Energiegipfel: Merkel nimmt ihr „wichtigstes Projekt“ nicht ernst

Wir erleben das andauernde Scheitern der Energiewende. Innerhalb von vier Jahren sind zwei Umweltminister – Röttgen und jetzt Altmaier – an der Energiewende gescheitert. Beide haben aus einem großen Projekt eine permanente Ankündigung ohne Folgen gemacht.

Heute hat die Bundeskanzlerin zum Energiegipfel ins Kanzleramt geladen. Dabei finden fast wöchentlich Energiedialoge im Bundesumweltministerium statt mit fast immer denselben Akteuren. Aber immer noch ist kein überzeugendes Konzept erkennbar.

Zentrale Fragen der Energiewende sind bis heute nicht angesprochen. Insbesondere wie eine Verbindung aus Effizienzrevolution und solarer Energieversorgung gegen den Widerstand der traditionellen Verbundwirtschaft (EON, ENBW, Vattenfall, RWE) durchgesetzt werden kann.

Die großen Energiekonzerne beherrschen immer noch fast 80 Prozent des Energiemarktes und ihr Hauptinteresse ist nicht die Energiewende, sondern die Sicherung des bisherigen Systems.

Die Energiewende hat eine eigene Systemlogik, die politisch durchgesetzt werden muss. Es geht nicht nur um die Erschließung erneuerbarer Energien, sondern insbesondere um mehr Energiesparen und Energieeffizienz. Der hohe Energieverbrauch muss systematisch reduziert werden. Daran aber ist die verschwenderische Verbundwirtschaft überhaupt nicht interessiert.

Ein Grund für das andauernde Scheitern der Energiewende ist insbesondere der fortgesetzte Widerstand von Wirtschaftsminister Philipp Rösler. Und trotzdem gibt mittlerweile nicht mehr der Umweltminister – obwohl doch von der Kanzlerin extra für dieses Projekt ausgesucht – die Regierungserklärung zur Energiewende ab, sondern der Blockierer Rösler.

Die Bundeskanzlerin lässt zu, dass der Bock zum Gärtner gemacht und Minister Altmaier in den Regen gestellt wird. Die Bundesregierung nimmt ihr “wichtigstes Projekt” nicht ernst. Die “verantwortlichen” Minister blockieren entweder die Energiewende oder deckeln den Ausbau der Erneuerbaren.

NaturFreunde fordern Auflösung von EURATOM

Die NaturFreunde Deutschlands begrüßen die morgige EURATOM-Debatte im Deutschen Bundestag über die Anträge der Oppositionsparteien. Während DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen die Auflösung von EURATOM fordern, beantragt die SPD eine grundlegende Umgestaltung des Vertrages.

CDU/CSU und FDP haben im federführenden Ausschuss bereits die Ablehnung empfohlen. Die Bundesregierung behauptet zwar immer wieder, am Atomausstiegsbeschluss des Deutschen Bundestags festhalten zu wollen, trägt einen wirklich konsequenten Ausstieg Deutschlands aus der Atomförderung aber nicht mit.

EURATOM: Trotz Atomausstieg werden Milliarden in die Atomforschung gepumpt
Tatsache ist: Der EURATOM-Vertrag hintertreibt den deutschen Atomausstieg. EURATOM regelt die Förderung für die Nuklearforschung und die Förderung des Baus und die Nutzung von Atomkraftwerken in Europa. Nach bisherigen Planungen will die Europäische Kommission für die Förderperiode 2014–2020 allein für EURATOM 1,665 Milliarden Euro bereitstellen. Weitere 2,573 Milliarden Euro sollen für die Forschung und den Bau des Fusionsreaktors ITER ausgegeben werden.

Für eine neue Energiepolitik in Deutschland und Europa muss EURATOM aufgelöst werden. Dieser 1957 geschlossene Vertrag stellt die Förderung der Atomtechnologie in den Mittelpunkt und gewährt der Atomwirtschaft zahlreiche undemokratische Privilegien. Die NaturFreunde Deutschlands fordern alle Fraktionen im Bundestag auf, einer Auflösung von EURATOM zuzustimmen. Zudem unterstreichen die NaturFreunde ihre Forderung, dass Deutschland aus dem EURATOM-Vertrag einseitig austreten muss, wenn sich die anderen Mitgliedsstaaten weigern, diesen Vertrag aufzulösen.

Eine grundlegende Reform von EURATOM, wie im SPD-Antrag gefordert, halten die NaturFreunde aufgrund der Notwendigkeit einer Zustimmung aller EU-Mitglieder nicht für durchsetzbar.

Der EURATOM-Vertrag ist ein Relikt aus einer Zeit, in der absolute Technikgläubigkeit das Denken der Menschen beherrschte. Die offensichtlichen Gefahren durch die Atomkraft und die weiterhin ungeklärte Endlagerfrage wurden vom Wunsch nach endloser und billiger Energie verdrängt, was zur massiven Förderung der Atomkraft führte. Nach Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima aber wissen wir mehr denn je, wie fatal dieses Denken ist.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern,
>    dass EURATOM schnellstmöglich aufgelöst wird;
>    dass stattdessen ein neuer europäischer Vertrag geschlossen wird, auf dessen Grundlage erneuerbare Energien gefördert und erhebliche Energieeinsparungen in ganz Europa durchgesetzt werden;
>    dass die europäischen Verträge so geändert werden, dass darin das Verbot der Nutzung von Atomtechnologien für militärische Zwecke sowie zur Energiegewinnung als Grundlage der Europäischen Union festgeschrieben wird;
>    dass Deutschland seine EURATOM-Mitgliedschaft kündigt, wenn eine Auflösung innerhalb der EURATOM-Mitgliedsstaaten nicht durchsetzbar ist.

Einladung an Redaktionen: Protestveranstaltung vor dem Deutschen Bundestag
Die NaturFreunde Deutschlands haben eine Protestveranstaltung vor dem Deutschen Bundestag unter dem Motto „EURATOM?: Nein danke!“ angemeldet.
Wann Freitag, 15. März 2013, 10:00–11:00 Uhr
Wo Ecke Ebertstraße/Scheidemannstraße
Ein sechs Meter breites Transparent wird sprechende Bilder ermöglichen.

www.euratom-nein-danke.de

Doha und die Tragödie des globalen Klimaschutzes

Immer zum Jahresende wiederholt sich ein böses Ritual: Weltklimakonferenzen als inszenierte Mammutveranstaltungen. Im Jahr 1992 wurde in Rio noch einstimmig beschlossen, die Atmosphäre nur soweit zu belasten, wie es zu keiner dauerhaften Schädigung im Klimasystem kommen kann. 20 Jahre später hat sich umgerechnet auf Kohlendioxid die Konzentration der schädlichen Treibhausgase nahezu verdoppelt. Deutlicher kann das Versagen der internationalen Staatengemeinschaft nicht beschrieben werden. Auch in den abgekühlten Sitzungsräumen von Doha haben sich erneut diejenigen durchgesetzt, die es lieber heiß mögen.

Obwohl das eigentlich unzureichende Zwei-Grad-Ziel einer globalen Erwärmung wahrscheinlich nicht mehr eingehalten werden kann, wird mittlerweile selbst der schwächste Kompromiss schon als Erfolg bezeichnet. Der Widerspruch zwischen dem Wissen über die Klimagefahren und der Handlungsunfähigkeit der Staatengemeinschaft ist eine Tragödie. Solange nicht endlich ein Punkt unter dieser Prozedur des endlosen Scheiterns gemacht wird, werden wir immer wieder von “Meilensteinen” und “Fahrplänen” hören. So haben auch alle Bundesumweltminister der letzten zehn Jahre geredet. Hauptsache, es geht weiter.

Die NaturFreunde Deutschlands verlangen von Bundesumweltminister Altmaier, in der Bundesregierung und auch in der EU endlich Tacheles zu reden. Selbst die Kooperation von Durban, wo die EU gut mit den Entwicklungs- und Schwellenländern zusammengearbeitet hatte, ist in Doha folgenlos geblieben. Tatsächlich hat sich die EU nicht nur mutlos, sondern geradezu ängstlich gezeigt.

Dabei muss gerade die Wirtschaftskrise als Anlass begriffen werden, die Klimaschutzaktivitäten massiv zu verstärken. Ein internationales Klimaschutzprogramm ist auch der beste Weg für mehr Beschäftigung und eine sozialökologische Transformation der Gesellschaft.

Stattdessen aber werden wir wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren dasselbe Elend erleben: Ein absolutes Versagen der Staatengemeinschaft, das die Zukunft kommender Generationen ruiniert und dabei auch noch als Erfolg verkauft wird.

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Entwicklungsetat: NaturFreunde fordern deutliche Erhöhungen

Am Mittwoch debattiert der Bundestag über den Entwicklungshaushalt (Haushaltsplan 23). Die Bundesregierung und die Regierungsparteien CDU/CSU und FDP planen eine Senkung der Ausgaben für den Entwicklungsetat 2013. Im Vergleich zum Haushaltsplan 2012 sollen demnach 87 Millionen Euro weniger ausgegeben werden, obwohl im ersten Entwurf des Haushaltsplans noch eine marginale Steigerung von 38 Millionen Euro vorgesehen war.

Dabei ist diese Kürzung aufgrund der vielfältigen Aufgaben in der Entwicklungszusammenarbeit völlig inakzeptabel. Die Bundesregierung zerstört damit weiter die internationale Glaubwürdigkeit Deutschlands gegenüber den Staaten des globalen Südens. Aber auch die Aussagen der Bundesregierung auf internationalen Konferenzen, sich für eine deutliche Anhebung der internationalen Entwicklungsausgaben einzusetzen, werden so absolut unglaubwürdig – besonders wenn gleichzeitig der Verteidigungsetat um 1,4 Milliarden Euro ansteigen soll. Die Fehlentwicklung der Haushaltspolitik der Bundesregierung ist offensichtlich.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, noch in dieser Legislaturperiode einen Gesetzesentwurf vorzulegen, in dem sich Deutschland mit einem klaren Stufenplan bis 2017 verpflichtet, die sogenannte ODA-Quote (Anteil der öffentlichen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit am Bruttonationaleinkommen) in Höhe von 0,7 Prozent als jährliche öffentliche Entwicklungshilfe gesetzlich zu garantieren.

Denn die Entwicklung der ODA-Quote ist ein Trauerspiel: Seit den 1970er Jahren versprechen alle Bundesregierungen und Parteien im Deutschen Bundestag, dass die deutsche ODA-Quote mittelfristig auf 0,7 Prozent erhöht werden soll. Passiert ist jedoch so gut wie nichts. Wenn Deutschland seine Verpflichtungen zur schrittweisen Anhebung der ODA-Quote erfüllen wollte, müssten alleine im Bundeshaushalt 2013 die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit um 2,15 Milliarden Euro angehoben werden.

Mit der Entscheidung, die Entwicklungshilfeausgaben zu kürzen, setzt die Bundesregierung ein katastrophales Signal. Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Parlamentarier auf, die geplanten Kürzungen zu verhindern. Denn die Entwicklungsausgaben müssen nicht gekürzt, sondern angehoben werden.

