurden.

Deshalb fordern die NaturFreunde Deutschlands:

  • Das Internationale Olympische Komitee (IOK) muss endlich Verantwortung für die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern der Merchandising-Artikel übernehmen.
  • Die nationalen Olympischen Organisationskomitees müssen bereits bei den Bewerbungen für die Olympischen Spiele verpflichtet werden, eine umfassende Überprüfung der Lieferketten aufzubauen, um unmenschliche Arbeitsbedingungen zu verhindern.
  • Alle Sponsoren-Verträge müssen so weiterentwickelt werden, dass international anerkannte Mindestnormen für Arbeitsbedingungen festgeschrieben und Sponsoren, die diese Mindestnormen nicht einhalten, von den Olympischen und Paralympischen Spielen ausgeschlossen werden.


NaturFreunde Deutschlands – auch ein sozial-ökologischer Sportverband

Die NaturFreunde sind auch ein Sportverband. Wir setzen uns ein für die Förderung des Breitensports und lehnen die ungehemmte Kommerzialisierung der großen Sportereignisse ab. Denn wir akzeptieren nicht, dass durch die Organisation derartiger Großereignisse sozial schwache Menschen noch weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Im Rahmen unserer internationalen Arbeit werden wir uns für eine Veränderung dieser Situation und im Rahmen der Sportbewegung für eine Abkehr von der derzeitigen Fixierung auf solche Großereignisse einsetzen.

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Die Bundesregierung wird immer mehr zum Handlanger der Rüstungslobby

Die offizielle Sprachregelung lautet, das Außenwirtschaftsrecht solle „entschlackt“ werden, doch faktisch bereitet das Bundeswirtschaftsministerium die Erleichterung von Waffenexporten vor. Dabei sollen „deutsche Sondervorschriften“ aufgehoben werden, „die deutsche Exporteure gegenüber ihren europäischen Konkurrenten benachteiligen“. Mit dem Ziel, die Rüstungsexporte in sogenannte „Drittländer“ außerhalb der EU zu regeln, soll den Rüstungsfirmen noch mehr Möglichkeiten zum Verkauf ihrer mörderischen Technologien gegeben werden.

Die NaturFreunde Deutschlands erwarten von der Bundesregierung eine unverzügliche Klarstellung, dass diese Referentenentwürfe wieder in der Mottenkiste verschwinden. Es ist nicht akzeptabel, wenn die Bundesregierung in Sonntagsreden über Menschenrechte und Verantwortung gegenüber den Ländern des globalen Südens doziert, um dann noch mehr Waffen in Spannungsgebiete zu liefern.

Bundesrepublik ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt
Mittlerweile ist die Bundesrepublik der drittgrößte Waffenexporteur der Welt und zusammen mit den fünf ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien für 80 Prozent des globalen Waffenhandels verantwortlich.

Schon heute wird die Liste von Rüstungsexporten in Spannungsgebiet und an diktatorische Regime immer länger: Panzer nach Saudi-Arabien und Indonesien, Kriegsschiffe nach Algerien, Waffenlieferungen an Pakistan und Indien. Kein Waffendeal scheint der Bundesregierung zu schmutzig. Immer wieder knickt sie vor der mächtigen Rüstungslobby ein, die aufgrund der Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrisen neue Märkte für ihre Waffen sucht.

Auch das Ziel, Rüstungsexporte zwischen EU-Staaten in Zukunft nicht mehr als Exporte zu deklarieren, sondern als sogenannte „Verbringungen“ ist Teil dieses vereinfachten Genehmigungsverfahrens. Das Ziel ist, das deutsche Recht an die noch weniger restriktiven EU-Regeln anzupassen, um die Rüstungsexporte deutscher Rüstungsfirmen weiter zu erleichtern.

NaturFreunde Deutschlands fordern Verbot von Rüstungsexporten im Grundgesetz
Die NaturFreunde Deutschlands fordern alle im Bundestag vertretenen Parteien auf, endlich eine Initiative zur Verankerung eines strikten Verbotes von Rüstungsexporten im Grundgesetz zu beginnen und noch in dieser Legislaturperiode die Grundlagen für eine endgültige Beendigung von Waffenexporten zu schaffen.