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umFAIRteilen: Die soziale Frage ist auch eine ökologische

Die NaturFreunde Deutschlands rufen zur Beteiligung an den bundesweiten „umFAIRteilen“-Demonstrationen für eine stärkere Besteuerung großer Vermögen auf. Wir erwarten von der Politik, die unsoziale Verteilung von Chancen und Einkommen endlich zu beenden. Die Konzentration des Reichtums bei einigen Wenigen bedeutet immer auch Verschwendung, mehr Armut und mehr Naturverbrauch. Für uns NaturFreunde ist die soziale Frage deshalb auch eine ökologische.

Alle umFAIRteilen-Aktionsorte: www.umfairteilen.de/start/staedte

Die NaturFreunde Deutschlands engagieren sich im Trägerkreis des Bündnisses „umFAIRteilen – Reichtum besteuern“ und haben die umFAIRteilen-Großdemonstration in Berlin angemeldet. umFAIRteilen ist ein gesellschaftlich breit angelegtes Bündnis, das mehr als zehn Millionen Menschen repräsentiert, die sich schon seit Jahrzehnten für die Sicherung des Sozialstaates einsetzen.

Das Bündnis fordert eine Vermögensteuer und eine einmalige Vermögensabgabe, um die notwendigen öffentlichen und sozialen Ausgaben gerecht zu finanzieren und die horrende Verschuldung abzubauen sowie einen konsequenteren Kampf gegen Steuerflucht, Steueroasen und Spekulation.

Eine demokratische Gesellschaft ist ohne soziale Gerechtigkeit nicht umsetzbar. Deshalb sind die Forderungen des Bündnisses umFAIRteilen auch Forderungen nach einer demokratischeren Gestaltung der Gesellschaft.

Die hohen Renditeerwartungen des Kapitals sind meist mit ökologischen und sozialen Desastern irgendwo auf dem Globus erkauft“. Auch sind es doch Mindestlöhne und stabile Einkommen, die viele Menschen erst in die Lage versetzen, etwa ihren Energieverbrauch durch den Einsatz energieeffizienter Haushaltsgeräte zu senken.

Wir rufen alle sozial und ökologisch handelnden Bürger zur Beteiligung an den bundesweiten Demonstrationen für die stärkere Besteuerung großer Vermögen auf. Unsere Gesellschaft muss wieder sozialer und ökologischer werden, schon allein, damit die kommenden Generationen eine echte Chance haben.

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MUC: NaturFreunde unterstützen Bürgerbegehren zur Verhinderung der 3. Startbahn

Immer größer, immer schneller, immer flexibler: Die Flughafen München GmbH (FMG) plant eine dritte Start- und Landebahn, um das internationale Drehkreuz MUC weiter ausbauen zu können. Denn die globalisierte Wirtschaft verlegt immer mehr Verkehrsströme in der Luft. Für die Bewohner Münchens bedeutet das aber ein Mehr an Lärm, Abgasen und Umweltzerstörung.

Die NaturFreunde Deutschlands und die NaturFreunde Bayern lehnen den Ausbau des Flughafens München ab und unterstützen die Forderung des Bürgerentscheids „Bürgerbegehren zur Verhinderung der 3. Startbahn“. Mit dem Bürgerentscheid soll die Stadt München aufgefordert werden, alle ihre Möglichkeiten als Gesellschafterin der Flughafen München GmbH zu nutzen, um den Bau einer 3. Start- und Landebahn des Verkehrsflughafens München zu verhindern. Die NaturFreunde bitten alle abstimmungsberechtigten Münchner, für das Bürgerbegehren gegen die 3. Startbahn zu stimmen.

Betroffen sind 540.000 Menschen sowie 1.000 Hektar Vogelschutzgebiet
Die NaturFreunde weisen seit vielen Jahren darauf hin, dass Fluglärm krank macht. Alleine in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und München sind mehr als 540.000 Menschen vom Fluglärm betroffen. Durch die dritte Startbahn würden sich auch Flugrouten ändern, sodass auch große Teile Münchens vom Fluglärm betroffen wären.

Durch die neue Startbahn würden mehr als 1.000 Hektar wertvolles Vogelschutzgebiet zerstört. Selbst das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit musste feststellen, dass das „Nördliche Erdinger Moos“ ein ökologisch hochwertiger Lebensraum für Vögel ist und als „geeignetstes Gebiet“ nach EU-Vogelschutzrichtlinie als Vogelschutzgebiet gemeldet werden muss. Es ist eines der wichtigsten bayerischen Wiesenbrütergebiete, mit einem der größten Brachvogel-Bestände, sehr bedeutenden Brutvorkommen von Kiebitz, Feldlerche, Grauammer und weiteren Arten der Stillgewässer, Röhrichte und Verlandungszonen, wie etwa dem Blaukehlchen. Die Zerstörung eines ökologisch derart wertvollen Gebietes darf nicht einfach toleriert werden.

Mehr Luftverkehr führt zu einem Mehr an Lärm und Umweltzerstörung
Die NaturFreunde kritisieren den trotz des Klimawandels immer weiter zunehmenden Flugverkehr und lehnen ab, dass Lebensmittel, Maschinenteile, Blumen oder die neueste Sommermode quer über den Globus geflogen werden. Die herrschende „just-in-time-Ideologie“, die Läger zunehmend in die Luft verlagert, hat zu einem Mehr an Lärm und Umweltzerstörung geführt. Dabei werden die hohen Flugtransportkosten häufig durch Hungerlöhne in den Produktionsländern ausgeglichen.

Fliegen ist die mit Abstand klimaschädlichste Form des Reisens. Deutschland braucht keinen weiteren Ausbau von Flughäfen. Stattdessen muss das Ziel einer ökologisch orientierten Verkehrspolitik sein, den Flugverkehr zu bremsen, statt ihn zu fördern.

Die NaturFreunde fordern neben dem Stopp der Pläne für eine 3. Startbahn in München

  • ein generelles Verbot von Kurzflügen unter 800 Kilometern;
  • die massive Einschränkung der Versendung von Waren per Luftfracht;
  • die Einführung einer Luftverkehrsabgabe, welche die realen sozial-ökologischen Kosten des Luftverkehrs widerspiegelt;
  • ein generelles Nachflugverbot an allen Flughäfen weltweit;
  • die Einführung einer Steuer auf Kerosin in allen europäischen Staaten;
  • die Beendigung des massiven Ausbaus der europäischen Großflughäfen und eine generelle Umsteuerung in der Verkehrspolitik der Europäischen Kommission.

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Gewerkschaften, Kirchen und Umweltverbände wehren sich gegen „Ökonomisierung des Denkens“

Der gemeinsame Transformationskongress von Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB), Deutschem Naturschutzring (DNR) und Einrichtungen der Evangelischen Kirche, für den die NaturFreunde Deutschlands den Anstoß gegeben hatten, war ein wichtiges Signal: Gemeinsam wehren wir uns gegen die “Ökonomisierung des Denkens” und lassen uns unsere Zukunft nicht von den Banken diktieren. Gemeinsam wollen wir mehr Demokratie wagen und die Gesellschaft aus den Zwängen der Finanzindustrie befreien.“

Vom 8.–9. Juni 2012 veranstalteten der DGB, der DNR und Einrichtungen der Evangelischen Kirche in Deutschland einen Transformationskongress zu den politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen unserer Zeit.

Bündnis der Verantwortung für eine sozial-ökologische Modernisierung Deutschlands
In Deutschland ist es das erste Mal, dass es ein so breites Bündnis für eine sozial-ökologische Modernisierung gibt. Für die Gewerkschaften begrüßte der DGB-Bundesvorsitzende Michael Sommer diese Kooperation, EKD-Präses Nikolaus Schneider stellte sie als wichtigen Beitrag für die Stärkung der Zivilgesellschaft heraus und ich habe für den Deutschen Naturschutzring von einem Bündnis der Verantwortung gesprochen.

Regime der rücksichtslosen Kurzfristigkeit führt zu Ungleichheit und Naturzerstörung
Zahlreiche Wissenschaftler und Repräsentanten der Gewerkschaften, Kirchen und der Umweltbewegung haben auf dem Kongress deutlich gemacht, dass weltweit die Ungleichheit zunimmt und dadurch vor allem das Gebot der Gerechtigkeit verletzt wird. Dass es einen engen Zusammenhang zwischen der Ungleichheit und der Naturzerstörung gibt, zeigte auch der britische Professor Richard Wilkinson und begründete beide Phänomene mit einer immer stärker werdenden Rücksichtslosigkeit.

Ein gemeinsames Ziel der Kooperationspartner ist, das heute vorherrschende Regime der Kurzfristigkeit zu beenden. Das stellt die Gestaltungs- und Gerechtigkeitsfrage noch viel radikaler als bisher.

Transformationskongress diskutierte die in der Politik tabuisierten Fragen
Der Transformationskongress diskutierte genau die Fragen, die in der Politik tabuisiert werden, vor allem die Frage nach den Grenzen des Wachstums. Das Ziel muss nun sein, dass vor allem die große Leitidee der Nachhaltigkeit nicht länger beliebig interpretiert wird. Unsere Zeit braucht eine neue Antwort auf die Frage, wie heute Fortschritt möglich ist.

Reden und Positionspapiere des Transformationskongresses auf:  www.transformationskongress.de

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Einseitiger EURATOM-Austritt Deutschlands ist möglich

Der EURATOM-Vertrag muss schnellstmöglichst aufgelöst und stattdessen die Gründung einer “Europäischen Gemeinschaft zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeinsparung” vorangetrieben werden!“ Diese langjährige Kernforderung der NaturFreunde Deutschlands werde ich heute als Sachverständiger in der EURATOM-Sitzung des Bundestags-Ausschusses für Wirtschaft und Technologie erläutern und dabei detailliert ausführen, dass der EURATOM-Vertrag erhebliche demokratische Defizite hat und auch ein einseitiger Austritt Deutschlands aus dem EURATOM-Vertrag ausdrücklich möglich ist.

Schließlich wurde mit dem Vertrag von Lissabon zum ersten Mal in Artikel Art. 50 EUV explizit geregelt, wie ein Mitgliedsstaat aus der EU austreten kann. Im Art. 106a EAGV des Vertrags von Lissabon werden im Abs. 1 die Regelungen des AEUV aufgeführt, die auch auf den EURATOM-Vertrag angewandt werden. Ausdrücklich wird hier auch der Artikel 50 EUV benannt, der das Austrittsverfahren regelt. Die NaturFreunde Deutschlands sehen hiermit eine klare Regelung, dass der Art. 106a Abs. 1 EAGV in Verbindung mit Art. 50 Abs. 1 EUV festgeschrieben hat, dass in Zukunft jeder Mitgliedsstaat aus dem EURATOM-Vertrag einseitig austreten kann.

Behauptungen, dass ein Austritt eines Mitgliedsstaates aus dem EURATOM-Vertrag gleichzeitig mit einem Austritt aus der EU verbunden sein müsse, lassen sich durch die vertraglichen Regelungen aufgrund 106a EAGV und dem Hinweis auf Art.50 EUV nicht konstruieren.

Die Stellungnahme als sechsseitiges online-PDF steht hier.

EURATOM? Nein Danke!
Die NaturFreunde wollen EURATOM durch eine alternative „Europäische Gemeinschaft zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeinsparung“ ersetzen. Sie führen dazu international und national eine Kampagne gegen EURATOM durch.

So haben die NaturFreunde in Deutschland eine Initiative für „1.000 Gipfel gegen EURATOM“ gestartet: www.euratom-nein-danke.de

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Weltumwelttag: Die Politik muss die „Green Economy“ gestalten

Anlässlich des die „Green Economy“ thematisierenden Weltumwelttages am 5. Juni fordern die NaturFreunde einen konkreten politischen Fahrplan für die bisher viel zitierte, aber nicht klar definierte „grüne Wirtschaft“. Die Aufgaben und die Verantwortung der Politik dürfen nicht einfach an die Privatwirtschaft delegiert werden, kritisierte etwa der Präsident der NaturFreunde Internationale (NFI) Manfred Pils. Auch die NaturFreunde Deutschlands warnen: Wenn die Politik nicht mehr die Instanz des Allgemeinwohls ist, wenn sie die Wirtschaft nicht mehr sozialökologisch gestaltet, wenn sie das Primat über die Entwicklung der Gesellschaft verliert, dann wird dies zur Gefahr für die Demokratie.

Neben dem diesjährigen Weltumwelttag steht auch die am 20. Juni in Rio de Janeiro beginnende „Rio+20“-Konferenz im Zeichen der „Green Economy“. Doch was macht diese viel zitierte „grüne Wirtschaft“ eigentlich aus? Eine klare Definition fehlt ebenso wie eine klare Verantwortlichkeit: Wer genau soll denn auf globaler Ebene die Wirtschaft grüner, nachhaltiger, gerechter und umweltverträglicher machen?

UN setzen offensichtlich zu große Erwartungen in Handlungsfähigkeit der Wirtschaft
So bleibt die „Green Economy“ nicht mehr als ein Schlagwort, das für die NaturFreunde mehr Fragen als Antworten aufwirft. „Die Vereinten Nationen setzen ganz offensichtlich zu große Erwartungen in die Handlungsfähigkeit und -willigkeit der Privatwirtschaft“, warnte Manfred Pils. Wer die Privatwirtschaft zum hauptverantwortlichen Akteur für Nachhaltigkeit erkläre, mache den Bock zum Gärtner. „Gewählte Politiker haben die ureigene Aufgabe, unsere Gesellschaft zu gestalten. Diese Verantwortung darf und kann nicht einfach an ‚die Wirtschaft‘ delegiert werden“, kritisierte Pils. Und ich möchte noch hinzufügen: Das Versagen der Politik gefährdet unsere Demokratie.

Nur die ökologische Modernisierung kann den Ausweg aus der Krise zeigen
„Die Fixierung auf Bruttoinlandsprodukt und Wirtschaftswachstum hat uns dorthin geführt, wo wir heute stehen“, betonte Pils. „Wir erleben einen Epochenwechsel, der die Grenzen des Wachstums immer deutlicher zeigt und grundlegende Reformen notwendig macht. Nur wenn ökologische, ökonomische und soziale Aspekte als kohärente Gesamtheit thematisiert werden, kann der Übergang zu einer grünen Wirtschaft zum größeren Wohl von Gesellschaft und Umwelt beitragen.“

Auch die NaturFreunde Deutschlands sind überzeugt, dass das Ende einer Epoche erreicht ist: Nur die ökologische Modernisierung kann den Ausweg aus der Krise zeigen und eine grundlegende Erneuerung von Wirtschaft und Gesellschaft in Gang setzen.

In diesem Zusammenhang verweise ich auch nochmals auf den am 8. Juni in Berlin beginnenden Transformationskongress (www.transformation.naturfreunde.de), auf dem der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Deutsche Naturschutzring und Einrichtungen der Evangelischen Kirche in Deutschland die politischen und wirtschaftlichen Umbrüche unserer Zeit diskutieren wollen.

Politik muss Verantwortung für Nachhaltige Entwicklung endlich wahrnehmen
Die danach stattfindende „Rio+20“-Konferenz bietet die Chance, die zahlreichen bereits existierenden Vorschläge, wie Wohlstand für alle ohne Zerstörung der Umwelt erreicht werden kann, zu diskutieren und weiter zu entwickeln. Die NaturFreunde appellieren an die politischen Entscheidungsträger, diese Chance zu nutzen und ihre Verantwortung für eine Nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft endlich wahrzunehmen.

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Sport und Menschenrechte dürfen nicht für außenpolitische Interessen missbraucht werden

Die Debatte über den Besuch der Fußball-Europameisterschaft 2012 in der Ukraine durch westliche Politiker ist einfach nicht glaubwürdig. Denn dann dürften diese Politiker auch bei vielen anderen sportlichen Großereignissen nicht mehr erscheinen. Immer wieder werden dort Menschenrechte missachtet und ökologische wie soziale Standards für die Profitinteressen der großen Sponsoren geopfert.

Die oft unmenschlichen Arbeitsbedingungen bei vielen Zulieferbetrieben der großen Sportartikelhersteller, aber auch beim Bau der sportlichen Infrastruktur sowie das systematische Ausgrenzen von kleinen Straßenhändlern im Umfeld der Sportarenen sind mit einer menschenrechtspolitisch ausgerichteten Sportpolitik nicht vereinbar. Im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika zum Beispiel wurden arme Menschen massiv aus Wohnhäusern vertrieben und diese dann zerstört. Dort warten heute immer noch mehr als 10.000 Menschen auf eine Entschädigung für die Zerstörung ihrer Häuser. Diese Vorgänge wiederholen sich auch in den brasilianischen Favelas im Vorfeld der Fußball-WM 2014. Die UN-Berichterstatterin für das Recht auf angemessenes Wohnen, Raquel Rolnik, erwartet mehr als 150.000 Zwangsumsiedlungen für die Austragungsorte der Fußball-WM 2014.

Menschenrechte konsequent bei allen sportlichen Großereignissen einfordern
Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, sich grundsätzlich mit den sozialen und ökologischen Folgen von sportlichen Großereignissen zu beschäftigen und sich auf internationaler Ebene für die Vereinbarung von Mindeststandards einzusetzen. Bei Verstößen gegen diese Mindeststandards müssen die Betroffenen dann das Recht haben, die austragenden Verbände direkt zu verklagen.

Zudem müssen die sportlichen Großereignisse auch den Arbeitnehmern in den Zulieferbetrieben nutzen. Die Beschäftigten in den Produktionsstätten für Trikots und Fanartikel in Indonesien, China und Südamerika werden häufig ausgebeutet und müssen zu unmenschlichen Arbeits- und Sozialbedingungen tätig sein.

Keine dieser tagtäglichen Menschenrechtsverletzungen führt bei der Bundesregierung aber zu vergleichbaren Protesten. Vielmehr unterstützt sie unkritisch sportliche Großereignisse, wenn es in ihre geostrategischen Interessen passt. Ein skandalöses Beispiel istauch die Durchführung des Fomel-1-Rennens in Bahrain. Wenige Monate nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung in dem Obrigkeitsstaat ist die Durchführung dieses milliardenschweren Geschäfts ohne weitere Kritik hingenommen worden.

Politiker äußern sich nicht zu den tagtäglichen Menschenrechtsverletzungen
Vor diesem Hintergrund halten die NaturFreunde die derzeitige Debatte über den Besuch westlichen Politiker für unehrlich. Dahinter steht auch der Versuch, sich in die inneren Angelegenheiten der Ukraine einzumischen. Während die Eskapaden der proeuropäischen Regierung Timoschenko ohne Kritik der westlichen Staaten hingenommen wurde, wird die jetzige Regierung unter dem Vorwand der Menschenrechtsverletzungen massiv angegangen.

Obwohl seit Jahrzehnten unter den verschiedenen Regierungen der Ukraine Tausende von Gefangenen zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen und unter Anwendung von Folter und Gewalt eingesperrt sind, hat sich die westliche Politik bisher zu diesen tagtäglichen Menschenrechtsverletzungen kaum geäußert.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern einen ehrlicheren Umgang mit Menschenrechtsfragen, unabhängig von außenpolitischen Interessen. Zudem müssen endlich konkrete Maßnahmen eingeleitet werden, damit sportliche Großereignisse nicht nur dem Kommerz und der Bereicherung der sportlichen Großorganisationen dienen, sondern auch die menschenrechtliche Situation in den austragenden Ländern verbessern.

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25 Jahre Brundtland-Bericht: Nachhaltigkeit jetzt ins Grundgesetz

Am 27. April 1987 wurde der sogenannte Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung veröffentlicht, der unter anderem das Leitbild der „Nachhaltigen Entwicklung“ prägte. Die im Bericht enthaltenen Empfehlungen sollten eine Antwort auf die großen Herausforderungen der ökologischen Grenzen des Wachstums geben, ohne die Entwicklungschancen der Länder des Südens zu gefährden.

25 Jahre später ist es allerhöchste Zeit, die Idee der Nachhaltigen Entwicklung ins Grundgesetz zu schreiben.

Auch wenn sich nur zwei Jahre nach der damaligen Veröffentlichung die Rahmenbedingungen radikal geändert hatten, unter denen der Bericht geschrieben worden war und es zur Implosion der zwischen Ost und West geteilten Welt kam. Durch die Globalisierung und die Herausforderungen einer „verschmutzten, ungleichen, störanfälligen und überbevölkerten Welt“ hat die Idee der Nachhaltigkeit mittlerweile eine noch viel größere Bedeutung erhalten. Sie wurde zur Leitlinie für die Entwicklung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Nachhaltige Entwicklung ist weitgehend Papier geblieben
„Allerdings ist diese Idee bisher weitgehend Papier geblieben, beliebig interpretiert und willkürlich missbraucht“, hat der umweltpolitische Sprecher der NaturFreunde Eckart Kuhlwein bilanziert.

Nachhaltigkeit fordert einen radikalen Umbau unseres Wirtschaftssystems
Heute findet eine globale Auseinandersetzung zwischen dem Konzept des quantitativen Wachstums um jeden Preis und des Umbaus in eine nachhaltige Entwicklung statt. Nachhaltigkeit ist dabei auf keinen Fall vereinbar mit der heute vorherrschenden Ökonomie der Kurzfristigkeit. Nachhaltigkeit ist auch eine Systemfrage. Es geht hier nicht um ein Sowohl-als-auch. Das Konzept der Nachhaltigkeit fordert ein Entweder-oder und damit einen radikalen Umbau unseres heutigen Wirtschaftssystems mit seinem kurzfristigen Gewinnstreben.

Bundesregierung muss die Nachhaltige Entwicklung zur Chefsache machen
Der Vorstand der NaturFreunde Deutschlands hat die Bundesregierung aufgefordert, sich nicht länger auf das Publizieren von periodischen Berichten zur Nachhaltigkeit in Deutschland zu beschränken, in denen auch noch krampfhaft versucht wird, vieles als nachhaltig zu beschreiben, was weit davon entfernt ist.

Die Bundesregierung muss stattdessen die nachhaltige Entwicklung zur Chefsache machen und als ersten Schritt einen runden Tisch zur Nachhaltigkeit einberufen.

25 Jahre nach dem Brundtland-Bericht ist es allerhöchste Zeit, die Idee der Nachhaltigen Entwicklung ins Grundgesetz zu schreiben, damit sie endlich verbindlich wird.