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Der Verkauf von Meko-Fregatten nach Algerien ist verantwortungslos

ThyssenKrupp Marine Systems plant, zwei sogenannte Meko-Fregatten im Wert von 400 Millionen Euro nach Algerien zu liefern. Doch der Verkauf von Meko-Fregatten nach Algerien ist verantwortungslos. Die NaturFreunde Deutschlands fordern ein Verbot von Rüstungsexporten in Spannungsgebiete.

Mehr als 25 Prozent der algerischen Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Etwa 25–30 Prozent der algerischen Bevölkerung sind unabhängigen Schätzungen zufolge arbeitslos. Im Staatshaushalt fehlen Gelder für die soziale und gesundheitliche Sicherung der eigenen Bevölkerung. Und trotzdem werden von Deutschland seit vielen Jahren Rüstungsexporte in dieses nordafrikanische Land genehmigt.

Typisch für diese verantwortungslose Politik ist auch die geplante Lieferung von zwei sogenannten Meko-Fregatten nach Algerien: Wenn die Kasse stimmt, wird auch die Lieferung von Kriegsmaterial mitten in Spannungsgebiete als selbstverständlich angesehen. Die Bundeswehr übernimmt dabei die Aufgabe eines Rüstungsagenten, der die Lieferung von Rüstungsgütern absichert. Auch mit der Entscheidung, algerischen Soldaten an den neuen Fregatten auszubilden, betätigt sich die Bundeswehr direkt als Glied der Rüstungsindustrie.

Diese Verquickung der Bundeswehr mit den wirtschaftlichen Interessen der Rüstungsindustrie ist nicht akzeptabel und muss sofort eingestellt werden. Dass bereits im Jahr 2008 eine hochrangige Delegation deutscher Marineoffiziere Algerien besuchte, um ihr mögliches Ausbildungsprogramm vorzustellen, zeigt, wie langfristig derartige Waffengeschäfte durchgesetzt werden.

Die Ausbildung der algerischen Soldaten soll an den Schulen der Marine, an Bord der deutschen Fregatten und bei einem Marinefliegergeschwader sichergestellt werden. Für die Ausbildung der algerischen Soldaten sollen 16 Ausbilder der Bundeswehr von 2013 bis 2017 abgestellt werden. Ab dem Jahr 2017 soll die Ausbildung durch die Bundeswehr direkt auf den neuen Fregatten fortgesetzt werden. Algerien wird dafür 12 Millionen Euro an die deutsche Regierung bezahlen.

Alle Ankündigungen der Bundesregierung, sich international für eine Einschränkung der Rüstungsexporte einzusetzen, sind unglaubwürdig, wenn die Rüstungsexportpolitik Deutschlands nur noch an den Interessen der Rüstungslobby ausgerichtet wird.

Denn diese zwei hochmodernen Fregatten der Meko-Baureihe werden den Rüstungswettlauf in der Region weiter anheizen. Doch die Bundesregierung kümmert nur, dass mit diesem neuen Rüstungsgeschäft rund 400 Millionen Euro in die Kassen der deutschen Rüstungskonzerne gespült werden.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern:
> ein sofortiges Verbot von Waffenexporten in Spannungsgebiete;
> ein Verbot des Einsatzes der Bundeswehr als Türöffner für die Rüstungslobby;
> keine Ausbildungsunterstützung der Bundeswehr für autoritäre Regime.

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Gewerkschaften, Kirchen und Umweltverbände wehren sich gegen „Ökonomisierung des Denkens“

Der gemeinsame Transformationskongress von Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB), Deutschem Naturschutzring (DNR) und Einrichtungen der Evangelischen Kirche, für den die NaturFreunde Deutschlands den Anstoß gegeben hatten, war ein wichtiges Signal: Gemeinsam wehren wir uns gegen die “Ökonomisierung des Denkens” und lassen uns unsere Zukunft nicht von den Banken diktieren. Gemeinsam wollen wir mehr Demokratie wagen und die Gesellschaft aus den Zwängen der Finanzindustrie befreien.“

Vom 8.–9. Juni 2012 veranstalteten der DGB, der DNR und Einrichtungen der Evangelischen Kirche in Deutschland einen Transformationskongress zu den politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen unserer Zeit.