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Stoppt die Entmündigung der Demokratie: für ein soziales Europa – gegen den globalen Finanzkapitalismus

Angesichts der fortschreitenden Debatten über die Einführung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) erklärt der Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

Mithilfe einer neoliberalen Politik der Deregulierung und Liberalisierung ist es in den letzten Jahren zu einer Herrschaft des Finanzkapitalismus gekommen. Die Politik wurde von den Banken in Geiselhaft genommen. Solange es aber diese Anpassung der gesamten Gesellschaft an die Märkte gibt, wird die Demokratie geschwächt, die Gerechtigkeit demontiert und der soziale Zusammenhalt zerstört.

Der Europäische Stabilitätsmechanismus soll als Teil des sogenannten Euro-Rettungsschirms ohne zeitliche Befristung durch den Deutschen Bundestag beschlossen werden. Verknüpft wird er mit dem Fiskalvertrag (Vertrag über Stabilität, Koordinierung und Steuerung in der Wirtschafts- und Währungsunion). Alle Euro-Länder sollen damit verpflichtet werden, die dort festgelegten Regeln, wie zum Beispiel die Schuldenbremse einzuhalten. Dadurch werden die Euro-Länder, die nationalen Parlamente und damit auch der Deutsche Bundestag ihre Haushaltssouveränität verlieren.

Die NaturFreunde bestreiten nicht, dass auch die öffentliche Hand sorgsam mit den Einnahmen und Ausgaben umgehen muss. Aber unser Land kann diese Herausforderungen nur bewältigen, wenn die Einkommens- und Vermögensverteilung gerecht ist und der öffentliche Sektor gestärkt wird.

Es ist nicht die Zeit der Ausgabenkürzungen, denn diese werden die soziale Lage in den Ländern noch weiter verschlechtern. Sozialabbau, weitere Privatisierungen und Massenentlassungen im öffentlichen Dienst werden dann die Folge sein. An Griechenland und Spanien können die Auswirkungen dieser falschen Sparpolitik deutlich nachvollzogen werden. In Griechenland ging das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2010 um 4,5 Prozent zurück, im Jahr 2011 um weitere 6,8 Prozent. Mehr als 20 Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind arbeitslos, gar 50 Prozent aller Jugendlichen haben keine Arbeit mehr. In Spanien ist die Arbeitslosigkeit zwischenzeitlich auf mehr als 23 Prozent gestiegen, die Jugendarbeitslosigkeit auf über 50 Prozent.

Die NaturFreunde Deutschlands lehnen diese falsche Politik ab. Die Finanzmärkte müssen dienen und dürfen nicht herrschen!


Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Fraktionen im Deutschen Bundestag auf,

  • eine massive Eigenkapitalerhöhung auf zehn Prozent der Bankeneinlagen festzuschreiben, wobei der Anteil nach Größe der Bank und Geschäftsumfang progressiv ansteigen muss;
  • schnellstmöglich die Krisen verschärfende Kürzungspolitik zu beenden und endlich die Vermögenden zur Kasse zu bitten. Eine Besteuerung wie in den 1960er Jahren würde mehr als 100 Milliarden Euro in die öffentlichen Haushalte bringen;
  • alle Fragen der Finanzordnung der Europäischen Union nur mit Zustimmung des Europäischen Parlaments zu regeln;
  • sich für die Einführung einer Vermögenssteuer und Vermögensabgabe einzusetzen;
  • die Einführung einer Finanztransaktionssteuer und Tobin tax auf den Weg zu bringen;
  • unverzüglich Gesetzesentwürfe für die Einführung eines flächendeckenden existenzsichernden Mindestlohnes einzubringen;
  • die Stärkung des öffentlichen Sektors zu forcieren;
  • ein ökologisches Umbauprogramm in der EU zu unterstützen und den strukturschwachen Ländern beim sozialökologischen Umbau zu helfen;
  • sich dafür einzusetzen, dass die öffentlichen Haushalte in der Eurozone vor den Finanzmärkten geschützt werden;
  • ein Verbot von Schattenbanken und Offshore-Finanzzentren zu beschließen;
  • die Finanzmärkte streng zu regulieren und eine Größenregulierung und Entflechtung der Großbanken einzuleiten und die öffentlichen Banken auszubauen.

Die NaturFreunde Deutschlands

  • unterstützen die Initiative „Vermögenssteuer jetzt“ und bitten alle Ortsgruppen sich in ihrer Arbeit für die Unterstützung des Aufrufs einzusetzen;
  • rufen alle Untergliederungen dazu auf, die Proteste gegen die sozialen Sparmaßnahmen zu unterstützen;
  • rufen alle Untergliederungen dazu auf, die geplanten Aktionen des Bündnisses „UmFAIRteilen“, das von Gewerkschaften, Sozialverbänden und den NaturFreunden unterstützt wird, aktiv zu unterstützen;
  • rufen alle Mitglieder dazu auf, sich an der Großdemonstration und den geplanten friedlichen Aktionen vom 16.–19. Mai 2012 in Frankfurt am Main zu beteiligen.

Die NaturFreunde erklären sich solidarisch mit den europäischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen, die in fast allen Ländern der Europäischen Union zum Widerstand gegen diese falsche Politik aufrufen. Gemeinsam verteidigen wir die Demokratie in den europäischen Staaten gegen die Diktatur der Finanzmärkte und kämpfen für eine soziale, ökologische und eine nachhaltige Europäische Union.

Die NaturFreunde werden sich dafür einsetzen, dass auch in Deutschland der Protest gegen diese unsoziale Politik hörbarer wird.

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NaturFreunde würdigen Fluss in der „Goldenen Aue“

Am 29. März wird die durch Sachsen-Anhalt und Thüringen fließende Helme zur Flusslandschaft des Jahres 2012/13 ausgerufen. Zum gemeinsamen Festakt in Kelbra (Kyffhäuser) laden die Kooperationspartner Deutscher Anglerverband (DAV) und NaturFreunde Deutschlands (NFD) ein. Während der Proklamation, die vom Kreisanglerverein Sangerhausen vorbereitet wurde, wird unter anderem Wasser aus der Emscher, Flusslandschaft des Jahres 2010/11 und frühere Kloake des Ruhrgebietes, symbolisch in die Helme gegossen. Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und Staatssekretär a.D., wird zum Thema Wasserknappheit in der Welt sprechen. Die NaturFreunde Deutschlands fordern gewässerökologische Verbesserungen und die Förderung eines nachhaltigen Tourismus in der neuen Flusslandschaft des Jahres.

Die „Flusslandschaft des Jahres 2012/13: Helme“ im Internet: www.flusslandschaft.naturfreunde.de

Die NaturFreunde schließen sich den gewässerökologischen Forderungen des Kreisanglervereins an und wollen sich zudem für eine Belebung des nachhaltigen Tourismus in der Region einsetzen. Für die bessere touristische Vermarktung der Region schlagen die NaturFreunde den historischen Begriff „Goldene Aue“ vor.

Zu den Forderungen von Anglern und NaturFreunden gehören die Verbesserung der Gewässerstruktur der Helme, ihre weitere Renaturierung durch den Anschluss von Altarmen an das Gewässersystem, die Renaturierung der „Kleinen Helme“ sowie des Umfluters um den Stausee Kelbra, die Verbesserung der Wasserqualität der Helme auch im Winter durch die ganzjährige Nutzung des Umfluters um den Stausee und ein geringerer „Winterstau“ in der Talsperre Kelbra.

Die NaturFreunde Deutschlands wollen einen nachhaltigen Tourismus in der Region fördern und empfehlen unter anderem mehr Rad- und Wanderwege, mit denen sich die Flusslandschaft Helme naturnaher erleben ließe. Dazu gehören auch das Schnüren von Angebotspaketen in der Region für naturorientierte Individualtouristen und deren Präsentation auf einer zentralen Website. Zudem sollten die Freizeitaktivitäten am Stausee Kelbra modellhaft im Einklang mit dem Naturschutz gestaltet werden.

Die Flusslandschaft des Jahres ist eine gemeinsame Initiative von NaturFreunden Deutschlands und Deutschem Anglerverband. NaturFreunde und Angler wollen mit der Ausrufung von ausgewählten Flusslandschaften auf die Bedeutung der Fließgewässer für die Biodiversität und eine nachhaltige Entwicklung hinweisen. Gemeinsam setzen sie sich für eine verbesserte Gewässerökologie und eine behutsame regionale Tourismusentwicklung in den Flusslandschaften ein.

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Auch am 18. Februar haben Nazis in Dresden nichts zu suchen

Das Konzept für die Blockaden am 13. Februar durch das Bündnis „Dresden Nazifrei“ ist voll aufgegangen: Die aufmarschierten Nazis wurden, bewacht von der Polizei, zu „einer Kundgebung um den eigenen Pudding verdonnert“. Damit ist am 13. Februar in Dresden der von den Nazis groß angekündigte „Trauermarsch“ völlig gescheitert. Die NaturFreunde bedanken sich bei den Aktiven von „Dresden Nazifrei“ für die guten Planungen und Vorbereitungen für diesen Tag. Jetzt gilt es mit genauso großer Unterstützung auch am 18. Februar unter dem Motto „Aller guten Dinge sind drei! BLOCK DRESDEN 2012 – Blockieren, bis der Naziaufmarsch Geschichte ist“ den Nazis unmissverständlich deutlich zu machen, dass sie in Dresden nichts zu suchen haben.

Mehr als 2.500 Menschen hatten sich am „Täterspuren“-Mahngang beteiligt und dabei deutlich gemacht, dass die Bekämpfung faschistischen Denkens eine gründliche Aufarbeitung der deutschen Geschichte erfordert. Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen diesen wichtigen Ansatz des Mahngangs, eine kritische Sicht auf die Geschichte der Stadt Dresden herbeizuführen. Während des Besuchs der Orte nationalsozialistischer Verbrechen wurde herausgearbeitet, dass Geschichtsrevisionismus in allen gesellschaftlichen Bereichen beendet werden muss.

Durch die Errichtung mehrerer dauerhafter Blockaden wurden die Nazis daran gehindert, ihren Fackelmarsch durch Dresden durchzuführen und ihr international groß angekündigter Fackelumzug so zu einer Lachnummer.

Eine neue Dimension im Widerstand gegen den Naziaufmarsch war auch die tausendfache Beteiligung von Dresdnerinnen und Dresdnern, die nach der Menschenkette zu den Blockadepunkten kamen und sich in die Blockaden einreihten. Durch diese eindrucksvolle Beteiligung mussten sich die Nazis in einem Käfig aus Polizeigittern bewegen.

Nun wird die Mobilisierung für den 18. Februar unvermindert fortgesetzt. Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen das Konzept des Bündnisses „Dresden Nazifrei“, auch bei einem Fernbleiben der Nazis eine „lautstarke Demonstration“ in Dresden durchzuführen und bitten alle Mitglieder und Sympathisanten, sich auch am 18. Februar erneut an den Aktionen zu beteiligen.

Die Demonstration wird um 11:00 Uhr am Hauptbahnhof beginnen und quer durch die Stadt bis zum Haus der Begegnung führen, welches am 19. Februar 2011 im Nachgang der auch damals erfolgreichen Blockaden rabiat und illegal gestürmt worden war.