Bündnis der Verantwortung für eine sozial-ökologische Modernisierung Deutschlands
In Deutschland ist es das erste Mal, dass es ein so breites Bündnis für eine sozial-ökologische Modernisierung gibt. Für die Gewerkschaften begrüßte der DGB-Bundesvorsitzende Michael Sommer diese Kooperation, EKD-Präses Nikolaus Schneider stellte sie als wichtigen Beitrag für die Stärkung der Zivilgesellschaft heraus und ich habe für den Deutschen Naturschutzring von einem Bündnis der Verantwortung gesprochen.

Regime der rücksichtslosen Kurzfristigkeit führt zu Ungleichheit und Naturzerstörung
Zahlreiche Wissenschaftler und Repräsentanten der Gewerkschaften, Kirchen und der Umweltbewegung haben auf dem Kongress deutlich gemacht, dass weltweit die Ungleichheit zunimmt und dadurch vor allem das Gebot der Gerechtigkeit verletzt wird. Dass es einen engen Zusammenhang zwischen der Ungleichheit und der Naturzerstörung gibt, zeigte auch der britische Professor Richard Wilkinson und begründete beide Phänomene mit einer immer stärker werdenden Rücksichtslosigkeit.

Ein gemeinsames Ziel der Kooperationspartner ist, das heute vorherrschende Regime der Kurzfristigkeit zu beenden. Das stellt die Gestaltungs- und Gerechtigkeitsfrage noch viel radikaler als bisher.

Transformationskongress diskutierte die in der Politik tabuisierten Fragen
Der Transformationskongress diskutierte genau die Fragen, die in der Politik tabuisiert werden, vor allem die Frage nach den Grenzen des Wachstums. Das Ziel muss nun sein, dass vor allem die große Leitidee der Nachhaltigkeit nicht länger beliebig interpretiert wird. Unsere Zeit braucht eine neue Antwort auf die Frage, wie heute Fortschritt möglich ist.

Reden und Positionspapiere des Transformationskongresses auf:  www.transformationskongress.de

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Geld regiert die Welt: Die Politik bedient wie eh und je die Banken und die bedienen sich lieber selbst

Mehr als 1.000 Milliarden Euro hat die Europäische Zentralbank (EZB) in zwei Zuteilungen im Dezember 2011 und Februar 2012 den europäischen Banken für volle drei Jahre gegen Hinterlegung von zum Teil sehr fragwürdigen Sicherheiten und zum Dumpingzins von einem Prozent überlassen, damit diese das Geld zu höheren Renditen woanders anlegen können. Entweder kaufen sie mit dem Geld Staatsanleihen der Euroländer: Dann finanziert der Steuerzahler die Banken gleich zweimal. Oder aber sie kaufen damit gerade beliebte Zertifikate auf einen höheren Ölpreis oder womit sie sonst gerne ein Geschäft machen möchten.

Der Zentralbankdeal, der den Bankern einen „free lunch“ spendiert, wie sie es in ihrem Jargon nennen würden, wurde in einzelnen Ländern sehr geschickt eingefädelt. War die Politik über die Androhung von Bankpleiten bisher in die Geiselhaft der Märkte genommen worden, so entsandten die Banken jetzt ihre Vertreter direkt in die Kabinette der neuen Regierungen Spaniens und Italiens, um ohne Umwege ihren Einfluss geltend zu machen.

Goldmänner lassen Geld vom Himmel regnen
Wirtschaftsminister in Spanien wurde einer der berüchtigten „Goldmänner“, er wechselte direkt von Spaniens großer Privatbank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) in die Regierung. Corrado Passera, Chef der schwer angeschlagenen italienischen Großbank Intesa Sanpaolo, wechselte im November in das Kabinett Monti. Eine der ersten Handlungen der neuen Regierung war eine Regelung, dass die bisher als Sicherheit nicht zugelassene Papiere der Banken per Gesetz als sicher eingestuft und damit bei der EZB hinterlegt werden konnten.