Ausführliche Informationen www.dresden-nazifrei.com

Treffpunkt der NaturFreunde
18.2.2012 | 11:00 Uhr > Schlossplatz Dresden am Aufgang zur Hofkirche

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Endlager: Röttgen sucht keinen gesellschaftlichen Konsens – NaturFreunde Deutschlands unterstützen die Kampagne „Gorleben soll leben!“

Heute treffen sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen mit den Landesumweltministern zur Diskussion über das Endlagersuchgesetz. Die NaturFreunde Deutschlands fordern, dass der Standort Gorleben in einem künftigen Endlagersuchgesetz nicht mehr vorkomm, sondern endgültig aufgegeben wird. Zudem erwarten wir, dass die bisherige Geheimniskrämerei des Bundesumweltministeriums sofort beendet und die Öffentlichkeit über alle entsprechenden Diskussionen informiert wird.

Bisher sucht der Bundesumweltminister keinen gesellschaftlichen Konsens, sondern setzt alleine auf Verhandlungen hinter verschlossenen Türen zwischen Landesregierungen und Bundesregierung. Schon der Termin des Treffens der Umweltminister wurde wie ein Staatsgeheimnis behandelt. Doch so funktioniert keine vertrauensbildende Konsenssuche für den Umgang mit dem hoch radioaktiven Atommüll.

Als Voraussetzung für einen gesellschaftlichen Konsens in der Endlagerfrage fordern die NaturFreunde Deutschlands einen Beschluss des Umweltministertreffens, dass

  • Gorleben als Standort endgültig aufgegeben wird,
  • die Produktion von neuem Atommüll beendet wird,
  • eine wirkliche Bürgerbeteiligung bereits bei der Entstehung des Endlagersuchgesetzes sichergestellt wird und hierfür alle Sitzungen der Umweltminister zu diesem Punkt öffentlich stattfinden, sowie
  • in enger Absprache zwischen der Anti-Atom-Bewegung und den Umweltministern eine neue Bewertungskommission zusammengesetzt wird, welche alle Beteiligten, die an der Verschleierung der Tatsachen über den Standort Gorleben beteiligt waren, ausschließt.

Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen den heutigen Protest der Anti-Atom-Bewegung. Die Protestveranstaltung wird organisiert von den NaturFreunden Deutschlands, Anti-Atom-Berlin, .ausgestrahlt, BI Lüchow-Dannenberg, BUND und Campact.

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Industrielle Landwirtschaft produziert Hunger und muss beendet werden

Die NaturFreunde Deutschlands sind im Trägerkreis der Demonstration „Wir haben es satt!“ am 21. Januar 2012 in Berlin und rufen zur breiten Teilnahme auf.

Fast eine Milliarde Menschen müssen heute hungern – das ist eine der brutalen Schattenseiten unserer Weltordnung: Weil profitorientierte Großkonzerne die Herstellung von Lebensmitteln einseitig dominieren. Weil die Konzentration im Einzelhandel immer mehr landwirtschaftliche Betriebe dazu zwingt, ihre Nahrungsmittel zu diktierten Preisen abzugeben. Weil sich multinationale Saatgutkonzerne immer häufiger Pflanzensorten patentieren lassen und so immer mehr landwirtschaftliche Betriebe zum jährlichen Kauf von Saatgut zwingen. Schließlich ist eine Aussaat der Ernte aus patentrechtlich geschütztem Saatgut verboten. Die Industrielle Landwirtschaft knechtet ganze Regionen, ihre Strukturen und ihr Profitstreben sind Gift für die Artenvielfalt, ihre Produkte immer auch Gegenstand von Lebensmittelskandalen.

Für eine bäuerliche Landwirtschaft, gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln
Die NaturFreunde Deutschlands kritisieren diese Entwicklung und rufen deshalb auf zur breiten Teilnahme an der Demonstration „Wir haben es satt!“ Wir setzen uns ein für eine bäuerliche Landwirtschaft weltweit, die durch die nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen auch zur Erhaltung der Artenvielfalt und der Kulturlandschaften beiträgt. Wir wollen die kapitalistische Logik durchbrechen, mit der die großen Handels- und Saatgutkonzerne, aber auch Banken und Hedgefonds die Strukturen einer bäuerliche Landwirtschaft immer weiter zerstören. Verboten werden müssen die Spekulation mit Nahrungsmitteln und die Ausrichtung der Industriellen Landwirtschaft an den Bedürfnissen einer kleinen kaufkräftigen Nachfrage in den Industriestaaten.

Waldrodungen für den Fleischbedarf der Industriestaaten
Alleine im Norden Argentiniens wurden in den letzten Jahren mehr als fünf Millionen Hektar Wald gerodet, um Soja anzubauen, das vor allem als Futtermittel für den Fleischbedarf in den Industriestaaten eingesetzt wird. Heute benötigt die Landwirtschaft der Europäischen Union zusätzlich etwa 35 Millionen Hektar globale Landwirtschaftsfläche für ihren Futtermittelimport. Diese Fläche ist doppelt so groß wie die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche Deutschlands.

Existenzgrundlage der Kleinbauern wird zerstört
Der massive Landverbrauch für die Fleischproduktion und auch den Biospritanbau in den Industriestaaten hat dazu geführt, dass immer mehr fruchtbares Ackerland an westliche Investoren verkauft wird. Allein zwischen 2006 und 2009 wurden rund 50 Millionen Hektar Land in Afrika, Asien und Südamerika an ausländische Großinvestoren verkauft oder auf Jahrzehnte verpachtet. Schätzungen gehen davon aus, dass derzeit zwischen zehn und 30 Prozent des global verfügbaren Ackerlandes von Großinvestoren verwaltet werden. Doch diese Investoren sind nur an Gewinnen interessiert. Die Bedürfnisse lokaler Kleinbauern, Landarbeiter und Nomaden spielen bei dieser Entwicklung keine Rolle: Ihre Existenzgrundlage wird zerstört.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern eine Beendigung dieses massiven Verkaufs von Landflächen und setzen sich für eine gerechte Verteilung der Landflächen an die Kleinbauern der Region ein. Die Außenhandelspolitik Deutschlands muss endlich so weiterentwickelt werden, dass die Armut der ländlichen Bevölkerung nicht weiter zunimmt und die bäuerliche Landwirtschaft in den Ländern des globalen Südens eine faire Chance auf Entwicklung erhält.

Demonstration „Wir haben es satt!“ am 21. Januar 2012 in Berlin
NaturFreunde-Treffpunkt: 11:15 Uhr, Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof

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NaturFreunde begrüßen zunehmenden Widerstand gegen Atomenergie in Polen

Die polnische Regierung wird ihr Ziel, Polen zu einem Atomstaat zu machen, nicht erreichen können. Das zeigt der zunehmende Widerstand betroffener Bürger, Bürgermeister, Gemeinderäte und Regionalvertretungen in Polen. Die unverantwortliche Atompolitik der polnischen Regierungen führt zu einer Entfremdung von der Bevölkerung.

Innerhalb weniger Tage hatten mehr als 800 Menschen in der Gemeinde Mielno für die Durchführung einer Volksabstimmung am 12. Februar 2012 über den Bau eines Atomkraftwerks unterschrieben. Mielno ist einer der Standorte für eine geplante Atomanlage mit 6.000 Megawatt.

Ein weiterer Hinweis auf das Stimmungsbild in Polen ist die einstimmige Ablehnung der AKW-Pläne für Mielno durch die Stadtverordnetenversammlung im 20 Kilometer entfernten Seebad Kolobrzeg. Die Stadtverordneten fürchten, dass ein Atomreaktor „im Herzen einer Touristenregion die Erholungssuchenden abschrecken“ werde. Bürgermeister Janusz Gromek hat auch völlig recht, wenn er gegenüber der Zeitung „Rzeczpospolita“ darauf hinweist, dass die Nachbarschaft zu einem AKW für eine Tourismusregion „ein Todesstoß“ sei.

Die NaturFreunde Deutschlands haben eine 70-seitige Stellungnahme zum polnischen Atomprogramm vorgelegt (als PDF unter: www.bitly.com/NFD-pol-AKW), in der grundsätzliche Einwände detailliert aufgeführt werden. Gemeinsam mit vielen weiteren Akteuren der Anti-Atom-Bewegung werden die NaturFreunde die zunehmenden Proteste gegen die polnische Atompolitik weiter unterstützen.

Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen zudem die Pläne, im Sommer dieses Jahres wieder ein deutsch-polnisches Anti-Atom-Camp durchzuführen, um gemeinsame Perspektiven des Widerstandes ausloten zu können. Die NaturFreunde werden in den nächsten Wochen auch ein deutsch-polnisches Flugblatt herausgeben, mit dem sie in beiden Sprachen Argumente gegen das polnische Atomenergieprogramm aufzeigen wollen.

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Die Helme ist Flusslandschaft des Jahres 2012/13

Die Helme ist jetzt Flusslandschaft des Jahres 2012/13. Das Bundesumweltministerium hat die rund 74 Kilometer lange Helme, die durch die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen fließt, in den Verteiler der offiziellen Jahresverkündigungen umweltpolitisch relevanter Aktionen aufgenommen. Die feierliche Proklamation wird am 29. März 2012 in Kelbra (Kyffhäuser) stattfinden.

Mehr Information und druckfähige Fotos: www.flusslandschaft.naturfreunde.de

Die Helme entspringt bei Stöckey im thüringischen Landkreis Eichsfeld, fließt zwischen Südrand des Harzes und Kyffhäuser unter anderem durch die Goldene Aue, um schließlich bei Kalbsrieth in die Unstrut zu münden. Dabei wird ein Einzugsgebiet von etwa 1.316 Quadratkilometern über Unstrut, Saale und Elbe in die Nordsee entwässert. Aufgrund des geringen Gefälles bildet die Helme zahlreiche Mäander.

Die Flusslandschaft des Jahres ist eine gemeinsame Initiative von NaturFreunden Deutschlands (NFD) und Deutschem Anglerverband (DAV). NaturFreunde und Angler wollen mit der Ausrufung von ausgewählten Flusslandschaften auf die Bedeutung der Fließgewässer für die Biodiversität und eine nachhaltige Entwicklung hinweisen. Gemeinsam setzen sie sich für eine verbesserte Gewässerökologie und eine behutsame regionale Tourismusentwicklung in den Flusslandschaften ein.

In einer gemeinsamen Vereinbarung haben NaturFreunde und Angler erklärt: „In Anbetracht der Tatsache, dass die Gewässer die Quelle allen Lebens sind, zugleich aber einer immer stärkeren Nutzung und Belastung unterliegen, rufen beide Verbände die für den Schutz und die Pflege der Gewässer Verantwortlichen sowie die unterschiedlichen Nutzergruppen auf, in Zukunft ihre Aktivitäten zu koordinieren und sich gemeinsam für die Erhaltung einer gesunden aquatischen Umwelt einzusetzen.“

Seit dem Jahr 2000 wählen NaturFreunde und Angler alle zwei Jahre eine neue Flusslandschaft. Bisher gewürdigt wurden die: Gottleuba (Sachsen), Ilz (Bayern), Havel (Brandenburg), Schwarza (Thüringen), Nette (Rheinland-Pfalz) und für die Jahre 2010/11: die Emscher (NRW).