Bei der Sonderzuteilung der EZB im Dezember griff Intesa dann beherzt zu, zwölf Milliarden Euro groß fiel der erste Schluck aus der Pulle aus. Andrea Beltratti, dem Verwaltungsratsvorsitzenden des Finanzkonzerns, reichte das nicht. Er mahnte ein höheres Engagement der EZB an. Im Februar waren dann 24 Milliarden für Intesa dabei, als die EZB erneut Geld vom Himmel regnen ließ. Würde Intesa mit den 36 Milliarden einfach italienische Staatsanleihen kaufen, wäre ohne jeglichen Aufwand ein Gewinn von vier Milliarden drin.

400 Milliarden Euro im Rohstoffcasino
Das meiste Geld der EZB-Zuteilungen aber verlässt nach Expertenmeinungen den Euro-Raum. Viel Geld fließt in das Rohstoffcasino, in dem mittlerweile mit 400 Milliarden Euro weltweit gezockt wird. Und der Devisenhandel von Banken mit der Deutschen Bank als Spitzeninstitut hat seit den Notenbankinterventionen den Rekordwert von 5.000 Milliarden US-Dollar täglich erreicht.

Übrigens: Auch Deutschlands profitabelster Konzern war sich nicht zu schade, das spottbillige Zentralbankgeld zu nehmen. Zwei Milliarden sackte VW Financial Services ein. Wahrscheinlich fällt es dem Wolfsburger Autokonzern so leichter, seinem Vorstandschef Winterkorn Deutschlands höchstes Managergehalt von rund 1,5 Millionen Euro im Monat zu zahlen.

Willkommen in der Epoche der Postdemokratie
Man reibt sich die Augen und muss das Lehrbuch vom Staatsmonopolistischen Kapitalismus gar nicht erst zitieren. Ein Blick ins Feuilleton reicht. „Auf dem Kontinent der Volksdemokratie hat die Epoche der Postdemokratie längst begonnen: Viele Staaten werden faktisch bereits von den Kassenprüfern der Banken regiert, egal, wen die Menschen wählen möchten“, schreibt Dirk Schümer in der Frankfurter Allgemeinen.

Tatsächlich stand unsere Demokratie selten so sehr unter Legitimationsdruck. Politiker müssen nicht nur vom Primat der Politik reden, sie sollten auch danach handeln.

NaturFreunde begrüßen SPD-Antrag „Förderung eines offenen Umgangs mit Homosexualität im Sport“

Die NaturFreunde Deutschlands begrüßen ausdrücklich, dass mit dem Antrag der SPD-Bundestagsfraktion die Debatte über Homophobie im Sport auf die Tagesordnung des Deutschen Bundestages gesetzt wurde. Dass die Regierungskoalition den SPD-Antrag abgelehnt hat, ist dabei nur noch unter taktischen Aspekten zu verstehen.

Denn Homosexualität im Sport ist weiterhin ein Tabuthema. Durch die traditionell einseitige Fixierung des Sports auf Höchstleistungen werden unterschiedliche sexuelle Orientierungen mindestens ausgeblendet, häufig sogar diskriminiert. Nicht selten sind homosexuelle Sportler und Trainer direkten Anfeindungen ausgesetzt und verbergen deshalb ihre sexuelle Identität wie auch ihre Partner. Durch diese Diskriminierungen wird das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, das im Grundgesetz im Artikel 2, Absatz 1 als unveränderbares Menschenrecht festgeschrieben wurde, eingeschränkt.

CDU/CSU-Fraktion versteht nicht die Diskriminierung im Sport
Wenn seitens der CDU/CSU-Fraktion argumentiert wird, dass „die sexuelle Orientierung zur Privatsphäre von Sportlern“ gehöre, hat die Fraktion die alltäglich stattfindende Diskriminierung im Sport nicht verstanden. Gerade im Fußball kommt es häufig nicht nur zu Beschimpfungen von einzelnen Spielern, sondern auch zu homophoben Fangesängen und gewalttätigen Übergriffen zwischen den Fans.