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Polnisches Kernenergieprogramm: Umweltprüfung verstößt gegen EU-Recht – NaturFreunde Deutschlands kritisieren strategische Umweltprüfung (SUP) und verlangen Neuauflage

Am morgigen Mittwoch läuft die Einwendungsfrist gegen das Polnische Kernenergieprogramm (Program Polskiej Energetyki Jądrowej) ab, zu dem nach EU-Recht auch eine strategische Umweltprüfung (SUP) durchgeführt werden muss. Die NaturFreunde Deutschlands haben im Rahmen des SUP-Verfahrens eine rund 70-seitige Einwendung vorgelegt, das als PDF zum Download bereitsteht unter: www.bitly.com/NFD-pol-AKW.

Energia atomowa – nie, dziękuję! Die NaturFreunde Deutschlands lehnen den geplanten Neubau von Atomkraftwerken in Polen sowie das Polnische Kernenergieprogramm ab. Zudem erwägen die NaturFreunde Deutschlands juristische Schritte gegen das in Polen praktizierte SUP-Verfahren.

Dass die stellvertretende polnische Wirtschaftsministerin Hanna Trojanowska bereits vor dem Ende der Einwendungsfrist am 4. Januar erklärt hatte, sich von den mehr als 20.000 Einwendungen aus Deutschland, ‚nicht beirren‘ zu lassen, weil der Lissabon-Vertrag ‚jedem Land einen eigenen Energie-Mix zubillige‘, darf nicht einfach hingenommen werden. Schließlich legt bestehendes EU-Recht ausdrücklich fest, dass im Rahmen einer strategischen Umweltprüfung alle Einwendungen geprüft werden müssen und gegebenenfalls für das Ergebnis des Verfahrens Berücksichtigung finden sollen.

Die von der polnischen Regierung vorgelegten Dokumente beruhen nur auf einer Prämisse: „Von der Atomenergie geht keine Gefahr aus“. Derartige Dokumente werden aber nicht den Anforderungen an die nach EU-Recht vorgeschriebenen SUP-Verfahren gerecht.

Die NaturFreunde Deutschlands gehen deshalb davon aus, dass das gesamte polnische SUP-Verfahren auf Grundlage von nachprüfbaren, wissenschaftlichen Gutachten neu aufgerollt werden muss. Wir schlagen in diesem Zusammenhang vor, dass die polnische Regierung ihre Umweltverträglichkeitsstudie selbst zurückzieht.

Für den Bau von AKW in Polen gibt es weder energie- noch umwelt- oder sicherheitspolitisch verantwortbare Gründe. Ganz sicher aber ist die Gesundheit der Menschen in Polen sowie in den Nachbarländern von den geplanten AKW bedroht.

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Erderhitzung: Das Versagen der politischen Eliten

Erst vor zwei Jahren ließ sich Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der COP 15 in Kopenhagen als „Klimakanzlerin“ feiern. Auch US-Präsident Barack Obama, der noch kurz zuvor mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war, kam zu einer Stippvisite in die dänische Hauptstadt.

Konservative bremsen Klimaschutz aus
Heute wirkt das wie aus einer anderen Welt: Die USA gehören zu den Hauptbremsern beim Klimaschutz und werden von erzkonservativen Kräften in die Lächerlichkeit getrieben. Barack Obama hat offenkundig nicht die Kraft, dagegen zu halten. Auch Angela Merkel kennt nur noch die Interessen der Finanzmärkte; von einer Klimakanzlerin ist nichts mehr zu sehen. Beide – Obama wie Merkel – sind eine einzige Enttäuschung im Bemühen um den internationalen Klimaschutz.

Seit ihrem Beginn im Jahr 1992 in Rio sind die internationalen Klimakonferenzen von Verzögerungstaktiken und einer Verwässerung der Inhalte geprägt. Darum bleiben die internationalen Beschlüsse zum globalen Klimaschutz auch regelmäßig weit hinter dem Notwendigen zurück – obwohl die Klimawissenschaft immer dramatischere Szenarios zeichnet.

Obama sollte seinen Friedensnobelpreis zurückgeben
Heute klingt es wie Hohn, dass das Nobelpreiskomitee die Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama im Jahr 2009 mit seinem Einsatz für ein neues internationales Klima begründet hatte. Er hätte die Vereinten Nationen und die internationalen Institutionen gestärkt; Dialog und Verhandlungen seinen nunmehr selbst für die schwierigsten internationalen Konflikte wieder die Mittel. Zwei Jahre später wäre es mehr als angebracht, dass der US-amerikanische Präsident den Friedensnobelpreis zurückgibt, weil er die selbst erzeugten Erwartungen nicht hat einlösen können.

Trotz „Klimakanzlerin“ kaum Klimaschutz in Deutschland
Auch Angela Merkel muss bekennen, dass ihre Titulierung als „Klimakanzlerin“ nichts anderes war als ein politischer Kunstgriff, der die Wirklichkeit verklärt hat. Denn auch in Deutschland kommt der Klimaschutz kaum voran. Was in der deutschen Klimabilanz als bisherige Erfolge gewertet wird, geht in erster Linie auf den Zusammenbruch der früheren DDR-Wirtschaft zurück, zudem auf frühere Aktivitäten (wie die Reduktionsforderungen der Enquete-Kommission und der Großen Koalition) sowie Initiativen des Bundestages (etwa das Erneuerbare-Energien-Gesetz). Die schwarz-gelbe Bundesregierung tut wenig: Tatsächlich ist der Zuwachs bei der Energieeffizienz im letzten Jahr auf einen Tiefststand der letzten 15 Jahre gesunken.

COP 17 ist die Spitze der internationalen Verantwortungslosigkeit
Alles das zeigt das Versagen der politischen Eliten. Die COP 17 in Durban wurde bereits zu einer internationalen Konferenz zweiter Ordnung herabgestuft, die Regierungschefs großer Staaten bleiben weitgehend fern. Eine gute Zukunft für alle Menschen spielt bei ihnen scheinbar keine große Rolle mehr. Und die Umweltminister werden wortreich erklären, warum sie alles tun, aber doch nichts bewegen können. Das ist die Spitze der internationalen Verantwortungslosigkeit. Kein Wunder, dass das Vertrauen in die Politik sinkt.

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Durban: Gipfel der Verantwortungslosigkeit

Was jetzt im südafrikanischen Durban begonnen hat, ist nur noch ein schlechtes Ritual: Delegationen aus 193 Staaten können vor Bedeutung kaum laufen, die Delegationsleiter geben sorgenvolle Interviews über die Lage der Welt. Tatsächlich aber tut sich nur wenig, damit die Konferenz ein Erfolg werden könnte.

Am Ende des mit großer Wahrscheinlichkeit erneut kümmerlichen Klimagipfels wird dann erklärt werden, warum Durban fast ein Durchbruch war, der im Dezember 2012 auf der 18. UN-Klimakonferenz – dann aber ganz sicher – kommen wird.

Organisierte Verantwortungslosigkeit trotz immer neuer CO2-Rekorde
Es ist nur noch beschämend, was sich die Weltgemeinschaft seit Beginn der internationalen Klimakonferenzen im Jahr 1992 immer wieder aufs Neue leistet. Unter der Führung der USA und nun auch von China und Indien wird aus der Beschäftigung mit der Menschheitsherausforderung Klimawandel eine organisierte Verantwortungslosigkeit.

Dabei sind die Alarmsignale kräftiger denn je: 2010 erreichte die Welt einen neuen absoluten Rekordwert beim Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids. Und im nächsten Jahr läuft das Kyoto-Protokoll aus. Das war zwar unzureichend, hatte aber immerhin einige Industriestaaten zu marginalen Maßnahmen verpflichtet sowie die internationale Staatengemeinschaft immer wieder unter Druck gesetzt. Es hat die traurige Lage auch transparent gemacht.

Widerspruch zwischen Wissen und Handeln ist groß
Bei kaum einer anderen Herausforderung ist der Widerspruch zwischen Wissen und Handeln so groß wie bei der Erderhitzung. Seit nun 25 Jahren warnen die UN-Institutionen UNEP und WMO vor einem global zu erwartenden Temperaturanstieg von rund 2,5 bis drei Grad Celsius bis Ende unseres Jahrhunderts. Die wissenschaftlichen Belege sind eindeutig und dennoch geschieht kaum etwas. Wahrscheinlich ist selbst das „Zwei-Grad-Ziel“, auf das sich die Weltgemeinschaft nach hartem Ringen im letzten Jahr im mexikanischen Cancún verständigt hatte, nicht mehr zu erreichen. Dabei macht bereits eine derartige Erwärmung die Menschen in einem Teil der Erde, insbesondere in armen Regionen in Afrika und Asien, zu Opfern des Klimawandels.

Derzeit nimmt die Anreicherung von Kohlendioxid in der Erdatmosphäre um 2,3 parts per million (ppm) pro Jahr zu. Das bedeutet, dass die Menschheit spätestens in 30 Jahren die kritische Grenze von 450 ppm erreicht haben wird. Das bedeutet auch, dass dann eine globale Erwärmung um mehr als zwei Grad Celsius nicht mehr zu verhindern ist.

Wettlauf der Besessenen um mehr Wachstum
Der Klimagipfel in Durban wird zu einem teuren Spektakel, das der Welt zeigt, dass wir nicht nur von der Finanzkrise bedroht sind. Dabei hat alles eine gemeinsame Ursache: Die Auszehrung von Wirtschaft, Natur und Gesellschaft durch einen ungezügelten Kapitalismus. Solange die Weltgemeinschaft den Wettlauf der Besessenen um mehr Wachstum nicht beendet, wird das auch so bleiben.

Das ist die Lehre aus dem Trauerspiel, das in den nächsten zwei Wochen in Durban stattfindet.

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Castor: NaturFreunde rufen zu Massenprotest im Wendland auf

Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die Großdemonstration am 26. November im niedersächsischen Dannenberg und auch die friedlichen Castor-Blockaden von X-tausendmal quer. Die Bundesregierung muss endlich die Arbeiten am sogenannten “Zwischenlager” in Gorleben beende. AKW müssen schneller abgeschaltet werden und Deutschland aus dem EURATOM-Vertrag aussteigen. Alleine aus Berlin werden mehr als 1.000 Anti-Atom-Aktive im Wendland erwartet.

Die NaturFreunde Deutschlands solidarisieren sich mit dem Widerstand der Anti-Atom-Aktiven und fordern die Politik auf, endlich die unsinnigen Planungen aufzugeben, Salzstöcke für ein mittelfristiges Lager für Atommüll verwenden zu wollen. Niemand hat bisher eine Antwort auf die Frage, wo der bisher angefallene Atommüll dauerhaft und sicher von der Biosphäre abgetrennt gelagert werden kann.

Auch deshalb fordern die NaturFreunde die schnellstmögliche Abschaltung aller Atomkraftwerke sowie den Ausstieg Deutschlands aus dem EURATOM-Vertrag.

Die NaturFreunde Deutschlands rufen alle Mitglieder und Unterstützer auf, sich aktiv an der Großdemonstration gegen den Castor-Transport nach Gorleben am 26. November 2011 im niedersächsischen Dannenberg zu beteiligen. Die NaturFreunde werden auf der Großdemonstration mit einem Aktionszelt vertreten sein.

Gemeinsam mit X-tausendmal quer rufen die NaturFreunde Deutschlands auch zu friedlichen Blockaden des Castor-Transports auf dem Weg zum „Zwischenlager“ auf.