Ein richtiger Ansatz ist hier der von der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen in ihrem Antrag (Drucksache 16/13394) angeregte nationale Aktionsplan gegen Homophobie. Auch die Forderung, jeder gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit entgegenzutreten, ist richtig. Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen ausdrücklich das Vorhaben, den „Nationalen Aktionsplan der Bundesrepublik Deutschland zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und darauf bezogene Intoleranz“ um das Problemfeld Homophobie zu ergänzen.

Die NaturFreunde begrüßen auch die Zustimmung der Fraktionen Bündnis 90 / Die Grünen und der Fraktion DIE LINKE zum SPD-Antrag. Ausdrücklich unterstützen die NaturFreunde Deutschlands den Vorschlag der Fraktion DIE LINKE, dass auch die trans- und intersexuellen Sportler in einer Antidiskriminierungsstrategie entsprechend berücksichtigt werden müssen, da auch sie massiven Diskriminierungen ausgesetzt sind.

Unterschiedliche Neigungen und Fähigkeiten als Bereicherung im Sport erkennen
Nur durch einen offenen gesellschaftlichen Diskurs und der Möglichkeit, sich frei und ohne Nachteile zur eigenen sexuellen Identität bekennen zu können, kann der homophoben Ausgrenzung aktiv entgegengetreten werden. Homophobe Tendenzen im Sport widersprechen einem integrativen, toleranten Sportverständnis und dürfen nicht toleriert werden. Die NaturFreunde Deutschlands treten ein für ein Sportverständnis, welches ohne jegliche Diskriminierung und Ausgrenzung auskommt: Gerade Menschen mit unterschiedlichen Ausrichtungen, Neigungen und Fähigkeiten müssen als Bereicherung im Sport erkannt und auch gefördert werden. Nicht das vermeintlich „Normale“, sondern die Unterschiedlichkeit sollten das Bild des Sportes bestimmen.

Ausdrücklich unterstützten die NaturFreunde die Forderungen an die Bundesregierung,

  • die Mittel für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) im Haushalt 2012 um 2,7 Millionen Euro auf 5,6 Millionen Euro zu erhöhen;
  • sich international dafür einzusetzen, dass jegliche sexuelle Diskriminierung im Sport aktiv angesprochen wird sowie für eine internationale Strategie zur Bekämpfung von Homophobie im Sport einzutreten;
  • auch im sportlichen Bereich aktiv für die Akzeptanz unterschiedlicher sexueller Identitäten und unterschiedlicher Lebensweisen zu werben und eine Kampagne „Vielfalt im Sport“ zu beginnen;
  • die positiven Erfahrungen aus der Antirassismusarbeit des DFB und der Fanprojekte aufzugreifen und diese auch auf den Bereich der sexuellen Diskriminierung zu übertragen;
  • die Förderung von Kooperationsvorhaben zwischen Lesben- und Schwulenverbänden sowie Sportvereinen oder Fanprojekten zu unterstützen;
  • Trainer durch spezielle Ausbildungskonzepte für das Thema Homosexualität und Sport zu sensibilisieren;
  • ein dezentrales Netz von Beratungsstellen der Sportverbände zu fördern, an die sich von Diskriminierungen betroffene homosexuelle Sportler wenden können;
  • wissenschaftliche Forschung über die Mechanismen von „Homophobie im Sport“ sowie mögliche Gegenstrategien, etwa im Rahmen der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld oder des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, gezielt zu fördern.

NaturFreunde: ein Sportverband für den Breitensport
Die NaturFreunde Deutschlands haben vier sportliche Fachgruppen (Bergsport, Kanusport, Schneesport, Wandern) mit 28 qualitativ hochwertigen Ausbildungsgängen, mehr als 1.000 aktiven Trainern und Tourenführern mit speziellem Sportausweis, davon etwa 240 Wanderleiter, 70 Kanusportler, 300 Bergsportler, 480 Schneesportler sowie rund 30 Skischulen.

Im Mittelpunkt des NaturFreunde-Sports steht der Mensch in seiner nachhaltigen Beziehung zu Natur und Umwelt. Unsere Sportler müssen keine Athleten sein. Teamgeist, soziale Verantwortung, Umwelt- und Naturschutz sind Kernkompetenzen unserer Arbeit.
Direkt zum Natursport der NaturFreunde Deutschlands www.natursport.naturfreunde.de

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