Zusammen mit der Anti-Atom-Koordination haben die NaturFreunde alleine in Berlin acht Busse mit rund 400 Teilnehmern organisiert, die in die verschiedenen Camps und zur Großdemonstration fahren. Alleine aus Berlin erwarten die NaturFreunde insgesamt mehr als 1.000 Anti-Atom-Aktive, die sich an den Protesten im Wendland beteiligen werden.

Erreichbarkeit der NaturFreunde im Wendland:
Uwe Hiksch, Anti-Atom-Verantwortlicher der NaturFreunde Deutschlands, ist ab dem 24. November 2011 über seine Funknummer (0176 – 62 01 59 02) im Wendland zu erreichen – bis die Castoren im Zwischenlager angekommen sind.

Mehr Infos: www.kurzlink.de/castor-2011

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Europa braucht eine neue Finanzmarktarchitektur

Die NaturFreunde Deutschlands rufen zur Teilnahme an den Demonstrationen „Banken in die Schranken“ auf, die am 12. November 2011 in Frankfurt und Berlin gleichzeitig das Bankenviertel in Frankfurt und das Regierungsviertel in Berlin umzingeln werden. Gemeinsam mit den Organisationen attac und campact organisieren die NaturFreunde die Demonstrationen.

„Wir sehen einen dramatischen Verlust der Demokratie. Das Sagen hat längst nicht mehr die Politik, die dafür vom Volk legitimiert wurde. Das Sagen haben mittlerweile die flotten Gelddealer in den Banken. Und dagegen wehren wir uns“, erklärte der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller, der auch auf der Abschlusskundgebung der Berliner Demonstration sprechen wird.

Die NaturFreunde unterstützen die Aktionen für eine neue Wirtschafts- und Sozialpolitik und solidarisieren sich mit den weltweiten Protesten gegen die Politik der Finanzmärkte, deren Akteure sich immer mehr auf Kosten von Beschäftigten, Studierenden und Rentnern bereichern.

Mit den Demonstrationen solidarisieren sich die NaturFreunde auch ausdrücklich mit den Protesten der Menschen in Griechenland, die sich gegen das großflächige Sparprogramm wehren. Immer mehr der Arbeitnehmer, Rentner und sozial Schwächeren werden durch die massiven Kürzungen in die Armut getrieben. Diese Kürzungspolitik ist sozial nicht zu verantworten und ungerecht.

Durch diese Politik wird die Wirtschaft in Staaten wie Griechenland und Portugal ökonomisch erdrosselt. Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Gewinner der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise auf, sich endlich auch an den Rettungspaketen zu beteiligen.

Zudem fordern die NaturFreunde Deutschlands die Parteien im Deutschen Bundestag auf, Initiativen zu ergreifen für:

  • das Verbot von Leerverkäufen und ungedeckten Kreditausfallversicherungen;
  • mehr soziale Gerechtigkeit: Eine neue Politik der Umverteilung von oben nach unten muss endlich die Armut und die soziale Ausgrenzung von immer mehr Menschen beseitigen;
  • die Beteiligung von Banken und Versicherungen an der Finanzierung der Krise: Es ist höchste Zeit für die Einführung einer Bankenabgabe;
  • eine gerechtere Besteuerung von Vermögen und hohen Einkommen, die zu einer echten Finanzierung der öffentlichen Haushalte beiträgt;
  • die sofortige Einführung einer Finanztransaktionssteuer;
  • die Stärkung der Sparkassen und genossenschaftlichen Banken: Die privaten Großbanken müssen in die öffentliche Hand überführt werden;
  • die Schaffung einer öffentlichen europäischen Bank, die zinsgünstige Kredite an die Staaten vergibt und damit eine gerechte Staatenfinanzierung ermöglicht.

Alle Informationen zu den Demonstrationen auf: www.banken-in-die-schranken.de

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Die Hinrichtung von Troy Davis war ein staatliches Verbrechen

Die Hinrichtung von Troy Davis war ein staatliches Verbrechen. Am Tag der Beerdigung (1. Oktober 2011) sind unsere Gedanken wieder bei Davis‘ Familie – und den Zehntausenden, die weltweit immer noch in den Todeszellen sitzen. Mit dieser Hinrichtung wurde eine gnadenlose und rassistisch motivierte US-Justiz offenbar. Seine Hinrichtung war ein barbarischer Akt, unvereinbar mit einem humanistischen und demokratischen Rechtssystem.

Denn die Todesstrafe negiert das elementarste Menschenrecht: das Recht auf Leben. Diese staatlich angeordnete Rache beruht auf niedrigsten Instinkten und ist eine durch kein Gesetz zu rechtfertigende Form grausamer und unmenschlicher Strafe.

Mehrheit der US-Bürger gegen die Todesstrafe
Mittlerweile gibt es aber auch in den USA eine Mehrheit, die sich gegen die Todesstrafe ausspricht. Bereits jetzt halten mehr als zwei Drittel aller US-Bürger die Todesstrafe in den USA für irrelevant bei der Bekämpfung von Verbrechen, wie eine entsprechende Untersuchung des Death Penalty Information Centers zeigte. Möglicherweise wird sich diese Ablehnung noch zu einem zentralen Faktor bei US-Wahlentscheidungen weiterentwickeln können, durch den dann die Politiker, die sich für die Todesstrafe aussprechen, nicht mehr gewählt werden.

Troy Davis wurde vorsätzlich zum Tode verurteilt, obwohl sieben Belastungszeugen im Laufe der Verhandlungen ihre belastenden Aussagen zurückgezogen hatten. Sie hatten dabei deutlich gemacht, dass sie von einer rassistisch motivierten Polizei zu Falschaussagen gedrängt worden waren und nur aufgrund von Einschüchterungen durch die Polizei ihre Aussagen gemacht hatten. Hinzu kommt, dass der Todesstrafe in den USA fast ausschließlich Menschen unterliegen, die selbst nicht in der Lage sind, eine angemessene Verteidigung zu bezahlen. Die sogenannte Pflichtverteidigung ist dabei lediglich ein Feigenblatt, mit der die Einschüchterung von armen Gesellschaftsteilen durch die Todesstrafe kaschiert wird.

Fall Troy Davis vor den Vereinten Nationen zur Sprache bringen
Die NaturFreunde und die Kampagne  Free Mumia Berlin fordern die Bundesregierung auf, den Fall Troy Davis vor den Vereinten Nationen zur Sprache zu bringen. Von US-Präsident Obama erwarten wir, dass er endlich eine Initiative zur Abschaffung der Todesstrafe in den USA beginnt. Kein demokratisch denkender Mensch kann hier weiter schweigen. Kein Staat der Welt hat das Recht inhaftierte Bürger umzubringen. Mit der Negierung des Rechts auf Leben negiert ein Staat auch seine Schutzfunktion für alle Menschen, die in diesem Staat leben.

„Es gibt noch viele Troy Davis“
Die letzten von Troy Davis geschriebenen Worte an die Bewegung gegen die Todesstrafe werden wir in Erinnerung halten. Er schrieb uns noch am 10. September 2011: „Es gibt noch viele Troy Davis. Der Kampf zur Abschaffung der Todesstrafe wird durch mich nicht gewonnen oder verloren, sondern durch unsere Stärke und indem wir voranschreiten und jeden Unschuldigen retten, der irgendwo auf der Welt eingesperrt ist. Wir müssen dieses Unrechtssystem Stadt für Stadt, Staat für Staat und Land für Land beseitigen.“

Troy Davis hat die Herzen der Menschen erreicht. Wir werden alles dafür tun, dass die Menschen endlich aufwachen und die Abschaffung der Todesstrafe auch in ihrem Land durchsetzen.

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Der Tourismus verbindet Kulturen nicht automatisch

„Linking Cultures – Kulturen verbinden“ lautet das Motto des diesjährigen Welttourismustages am 27. September. Immer wieder wird behauptet, dass der Tourismus zu mehr Frieden und Demokratisierung beitragen könne. Die NaturFreunde Internationale (NFI) und die NaturFreunde Deutschlands (NFD) kommentieren diese These mit einem „Ja, aber …“. Denn  der Tourismus führt eben nicht wie von Zauberhand zu mehr Frieden und Demokratie.  Für einen wirklich positiven gesellschaftlichen Effekt muss der Tourismus viel stärker sozial- und umweltverträglich organisiert sein. Und das ist in der Praxis jedoch äußerst selten der Fall.

Die offiziellen Feierlichkeiten zum diesjährigen Welttourismustag, der von der Welttourismusorganisation UNWTO initiiert wurde, finden statt im ägyptischen Assuan. „Ganz sicher sind diese Feierlichkeiten im postrevolutionären Ägypten, einem der wichtigsten und ältesten Reiseländer, ein positives Signal. Ob den Feiern und der parallel stattfindenden Konferenz, in deren Rahmen die Sozialverträglichkeit des Tourismus diskutiert werden soll, auch entsprechende Taten folgen, wird sich aber erst noch zeigen müssen“, dämpft der Generalsekretär die NaturFreunde Internationale Dr. Christian Baumgartner die Erwartungen.

Diffuse Vorstellungen vom Völker verbindenden Reisen
„Der globale Tourismus ist in erster Linie ein komplexer Wirtschaftssektor, der mit diffusen Vorstellungen vom Völker verbindenden Reisen kaum etwas gemein hat“, erklärt Karin Chladek von „respect“, der NFI-Marke für nachhaltige Tourismusentwicklung und ergänzt: „Die Annahme, dass der Tourismus automatisch die Welt verbessere, ähnelt ein wenig der These, dass die Marktwirtschaft automatisch zu mehr Demokratie führe.“

Auch lokale Bevölkerung muss von der Tourismusentwicklung profitieren
„Der Tourismus kann tatsächlich ein positiver Faktor sein, allerdings muss er dafür sozial- und umweltverträglich geplant und gestaltet werden. Zum Beispiel muss die Bevölkerung vor Ort in die Tourismusentwicklung eingebunden sein und davon auch wirtschaftlich profitieren“, betont Baumgartner und verweist in diesem Kontext auf gute Beispiele der NaturFreunde:

„Mit langfristigen Projekten wie etwa der grenzüberschreitenden ‚Landschaft des Jahres’ arbeitet die internationale NaturFreunde-Bewegung daran, mit den Menschen in den jeweiligen Destinationen einen nachhaltigen Tourismus zu ermöglichen und weiter zu entwickeln. Ein sehr großes Potenzial haben auch unsere immer stärker genutzten interkontinentalen Austauschprojekte, beispielsweise zwischen NaturFreunden in Afrika und Europa.“

Sozialökologische Orte der lebendigen Begegnung
Deutsche und französische NaturFreunde haben jüngst eine grenzüberschreitende Radroute “Von der Saar zum Rhein” in handlichen Faltblättern beschrieben, die auch die Besonderheiten der durchfahrenen Naturschutzgebiete erklären. Dieser sogenannte Natura Trail führt immer wieder in deutsche und französische Naturfreundehäuser und damit an sozialökologische Orte der Begegnung, wo Freizeit und Freiheit kein Luxus sind. In den Naturfreundehäusern lernen sich übrigens nicht nur Deutsche und Franzosen kennen.

Kennenlernen, um sich zu verstehen
„Menschen unterschiedlicher Kulturen müssen sich kennenlernen, um sich zu verstehen. Dann verbindet der Tourismus auch Kulturen. Ohne das Verständnis füreinander können aber weder Menschen noch Kulturen miteinander auskommen“, fasst Baumgartner zusammen.

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Auch NaturFreunde sagen Nein zur Todesstrafe

Amnesty International hat für Freitag, den 21. September zu einem globalen Aktionstag für das Leben des Afroamerikaners Troy Davis aufgerufen. Aus diesem Anlass findet in Berlin bereits am 16. September um 18:00 Uhr eine Protestkundgebung vor der US-Botschaft auf dem Pariser Platz (Brandenburger Tor) statt, zu der auch die NaturFreunde Deutschlands einladen.

An der Veranstaltung sprechen werden unter anderem die NaturFreundin Annette Groth, menschenrechtspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, die einen Antrag zur Rettung des Lebens von Troy Davis in den Deutschen Bundestag eingebracht hat, sowie ein Vertreter der „Campaign to End the Death Penalty“ (CEDP).

Der Afroamerikaner Troy Davis soll nach Aussagen der zuständigen US-Gefängnisbehörde am 21. September hingerichtet werden. Das Urteil wurde ohne greifbare Schuldbeweise gefällt. Durch weltweite Proteste konnte die Hinrichtung von Troy Davis bereits dreimal in buchstäblich letzter Minute unterbunden hatten.

In den USA werden zurzeit fast täglich Hinrichtungen durchgeführt. Noch am vergangenen Wochenende bekräftigte etwa der Republikaner und Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur Rick Perry, dass er die Todesstrafe für ein wichtiges „Rechtsgut“ der USA halte. Selbst das Hinrichten Unschuldiger oder höchst umstrittener Fälle stellt für ihn offensichtlich kein Problem dar, wie mehrere Hinrichtungen in dieser Woche unter seiner Regie als Gouverneur im Bundesstaat Texas wieder deutlich machten.

Wer die Todesstrafe zu einem „Rechtsgut“ erklärt, handelt nach Überzeugung der Organisatoren der Kundgebung inhuman, da die Todesstrafe mit einer humanistischen Grundeinstellungen einer Gesellschaft nicht vereinbar ist. Die Todesstrafe ist eine Form besonders unmenschlicher, grausamer und erniedrigender Behandlung von Menschen.

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Blockadekonzeption für Brokdorf voller Erfolg – NaturFreunde danken allen Beteiligten für die Vorbereitung der Aktionen

NaturFreunde DeutschlandSeit gestern Abend ist es amtlich:  Der Atomkonzern Eon hat die Revisionsarbeiten am AKW Brokdorf auf den 15. Juni verschoben. Dabei ist völlig klar. Mit der kraftvollen Aktion der Anti-Atom-Bewegung, die in Zusammenarbeit von Block Brokdorf und X-tausendmal quer für die Pfingstfeiertage eine Massenblockade des AKW Brokdorf geplant hatte, haben wir Eon dazu gebracht, die Revision zu verschieden.

Dies ist wieder ein großer Erfolg in der Anti-Atom-Arbeit. Die Atomkonzerne sind zurzeit verunsichert und versuchen negative Schlagzeilen zu verhindern. Die angekündigten Massenblockaden sind der Anlass für die Verschiebung.

Doch verschoben wurde nicht nur die Revision, sondern auch die friedliche Blockade. Der Beginn ist nun für den 18. Juni geplant, das Aktionscamp öffnet aber schon am Donnerstag, dem 16. Juni.

Auch die NaturFreunde Deutschlands mobilisieren zur Blockade von Brokdorf. Mit eigenen Aktionen und Zelten wollen die NaturFreunde deutlich machen, dass sie einen Weiterbetrieb von Atomkraftwerken bis zum Jahr 2022 ablehnen. Die NaturFreunde weisen seit mehr als dreißig Jahren darauf hin, dass mit der Nutzung der Atomkraft unbeherrschbare Risiken verbunden sind und der Betrieb von Atomkraftwerken einen grundgesetzwidrigen Tatbestand darstellt. Schon weil die Entsorgung des Atommülls nicht gesichert ist, dürfte es für kein Atomkraftwerk eine Betriebsgenehmigung geben.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. Auch in den nächsten Jahren werden die NaturFreunde aktiv dazu beitragen, dass mit Aktionen direkt an den Atomkraftwerken für die Abschaltung jedes einzelnen Atomreaktors gekämpft wird.

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Die neue NATURFREUNDiN fragt nach Wachstum oder Nachhaltigkeit

Weiter zur NATURFREUNDiN 2-2011Am 1. Juli fällt die Wehrpflicht. Für die NATURFREUNDiN ist das ein guter Grund, im Zeitsprung an Kurt Vogel zu erinnern, der für die NaturFreunde vor 56 Jahren die Wehrdienstverweigerung propagierte und der Meinung war, die Jugend müsse zu allererst lernen, „Nein“ sagen zu können. Und im Kalenderblatt erinnert Michael Müller an den Atombombenabwurf auf Hiroshima am 6. August 1945 und den engen Zusammenhang von ziviler und militärischer Nutzung der Atomkraft.

Abschalten und Umbauen gehören mehr denn je zusammen, deshalb sollen die Energiekonzerne schrumpfen und regionale und lokale Energielösungen aus Sonne, Wind, Biomasse, Erdwärme und Wasser wachsen. Wachsen und Schrumpfen gehören beide zu einem Konzept der Nachhaltigkeit, wie wir es in der Titelgeschichte dieser Ausgabe anreißen.

Wer es als „Neumitglied“ gleich zu einer ganzen Interviewseite in der NATURFREUNDiN bringt, hat etwas Besonderes zu sagen. Wer und was das ist, steht auf der Seite 9, und spätestens zwischen den Zeilen auch das Warum. Ein „Altmitglied“ merken wir für die nächste Ausgabe vor, wenn wir mit dem neuen Verkehrsminister Baden-Württembergs Winne Hermann (Grüne) sprechen wollen. Vielleicht klappt es ja künftig mit dem Radl im Regio (Seite 20).

Objektive, alpine, subjektive und – wie ich meine – auch schon mal ausgeblendete Gefahren untersuchen unsere Bergsportler auf dem Klettersteig (Seite 14) und ein „Bergführer“ aus der Ukraine im Sperrgebiet von Tschernobyl (Seite 12). Während manche den Kitzel und das Risiko suchen, verstehen sich andere zuerst als Risikomanager und dann als Bergfexe. „Berg frei“ jedenfalls heißt es nur dann zu Recht, wenn Ausbildung, Kondition und Ausrüstung stimmen. Wer dabei Orientierung sucht, ist in der NATURFREUNDiN wie bei den NaturFreunde-Sportlern insgesamt bestens aufgehoben.

Mit der „Blende 2011“ (Seite 19) beginnt ein neues Kooperationsprojekt des Naturfreunde-Verlages, das der Sozialen Fotografie bei den NaturFreunden ein weiteres Forum geben will. Und wer nicht einfacher Genosse bleiben, sondern zum Waldgenossen aufsteigen will, dem kann unsere Seite 11 weiter helfen.

Auch in der NATURFREUNDiN 2-2011: Probleme der geplanten Kohlendioxid-Verpressung, der Weg zum Wanderleiter, Kultur in Kirchenlamitz, Landesverband Saarland vorgestellt, bayerische Bürgersolaranlagen, Brutcontainer für den Eisvogel, Aktivwanderwochen 2012, Reisen, Seminare, Leserbriefe, Kleinanzeigen, Kurznachrichten, Medientipps …

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NaturFreunde erwarten größte Anti-Atom-Demonstration in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschlands

Mit den vier Großkundgebungen am morgigen Samstag in Berlin, Hamburg, Köln und München, die ein sofortiges Abschalten aller AKWS fordern, erwarten die NaturFreunde Deutschlands die größte Anti-Atom-Demonstration in der Geschichte der Bundesrepublik. Für Berlin kündigen mittlerweile auch Touristen aus dem Ausland ihre Teilnahme an der von den NaturFreunden angemeldeten Großkundgebung an.

Der nächste notwendige Schritt der Anti-Atom-Bewegung ist die Begründung einer europäischen Volksinitiative, die in einem europäischen Volksentscheid gegen die Atomkraft münden könnte. Ich begrüße zudem den Vorschlag der österreichischen Regierung zu einem Aktionsplan für den Atomausstieg der EU.

Dass selbst der österreichische Bundeskanzler Faymann nun von den „Lügen der Atomlobby“ spricht, zeigt, dass auch bei Regierungschefs Lernfähigkeit besteht. Es gibt in Europa nicht nur die Brüderles und die Merkels.

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Die Dreistigkeit der Atomhardliner

Atomhardliner Kauder verbiegt die Wahrheit. Denn ohne Schwarz-Gelb wären in der letzten Legislaturperiode vier AKWs und in dieser drei weitere vom Netz gegangen – und nicht nur das AKW Neckarwestheim, wie die Atomlobbyisten jetzt immer wieder behaupten.

Wer erinnert sich nicht? Noch vor weniger Tagen gab sich der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder als Atomhardliner. Bei einem Gespräch mit den Umweltverbänden ließ er Kritiker erst gar nicht zu Wort kommen. „Darüber ist mit mir nicht zu sprechen“, so Kauder.

Aus Angst vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg behauptete Herr Kauder nun im ZDF-Morgenmagazin das genaue Gegenteil. Kauder, dem die Verlängerung der AKW-Laufzeiten gar nicht lang genug sein konnte, will nichts mehr von seinen Aussagen wissen.

Einfach das Gegenteil behaupten und die Atomkritiker auch noch angreifen, das ist seine Methode. So wie bei Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie sind die wahren Panikmacher in unserem Land.

Panikmacher reden an der Wahrheit vorbei
Und sie reden an der Wahrheit vorbei. Ihre These ist: Würde der alte Rechtszustand noch bestehen, wäre jetzt nur das AKW Neckarwestheim abgeschaltet worden. Tatsächlich wären ohne Schwarz-Gelb aber in der letzten Legislaturperiode vier AKWs und jetzt drei weitere vom Netz gegangen. Doch die Atomkonzerne EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall tricksten. In der Hoffnung auf neue politische Mehrheiten und die Zusagen von Union und FDP wurden die AKWs heruntergefahren oder zeitweilig still gelegt, um über den Wahltermin zu kommen. Dass Herr Kauder sich nun hinstellt und die Initiatoren des Ausstiegs kritisiert, verbiegt die Wahrheit.

Wenn sich die Haltung der Union zur Atomenergie tatsächlich geändert hätte, dann müsste sie zuerst auf mehr Ehrlichkeit in der Atomfrage setzen. Doch nichts davon bei Herrn Kauder und Frau Merkel. Kein Wunder, dass die Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Politik verlieren.

Fukushima mahnt: Anti-Atom-Proteste am 26. März
Die NaturFreunde Deutschlands rufen zusammen mit vielen Partnern der Anti-Atom-Bewegung für den 26. März  zu Massenkundgebungen in Berlin, Köln, Hamburg und München auf und haben dafür die Demonstration in Berlin angemeldet. Der Respekt vor den Opfern in Japan verlangt jetzt von uns allen, keine Ruhe mehr zu geben, bis das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet ist.

Mehr Informationen zu den Massenprotesten: www.kurzlink.de/Anti-Atom-Demo-Maerz

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